Interview mit Lina


Lina-Larissa Strahl Interview

Lina will so glücklich bleiben, wie sie ist. Foto: Add On Music/Laura Hartwig

Lina-Larissa Strahl war die Bibi in der enorm erfolgreichen Bibi & Tina-Kinoreihe. Als Sängerin hat sie es mit ihrem zweiten Album Ego bis auf Platz 4 der deutschen Charts geschafft und ist gerade kurz davor, die dazugehörige Tour zu beenden. Beim sehr spannenden Konzert in Leipzig hat es zwar nicht geklappt mit einem Interview, freundlicherweise hat Lina aber danach meine Fragen per Mail beantwortet. Sie gibt darin Auskunft über ihr Selbstvertrauen auf der Bühne,  die Rolle als große Schwester, musikalische Vorbilder und ihre Pläne für das Jahr 2038.

Eine kleine Provokation zum Auftakt des Interviews: Was ist leichter verdientes Geld – ein paar Monate Dreharbeiten für Bibi & Tina oder ein paar Wochen Konzertreise mit deiner Band?

Lina: Ich denke, das Wichtigste an einem Beruf ist, dass man ihn mag. Denn wenn man in seinem Beruf nicht glücklich ist, nützt einem auch das Geld nicht sonderlich viel. Mir geht es bei meinen Filmproduktionen und Auftritten also in erster Linie um die Leidenschaft und um den Spaß, den ich dabei habe.

Es gibt ja etliche prominente Beispiele für den Spagat zwischen Kino und Musik, von David Hasselhoff und Heike Makatsch über Will Smith und Yvonne Catterfeld bis hin zu Bruce Willis und Miley Cyrus. Welche singenden Schauspieler findest du am schlimmsten?

Ich beschäftige mich eigentlich nur viel mit meinen Vorbildern. Ich suche mir normalerweise keine Leute raus, um sie zu kritisieren. Ich finde Miley Cyrus und Selena Gomez zum Beispiel sind im Singen und im Schauspielern ziemlich gut!

Gibt es etwas aus deiner Schauspielerfahrung, das dir auf der Bühne auch als Musikerin hilft?

Selbstvertrauen. Ich habe während der Dreharbeiten zu Bibi und Tina viel Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, mit Kritik umzugehen. Ich denke, eine gewisse Sicherheit auf der Bühne zu haben, ist sehr wichtig, um zum Beispiel viel positive Energie auszustrahlen.

Man merkt in deinen Liedern und auch in deinen Shows, wie wichtig es dir ist, dich in deine Fans hineinzudenken, wie schwierig das wegen des Altersunterschieds aber auch sein kann. Hält dich dieser Kontakt mit deinem Publikum besonders jung? Oder fühlst du dich manchmal älter als du eigentlich bist, weil du aus Sicht deiner Fans ja schon eine Erwachsene sein musst?  

Ich denke, ich bin für die meisten meiner Fans eher wie eine große Schwester und in dieser Rolle fühle ich mich auch sehr wohl. Ich mag es, zu helfen und einen guten Rat parat zu haben. Klar ist ein Altersunterschied da, aber den hat man ja überall in seinem Leben und in seinem Umfeld. Außerdem ist es doch schön, aus seiner Erfahrung heraus sprechen zu können und dadurch behilflich zu sein. Ich hoffe einfach, dass ich mit meiner Musik Freude versprühen kann, aber natürlich auch ernst genommen werde. Denn das was ich singe, meine ich auch.

Auf der aktuellen Tour gibt es VIP-Tickets, mit denen man dich vor dem Konzert treffen kann. Auch bei Instagram pflegst du sehr intensiv den Austausch mit deinen „Strahlern“. Was ist das Wichtigste, das du aus Begegnungen mit deinen Fans gelernt hast?

Dass sie so sehr an mich glauben, meine Worte so ernst nehmen und mir ihr Vertrauen schenken. Ich habe manchmal wirklich sehr berührende Begegnungen, zum Beispiel mit schwer kranken Kindern, die aus meiner Musik einen Teil ihrer Energie ziehen. Wenn mir ein Mädchen sagt, dass sie durch meine Musik die Kraft hat weiterzumachen, ist das das Größte für mich.

Wie kommst du auf deine Songideen?

Ich denke, am kreativsten bin ich, wenn ich entweder alleine bin und viel Zeit für mich habe, oder wenn ich mit kreativen Menschen zusammensitze. Dann kommen einem meistens die besten Ideen. Manchmal hilft es auch, wenn man schon eine Melodie im Kopf hat, dann ergibt sich der Text manchmal wie von allein. Und textliche Ideen schöpfe ich meist aus meinen eigenen Erfahrungen.

Wer sind deine musikalischen Vorbilder? Und was hörst du im Moment gerne selbst für Musik?

Ich höre gerne Zara Larsson, Dpa Lipa, Selena Gomez und auch Taylor Swift. Ein gesangliches Vorbild habe ich gar nicht so wirklich.

Das Leben auf Tour besteht ja zum größten Teil aus Routine. Wie schaffst du es, dir da den nötigen Glitzer-Faktor zu erhalten?

Es kommt tatsächlich viel auf die Menschen im Publikum an, und da diese meistens so viel Funkeln verteilen, kriegt man selber direkt etwas davon ab. Und wenn ich in strahlende Gesichter schaue, da kann man ja gar nichts anderes als glücklich sein.

Einen Tag vor deinem Konzert in Leipzig sind Caught In The Act dort aufgetreten. Auch die hatten einmal eine große Fan-Base, vor allem bestehend aus kleinen Mädchen, und sind jetzt auf Comeback-Tour. Kannst du dir vorstellen, in 20 Jahren auch an diesem Punkt zu sein: Noch einmal (oder noch immer) auf der Bühne, mit den alten Hits für die alten Fans?

Ich hoffe ja, dass die Menschen, die jetzt im Publikum sind, mit mir mit wachsen. Natürlich funktioniert das nicht immer, aber schön wäre es ja. Generell habe ich keinen wirklichen Plan für „in 20 Jahren“. Ich hoffe einfach, dass ich dann immer noch so glücklich bin, wie jetzt.

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