Sumie – „Sumie“


Künstler Sumie

Im höchsten Maße filigran geht es auf dem Debütalbum von Sumie zu.

Im höchsten Maße filigran geht es auf dem Debütalbum von Sumie zu.

Album Sumie
Label Bella Union
Erscheinungsjahr 2013
Bewertung

Es ist eine dieser Platten, auf der man hört, wie die Finger über die Gitarrensaiten gleiten. Man hört dieses Quietschen, man hört das Atmen. Sumie ist ein ganz leises, kostbares, intimes Debüt.

Der Grund dafür ist einigermaßen einfach: Sandra Sumie Nagano, die Künstlerin aus Göteborg, die hier am Werk ist, mag filigrane und minimalistische Klänge. Und sie hat zwei kleine Kinder. „It was not a style or a sudden choice but more me playing my guitar and having two small children, so I could not make much noise“, erklärt sie die Tatsache, dass auf Sumie fast immer nur eine akustische Gitarre und ihr Gesang zu hören sind, der ein bisschen an eine Dolores O’Riordan ohne das geringste Interesse an Rampenlicht denken lässt.

Die Ergebnisse sind trotz dieser Sparsamkeit beeindruckend. Sumie, die erst 2008 und als zweifache Mutter begann, regelmäßig Musik zu machen und deren Schwester Yukimi übrigens die Frontfrau bei Little Dragon ist, kann verloren klingen wie im Opener Spells You, erhaben wie in Burden Of Ease und enorm intensiv wie im grandiosen Show Talked Windows.

Immer wieder schafft die Schwedin mit japanischen Wurzeln berückende Effekte wie die provozierend lässige Frage „What’s the point of putting me down?“ in Never Wanted To Be, das an Laura Marling erinnert, oder den magischen Moment, wenn in Let You Go die zweite Stimme hinzu kommt und mit viel Entschlossenheit, Würde und einem Hauch von Mitleid verkündet: „I’m here to let you go.“

Zu den Beteiligten auf Sumie gehören der deutsche Komponist Nils Frahm, in dessen Studio in Berlin das Album auch aufgenommen wurde, der Amerikaner Dustin O’Halloran (von ihm stammt unter anderem der Soundtrack für Sofia Coppolas Marie Antoinette) und Simon Raymonde, auf dessen Label Bella Union die Platte erscheint, und der zudem als Produzent fungiert. „They understand what I’m doing“, erklärt Sumie die Entscheidung für diese Mitstreiter.

Nur dreimal weicht sie vom Nur-Gitarre-und-Gesang-Prinzip ab. Speed Into hat eine Violine zu bieten, die aber nur ein Flirren ist. Ganz weit im Hintergrund von Midnight Glories ist ein Cello zu erkennen. Und ganz am Ende des Albums, in Sailor Friends, gesellt sich ein Klavier hinzu, das schließlich ganz übernimmt. Das ist insgesamt sehr stimmig, auf mutige Weise altmodisch – und eine verzauberte Musik ohne Zeit.

Bedächtig und reduziert ist auch das Video zu Show Talked Windows:

Homepage von Sumie.

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