Tim Neuhaus – „Pose III + IV“


Künstler Tim Neuhaus

Tim Neuhaus Pose 3+4 Review Kritik

Wie eine Fortsetzung des aktuellen Albums kann man „Pose III + IV“ betrachten.

Album Pose III + IV – Outtakes + Reworks
Label Grand Hotel van Cleef
Erscheinungsjahr 2018
Bewertung

Als so etwas wie einen Gesamtüberblick über all seine musikalischen Inkarnationen betrachtet Tim Neuhaus sein im September 2017 veröffentlichten Album Pose I + II. Da ist es nur logisch, dass der Mann aus Hagen, der neben seinem Solowerk auch Filmmusik macht, schon lange mit Clueso zusammenarbeitet und zwischendurch zum Ensemble der Blue Man Group gehörte, jetzt noch einmal nachlegt. Pose III + IV – Outtakes + Reworks ist praktisch das Bonusmaterial und zeigt Lieder, Skizzen und Soundschnipsel, die größtenteils während der Aufnahmen fürs aktuelle Album entstanden, teils auch schon mehr als 20 Jahre alt sind.

Das Material auf der nur digital erscheinenden Sammlung beinhaltet viele First Takes von neuen Song-Ideen. „Oft steckt die Essenz bereits im Demo, in den ersten Momenten, in denen eine Idee entsteht. So habe ich sie auch einfach belassen“, erklärt Tim Neuhaus diese Entscheidung. Das Spektrum reicht von instrumentalen Stücken wie Farewell, dem geheimnisvollen Album-Schlusspunkt Letzter Faden reißt oder Lands Over You über Neubearbeitungen seiner Songs durch andere Künstler (wie Lamberts wunderschöner Klavierversion von Pose oder Shine On, das sich in den Händen von Jonas David zu einem Ambient-Track verwandelt) bis hin zu weitgehend vollständig ausgearbeiteten Songs.

Press Play ist der erste davon und würde mit dem Picking auf der akustischen Gitarre, seiner zarten, reifen und feinfühligen Atmosphäre sowie Zeilen wie „„Even in your best days / you said you don’t know what love is“ auch perfekt zu William Fitzsimmons passen. Come Back handelt von der Rückkehr in die Heimat, zur Klarheit und zu sich selbst. Das mit Streichern und Frauenstimme sehr opulent arrangierte Three Beats könnte man sich auch gut von Get Well Soon vorstellen. Yes, Pretty Sure ist fast komplett elektronisch und vereint mit dem durchaus energischen Beat zu hingehauchtem Gesang zwei der großen Stärken von Tim Neuhaus.

Nicht alles ist zwingend, und gerade die instrumentalen Stücke hätten es wohl kaum auf einen regulären Release geschafft, trotzdem gibt Pose III + IV interessante Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers und in die sehr verschiedenen Gestalten, die eine Songidee bei ihm annehmen kann. Der Höhepunkt des Albums ist One Room & An Unfinished Tune, in dem es bezeichnenderweise um das Komponieren und Aufnehmen an sich geht, das in der hier besungenen Situation nicht vorangeht, während eine ganz besondere Person anwesend ist, und dann auch nicht mehr gelingen will, als diese Person weg ist. Umgesetzt wird das von Tim Neuhaus mit Bongos, Pfeifen und viel Latin-Leichtigkeit – wer so heiter über eine Schreibblockade singen kann, wird wohl schon bald wieder nicht nur mit einer Platte voller Archivmaterial, sondern mit neuen Highlights aufwarten können.

So klingt das Lambert Rework von Pose als Video.

Im Advent spielt Tim Neuhaus reichlich Konzerte:

06.12. Langenberg, KGB

07.12. Pforzheim, Horch

08.12. Köln, Weltempfänger

09.12. Wiesbaden, Schlachthof

10.12. Hamburg, Häkken

11.12. Berlin, Auster Club

12.12. Berlin, Privatclub

13.12. Leipzig, Bandhaus

14.12. Erfurt, Franz Mehlhose

Website von Tim Neuhaus.

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