Draufgeschaut: Lady Chatterley 1


Lady Chatterley (Marina Hands) entdeckt in der Affäre mit Wildhüter Parkin (Jean-Louis Coullo'ch) ihre Sexualität.

Lady Chatterley (Marina Hands) entdeckt in der Affäre mit Wildhüter Parkin (Jean-Louis Coullo'ch) ihre Sexualität.

Film Lady Chatterley
Film Lady Chatterley et l’homme des bois
Produktionsland Frankreich/Belgien/England
Jahr 2006
Spielzeit 168 Minuten
Regie Pascale Ferran
Hauptdarsteller Marina Hands, Jean-Louis Coullo’ch, Hippolyte Girardot
Bewertung **

Worum geht’s?

Durch eine Kriegsverletzung ist Sir Clifford gelähmt. Seine Frau, Lady Chatterley, ist pflichtbewusst und wohlerzogen, hat aber wenig Lust, für den Rest ihres Lebens die Pflegerin zu spielen. Als sie eine Affäre mit dem Wildhüter ihres Gutes anfängt, öffnen sich ihr ganz neue Perspektiven auf ihr Leben.

Das sagt shitesite:

Nur Spurenelemente des Reizes, den die Romanvorlage von D.H. Lawrence hat, bleiben in der Verfilmung von Pascale Ferran erhalten. In der Beziehung von Lady Chatterley und Oliver Parkin treffen gleich reihenweise Gegensätze aufeinander: jung und alt, zerbrechlich und bärenstark, verträumt und pragmatisch, eine Frau aus dem Adel und ein Mann aus dem gemeinen Volk. Das Problem von Lady Chatterley ist, wie sehr der Film diese Positionen übertreibt: Die Titelfigur ist ein denkbar zartes Rührmichnichtan, der Wildhüter ein dermaßen grobschlächtiger Eigenbrötler, dass man sich wundern muss, warum Gerard Depardieu nicht auf dieser Rolle bestanden hat. Und um auch ja zu betonen, dass es in Lady Chatterley um Triebe, Natur und Ursprünglichkeit geht, gibt es immer wieder Landschaftsaufnahmen, die immerhin den Effekt haben, dass man nachvollziehen kann, wie sehr im Leben der Titelfigur die Langeweile regiert.

Wenn das ungleiche Paar dann auch noch über Sozialismus oder Emanzipation redet, über die Vorzüge des Landlebens oder die Unmenschlichkeit der Industrialisierung, dann wirkt das erst recht halbherzig. Diese Themenfelder werden, offensichtlich aus Pflichtschuldigkeit der Buchvorlage gegenüber, bloß knapp angerissen – es wäre besser gewesen, Lady Chatterley hätte sich voll und ganz auf die Liebesgeschichte konzentriert. Denn die hat immerhin einen gewissen Reiz: Die Schäferstündchen wirken niemals leidenschaftlich, sondern erst wie eine Dienstleistung, dann wie ein anthropologisches Experiment. Immerhin das sorgt in diesen endlos langen knapp drei Stunden noch für etwas Faszination.

Bestes Zitat:

“Nichts ist gefährlicher als ein Ideal, das auf einer Lüge beruht.”

Der Trailer zum Film:


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