Tillsammans


Film Tillsammans

Tillsammans Zusammen Film Kritik Rezension

Elisabeth (Lisa Lindgren) flieht mit ihren Kindern in eine Kommune.

Produktionsland Schweden, Dänemark, Italien
Jahr 2000
Spielzeit 106 Minuten
Regie Lukas Moodysson
Hauptdarsteller Lisa Lindgren, Michael Nyqvist, Emma Samuelsson, Sam Kessel, Gustaf Hammarsten, Anja Lundqvist, Jessica Liedberg, Ola Norell, Axel Zuber, Shanti Roney
Bewertung

Worum geht’s?

Elisabeth hält es nicht mehr aus: Weil ihr Mann Rolf sie wieder im Suff verprügelt hat, zieht sie aus. Mit ihren Kindern Eva und Stefan findet sie bei ihrem Bruder Göran vorübergehend Unterschlupf. Der lebt in einer Kommune unter ebenfalls recht abenteuerlichen Umständen. Seine Freundin Lena will mit einem anderen Mitbewohner schlafen, beim Abendessen gibt es regelmäßig idelogische Diskussionen, die gerne mal eskalieren, beim Kochen werden Geschlechtskrankheiten vorgezeigt – und Platz für eine alleinerziehende Mutter und ihre beiden Kinder gibt es eigentlich auch nicht. Während Elisabeth sich einlebt und sich vor allem mit der lesbischen Anna anfreundet, trifft sich ihre Tochter Eva mit dem Nachbarsjungen, der ihr so etwas wie Verständnis und Aufmerksamkeit in ihrer hochgradig verwirrenden neuen Umgebung bietet. Rolf leidet derweil unter seiner Einsamkeit und sehnt sich nach seiner Frau und seinen Kindern. Die Zustände in der Kommune findet er unerhört – auch deshalb scheitern seine Versuche einer Versöhnung zunächst schmählich. Und Göran, der schon genug zu tun hat, die Konflikte innerhalb der Kommune immer wieder zu schlichten, hat noch eine weitere Baustelle, in die er auch sehr persönlich verstrickt ist.

Das sagt shitesite:

Wie eine Komödie beginnt Tillsammans, entwickelt sich dann aber schnell zu einer Milieustudie der Alternativkultur im Schweden der 1970er Jahre. Er blickt auf eine Phase, in der einige schon den Aufbruch praktizieren wollen, während andere auf den Traditionen beharren. Ohne die Figuren vorzuführen, zeigt Regisseur Lukas Moodysson, wie sehr die Bewohner der Kommune sich liberal und solidarisch zeigen wollen, ein zukunftsweisendes Modell für eine neue Gesellschaft zu leben versuchen, dabei aber hedonistisch, pubertär und verbohrt sind. Sie sind Großmeister im Palavern, aber unfähig zum Alltag – und der notorisch sanfte Göran sitzt oft zwischen den Stühlen beim Versuch, all die kleinen Egoismen, Tricks und Betrügereien aufzudecken und zu ahnden, ohne dass das sensible soziale Gefühle der WG zerstört wird.

Noch bemitleidenswerter sind die Kinder, die in der Welt dieser vermeintlich verständnisvollen und mitfühlenden Erwachsenen nur Chaos und Eitelkeit erleben statt Orientierung und Rat zu finden, den sie in ihrem Alter brauchen. Tillsammans macht daraus einen Film mit viel Witz und Wärme, ohne dabei Schenkelklopfer und Sentimentalität nötig zu haben. Die größte Leistung dabei ist, wie sensibel dabei der Verbindung zwischen den vermeintlichen Libertins in der Kommune und dem anscheinend zutiefst konservativen Rolf nachgespürt wird. Auf beiden Seiten gilt: Hinter dem jeweiligen Weltbild stehen vor allem eine große Verzweiflung und ein Leiden an der Welt.

Bestes Zitat:

„Du willst es allen recht machen. Am Ende fällst du in zwei Teile auseinander.“

Der Trailer zum Film.

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