Interview mit Virginia Jetzt! 4


Sänger Nino Skrotzki verriet: Im Zoo roch es besser als bei manch einem Festival.

Im Leipziger Zoo haben Virginia Jetzt! ihr erstes Konzert gespielt, seit sie das Ende der Band bekannt gegeben haben. Nach der Show habe ich Sänger Nino Skrotzki noch für ein kleines Interview abgefangen.

Ein Konzert im Zoo – wie kam das zustande?

Skrotzki: Die Anfrage kam vor ungefähr acht Wochen. Wir wussten damals schon, dass unser Bassist Matze an diesem Termin nicht kann. Deshalb haben wir lange überlegt – und schließlich doch zugesagt. Thomas hat seine Sache als Aushilfs-Bassist wirklich gut gemacht. Und ein Konzert im Zoo ist wirklich einmalig, das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Kurz vor uns stand noch ein Lama auf der Bühne! Und trotzdem roch es noch besser als bei manch einem Festival (lacht).

Es war das erste Konzert seit der Ankündigung, dass nach der nächsten Tour Schluss ist mit Virginia Jetzt! Ein paar Textzeilen, zum Beispiel in Dieses Ende wird ein Anfang sein, fühlen sich vor diesem Hintergrund sicher ganz anders an als früher?

Skrotzki: Ja, das stimmt. Man kriegt das beim Singen nicht immer mit, weil vieles ja auch Routine ist. Aber bei manchen Zeilen merkt man dann doch plötzlich, dass die in ihrer Bedeutung jetzt noch einmal einen ganz neuen Kontext bekommen.

Wie geht es nach der Abschiedstour weiter?

Skrotzki: Ich werde weiter mit Musik zu tun haben, ich kann gar nicht ohne. Zum Beispiel als Manager neue Bands begleiten und aufbauen. Das ist gar nicht so anders als das, was ich jetzt mache. Bloß, dass ich vor der Bühne stehe statt oben drauf.

Aber warum dieser freiwillige Seitenwechsel? Es kann doch nicht nur das „Man soll aufhören, solange es noch schön ist“ sein, von dem auf der Homepage die Rede ist.

Skrotzki: Natürlich gibt es für so einen Schritt nicht den einen Grund. Da spielen immer mehrere Sachen zusammen. Und natürlich war es auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Man kann von der Musik immer schwieriger leben, aber für uns war das immer ein Full-Time-Job. Und außerdem wollten wir wirklich selber entscheiden, wann Schluss ist. Bei anderen Bands wie Readymade oder Miles ist das irgendwann einfach so ausgetröpfelt, und ich habe selbst erlebt, wie schlimm das für diese Bands ist, denn wir kennen uns gut. Da wollen wir uns lieber in Würde verabschieden – mit einer tollen Tour, auf der es einige Gimmicks geben wird.

Wie waren die Reaktionen auf den Split bisher?

Skrotzki: Überhaupt nicht so, wie ich es erwartet hatte. Für uns in der Band war ja schon länger klar, dass wir aufhören. Deshalb war ich sehr überrascht, welche Wellen das geschlagen hat, als wir es dann auch offiziell gemacht haben. Sogar meine Mutter hat mich angerufen, weil es bei ihr groß in der Zeitung stand. Da ist mir klar geworden, dass auch die Abschieds-Tour für uns ganz besonders werden wird. Auch heute habe ich das schon gemerkt: Einerseits ist alles wie immer, andererseits hat alles noch einmal eine neue Dimension bekommen.


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