Futter für die Ohren mit Sportfreunde Stiller, Mudhoney, The Helio Sequence, Metz und Omega Male


Pünktlich zur Festivalsaison gibt es ein neues Album der Sportfreunde Stiller. Foto: Belle Music

Pünktlich zur Festivalsaison gibt es ein neues Album der Sportfreunde Stiller. Foto: Belle Music

So oft, wie sie in letzter Zeit mit ihrem Unplugged-Programm auf Tour waren, mag man es kaum glauben. Aber das letzte Studio-Album der Sportfreunde Stiller (La Bum) ist tatsächlich schon sechs Jahre alt. Rechtzeitig zur Festivalsaison kommt am 24. Mai das neue Werk namens New York, Rio, Rosenheim auf den Markt. Wer es bis dahin nicht mehr aushält, der wird bei Facebook fündig: Dort gibt es Hymne auf dich ( ***1/2) noch bis Freitag kostenlos als MP3. Zunächst klingt das, als hätten die Sportfreunde die Elektronik (ein paar Sekunden lang) oder die wuchtige Größe von Biffy Clyro (die nächsten paar Sekunden) für sich entdeckt. Dann biegt der Song aber doch auf gewohnte Sporti-Pfade ein: Optimismus, Drive, ein paar Allgemeinplätze, hymnischer Refrain. „Raus aus dem Schatten, rein ins Licht / sich ein bisschen feiern schadet nicht“, lautet die Botschaft – da kann man kaum widersprechen. Ende Mai startet dann übrigens auch die nächste Tour der Sportfreunde, am 27. Mai werden sie in Leipzig zu sehen sein.

Dort waren (Ende Februar in der Nato) auch Metz zu sehen. Jeder, der im Umkreis von zwei Kilometern wohnt, hätte das eigentlich mitbekommen müssen, denn das Trio aus Kanada hat sich einem ganz klaren Ziel verschrieben: Noise. Bei Soundcloud kann man sich gerne selbst davon überzeugen, denn dort gibt es Wet Blanket (***) gerade als Free Track. Alex Edkins, Hayden Menzies und Chris Slorach lassen hier keinen Zweifel daran, wie sehr sie lärmenden Rock lieben und mit wie viel Leidenschaft sie ihn spielen. Dass sie PiL zu ihren Vorbildern zählen, unter anderem schon mit Death From Above 1979 oder Mudhoney auf der Bühne standen und ihr Debütalbum von Graham Walsh (Holy Fuck) produzieren ließen, ist sofort nachvollziehbar.

Apropos Mudhoney: Auch die zeigen sich gerne großzügig und liefern kostenlose Musik zum Download. Gerade ist Vanishing Point erschienen, ihr neuntes Studioalbum. Die Single The Only Son Of The Widow From Nain (***) kann man (wie übrigens auch ein paar andere Tracks) gerade als Gratis-MP3 auf der Homepage ihrer Plattenfirma Sub Pop herunterladen. Dem Song hört man geradezu an, wie viel Wut und Frust die Band in 25 Jahren angesammelt hat, ohne dabei aber ihr Feuer oder ihren Humor verloren zu haben. Ganz frühe Songs von Alice Cooper, allen Glamours beraubt und ein Jahr lang in eine Garage gesperrt – so klingt das. Ende Mai kommen Mudhoney für sechs Konzerte nach Deutschland, auch sie werden dabei in Leipzig Station machen: am 25. Mai im Werk 2.

Aus Portland, der gar nicht so heimlichen Indie-Hauptstadt der USA, kommen The Helio Sequence. Sänger/Gitarrist Brandon Summers und Keyboarder/Schlagzeuger Benjamin Weikel haben im Herbst, was in punkto Timing perfekt zu ihrem Sound passt, ihr fünftes Album Negotiations vorgelegt. Ab und zu wird es in der Welt des Duos allerdings auch Frühling, beispielsweise in dem Lied, das es gerade gratis bei Tonspion zum Herunterladen gibt und das den irreführenden Titel October (***1/2) trägt: Das ist ungemein aufmunternd, hat einen tollen Refrain zu bieten und einen fast erstaunlich muskulösen Bass, als würden The Shins eine ziemlich bedrohliche Regenfront aufziehen sehen.

Zum Schluss wird es digital: Omega Male ist das neue Projekt von David Best (Fujiya & Miyagi). “An omega male could be viewed as the opposite of an alpha male”, erklärt er den Namen seiner neuen Formation, in der er sich mit Sammy Rubin (Project Jenny, Project Jan) zusammen getan hat. Als „Laptop Sex Music played by two white dudes” bezeichnet das britisch-amerikanische Duo seinen Sound. Das ist eine durchaus passende Schublade, wie Omega Male (***) zeigt, der Track, der so heißt wie die Band und das Debütalbum und den sie gerade auf ihrer Facebookseite verschenken: Eine Computerstimme, die auch Kraftwerk nicht androider hätten hinbekommen können, sagt immer wieder „Alpha, Beta, Omega“, dazu kommen dann nach und nach ein robust-nervöser Beat, ein fast geflüsterter Gesang und eine Stakkato-Gitarre. Das ist ein spannender Mix aus echten Instrumenten und synthetischen Sounds, gepaart mit viel Liebe zum Detail. Daumen hoch.

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