Draufgeschaut: Running Man


Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) muss in der TV-Show von William Laughlin (Yaphet Kotto) um sein Überleben kämpfen.

Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) muss in der TV-Show von William Laughlin (Yaphet Kotto) um sein Überleben kämpfen.

Film Running Man
Produktionsland USA
Jahr 1987
Spielzeit 96 Minuten
Regie Paul Michael Glaser
Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger, María Conchita Alonso, Yaphet Kotto, Jim Brown, Jesse Ventura, Erland van Lidth, Marvin J. McIntyre, Gus Rethwisch, Toru Tanaka
Bewertung ***

Worum geht’s?

Im Jahr 2017 sind die USA zum Polizeistaat geworden. Eines seiner Opfer ist Ben Richards: Er war Hubschrauberpilot bei der Polizei und weigerte sich, auf friedliche Demonstranten zu schießen. Er kommt in Haft, versucht zu fliehen und wird erneut geschnappt. Seine einzige Chance, doch noch frei zu kommen, ist ein Auftritt bei The Running Man, der beliebtesten Fernseh-Gameshow des Landes. Dort muss er gemeinsamen mit den Komplizen bei seinem Ausbruchsversuch gegen Jäger kämpfen, die zu allem bereit sind.

Das sagt shitesite:

Zensur, Widerstandskampf im politischen Untergrund, Manipulation durch Massenmedien und nicht zuletzt reichlich Action: Running Man, das lose auf einem Roman von Stephen King beruht, nimmt sich eine ganze Menge vor.

Immerhin einen Teil seines Versprechens löst der Film dann auch ein: Die Szenen, in denen die Zuschauer im Fernsehstudio außer Rand und Band zu sehen sind, gehören zu den stärksten und führen die Gehirnwäsche, die hier stattfindet, wenig subtil, aber eindrucksvoll vor. Und als Thriller überzeugt Running Man voll und ganz: In einer sehr stimmigen Ästhetik irgendwo zwischen Science-Fiction-Traum und Eighties-Glamour-Show entsteht reichlich Spannung, gerade durch die Erbarmungslosigkeit der Jäger, die wie Gegner aus verschiedenen Levels eines Videospiels anmuten, und die Idee, den Überlebenskampf noch mit einer politischen Sabotage-Aktion zu verknüpfen.

In seiner Medien- oder gar Gesellschaftskritik bleibt Running Man aber halbherzig bis heuchlerisch. Voyeurismus und Gewaltgeilheit sollen hier angeprangert werden, dabei setzt der Film (vor allem in der unzensierten Version) seinerseits auf genau diese Mechanismen. Und wenn Ben Richards – eine Rolle, die mit Sätzen wie „Ich töte keinen Hilflosen, nicht mal so ein sadistisches Dreckschwein wie dich“ wie gemacht ist für Arnold Schwarzenegger – am Ende seine Auge-um-Auge-Moral auslebt, dann ist das nicht weit weg von den Prinzipien totalitärer Regime, die hier ja eigentlich gebrandmarkt werden sollen.

Bestes Zitat:

“Das hier ist Fernsehen. Das hat nichts mit Menschen zu tun, nur mit Zuschauerquoten.”

Der Trailer zum Film:

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