Tag der Wahrheit


Film Tag der Wahrheit

Szene aus dem Film "Tag der Wahrheit" mit Florian Lukas

David (Florian Lukas) bringt ein Atomkraftwerk in seine Gewalt.

Produktionsland Deutschland, Frankreich, Österreich
Jahr 2015
Spielzeit 90 Minuten
Regie Anna Justice
Hauptdarsteller Vicky Krieps, Florian Lukas, Benjamin Sadler
Bewertung

Worum geht’s?

Alarm im Atomkraftwerk Haut-Rhin: Ein Attentäter hat sich Zutritt verschafft, alle Angestellten gezwungen, die Anlage zu verlassen, und die Kontrolle über den Reaktor übernommen. Er stellt den Betreibern ein Ultimatum: Wenn es nicht innerhalb von drei Stunden eine Pressekonferenz geben wird, in der die Energieversorger und Politiker die Wahrheit über den Zustand des Atomkraftwerks preisgeben, wird es zur Kernschmelze kommen. Die Folge wäre ein Super-GAU, der Tausende Menschen in der Grenzregion von Deutschland und Frankreich bedroht. Staatsanwältin Marie Hoffman und Kommissar Jean-Luc Laboetie versuchen, den Täter in Verhandlungen zum Einlenken zu bringen. Zugleich recherchieren sie unter höchstem Zeitdruck zu seinen Beweggründen und zum Wahrheitsgehalt seiner Anschuldigungen. Es zeigt sich: Das Kraftwerk ist bei weitem nicht so sicher, wie stets behauptet wurde. Und es gibt eine brisante Verbindung zu einem anderen Fall, an dem das Duo gerade ermittelt.

Das sagt shitesite:

Tag der Wahrheit ist ein solide spannender Thriller zu einem brisanten Thema, politisch engagiert, in einigen Aussagen mutig und auch formal ambitioniert. Woran der Film allerdings krankt, sind einige logische Schwächen und vor allem die Klischees, an denen er hängt: ein wild entschlossener Attentäter, skrupellose Manager, feige Politiker – sie alle feiern hier fröhlich Urständ, genau wie Ermittler, die eher auf ihr Bauchgefühl vertrauen als auf die Dienstvorschrift, und Pseudo-Modernismen wie eingeblendete SMS-Nachrichten und die Polizeiarbeit mittels Tablet.

Zum wenig differenzierten Gesamteindruck tragen leider auch die teilweise schwachen Schauspieler bei. Ercan Durmaz bleibt als Freiburger Kommissar vollkommen blass, auch Vicky Krieps als Staatsanwältin überzeugt nicht. Die Ausnahme ist Florian Lukas als Attentäter: Ihm gelingt es, den traumatisierten Familienvater, den versierten Techniker und den Terroristen, der notfalls über Leichen geht, gleichermaßen glaubhaft zu verkörpern und dabei auch noch Raum zu lassen für ein paar Zweifel an seinem Weltbild, aus denen der Thriller einen guten Teil seiner Spannung bezieht. Es ist in erster Linie seine darstellerische Leistung, die dafür sorgt, dass Tag der Wahrheit nicht komplett zum filmischen Super-GAU wird.

Der Film ist die erste Produktion im ARTE-Projekt Tandem, in dem ein Thema jeweils aus deutscher und französischer Perspektive filmisch umgesetzt wird (das französische Pendant Das gespaltene Dorf ist eine Atomkraft-Komödie). Man hätte sich ein gutes Stück mehr Kreativität für die Premiere dieser interessanten Initiative gewünscht. Was Tag der Wahrheit letztlich bietet, ist ein plumper Kampf gegen die Uhr mit vielen bekannten Zutaten – und vielen verschenkten Möglichkeiten.

Bestes Zitat:

„Schlachten wie diese pflegen wir zu gewinnen. Unser Vorteil besteht meistens aus viel mehr Informationen.“

Es gibt leider keinen Trailer zum Film.

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