Rockstar ist nur noch ein Nebenjob

Oktober 31, 2010 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · 2 Comments 
On The Cover Of The Rolling Stone - trotzdem können Art Brut nicht von ihrer Musik leben.

On The Cover Of The Rolling Stone - trotzdem können Art Brut nicht von ihrer Musik leben.

Art Brut? Jennifer Rostock? Virginia Jetzt!? Kennt man, wenn man sich ein wenig für Musik interessiert. Die einen waren schon auf dem Twilight-Soundtrack vertreten. Die anderen haben das Cover der deutschen Rolling Stone-Ausgabe geziert. Doch um von der Musik leben zu können, reicht das nicht.

Von einer zum normalen Preis verkauften CD bleiben dem Künstler im besten Falle rund 2,80 Euro, von einem Download im Schnitt nur etwa 6 Cent. Wenn überhaupt CDs verkauft oder Lieder legal heruntergeladen werden.

Immer mehr Musiker müssen deshalb Nebenjobs annehmen, die in Wirklichkeit ihre Hauptjobs sind. Ich habe mit einigen von ihnen über die Frage gesprochen, wie sie damit umgehen – und ob die romantische Idee vom Rockstar-Leben in Saus und Braus gestorben ist.

Den kompletten Artikel gibt es auf news.de.

Draufgeschaut: The Dark Knight

Oktober 31, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Der Joker (Heath Ledger) hält nicht nur die Polizei von Gotham in Atem, sondern auch die Mafia.

Der Joker (Heath Ledger) hält nicht nur die Polizei von Gotham in Atem, sondern auch die Mafia.

Film The Dark Knight
Produktionsland USA
Jahr 2008
Spielzeit 146 Minuten
Regie Christopher Nolan
Hauptdarsteller Christian Bale, Heath Ledger, Gary Oldman, Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Michael Caine, Morgan Freeman
Bewertung ****

Worum geht’s?

Gotham hat einen neuen Staatsanwalt. Endlich haben die Bürger Hoffnung, dass mit der Kriminalität in ihrer Stadt Schluss ist. Auch Batman setzt große Stücke auf den neuen Ermittler, der die Mafia-Bosse gleich im Dutzend ins Gefängnis bringt, und unterstützt ihn nach Kräften: Wenn es den Behörden nun gelingen sollte, in der Stadt aufzuräumen, kann er sich zurückziehen und endlich ein bürgerliches Leben mit seiner Geliebten Rachel führen. Doch nicht nur das organisierte Verbrechen macht den Guten das Leben schwer. Auch der Joker will beweisen, dass die dunklen Mächte am Ende doch stärker sind.

Das sagt shitesite:

Beinahe das Beste an The Dark Knight ist das Timing: Natürlich ist der mittlerweile neunte Batman-Film ein gewohnt spannender und durchgestylter Fantasy-Thriller. Doch The Dark Knight ist viel mehr. Der Film spielt mit dem Prinzip von Terror, mit Videobotschaften, die alle in Angst und Schrecken versetzen, mit angekündigter Gewalt, mit der Berechenbarkeit der Massenpsychologie – verkörpert in der Figur des Joker, in die Heath Ledger ebenso viel abgründige Bosheit legt wie menschlichen Spieltrieb. The Dark Knight stellt letztlich auf ganz vielen Ebenen die Frage, ob man in einer schlechten Welt gut sein kann – und wenn ja: wie gut. Nicht mal ein Jahr, bevor Barack Obama seine Präsidentschaft antrat, ist das eine mehr als spannende Frage – und macht The Dark Knight nicht nur unterhaltsam, sondern auch bedeutend.

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Absynthe Minded – “Absynthe Minded”

Oktober 31, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Blöder Name, gute Platte: "Absynthe Minded".

Blöder Name, gute Platte: "Absynthe Minded".

Künstler Absynthe Minded
Album Absynthe Minded
Label Vertigo
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***

Belgien habe ich bisher in erster Linie mit leckerer Schokolade, schrägen Kinofilmen und fiesen Kinderschändern verbunden. Diese Liste muss nun wohl um schlechte Wortspiele ergänzt werden.

Denn Absynthe Minded sind Belgier – und ein derart blöder Name kann allein schon reichen, um eine Band nicht zu mögen. Bei Absynthe Minded kommt noch mehr hinzu. Auf dem pseudo-bedeutungsvollen Albumcover posieren die fünf Musiker mit dämlichen Masken, dazu stecken in dem Bild womöglich mehr Andeutungen als in der Steuererklärung eines Mafia-Bosses. Nicht zuletzt enthält auch das Begeleitschreiben der Plattenfirma ein paar eindeutige Warnsignale. Von Facettenreichtum ist da die Rede, von Gypsy-Swing, von Aufnahmen in Paris.

Ich habe mich Absynthe Minded, dem vierten Album eben jener Band aus Ghent, also durchaus skeptisch genähert. Und ich habe Recht behalten. Der achte Song, Multiple Choice, ist ein überambitionierter Stream Of Consciousness, irgendwo zwischen Noise und Jazz. Weekend in Bombay, direkt danach, ist dann nur noch Letzteres – und begeht ebenfalls den Fehler, intellektuell beeindrucken zu wollen statt durch die simple Kraft der Musik zu überzeugen. Und danach ist If You Don’t Go, I Don’t Go mit Walking Bass und Besenschlagzeug genau die Sorte Klischee-Jazz, die schon immer den Musikern mehr Spaß bereitet hat als den Zuhörern.

Ich muss aber auch zugeben: Davor und danch liefern Absynthe Minded eine durchaus überzeugende Platte ab. Das Album, das in Belgien bereits Dreifach-Gold eingefahren hat und nun auch hierzulande veröffentlicht wird, vereint in seinen besten Momenten die Virtuosität von echten Könnern mit der Spontaneität eines losen Kollektivs, versöhnt Weltmusik mit Indie und die Exzesse von Post-Rock mit der Einfachheit von Folk.

Der Auftakt Envoi ist ebenso beschwingt wie zurückgenommen, Heaven Knows wagt sich danach in mediterrane Gefilde. Acquired Taste mit seinem angedeuteten Dancebeat und dem dominanten Piano wird alle glücklich machen, die Toploader, Keane oder Eagle Eye Cherry zu Radiohits verholfen haben. My Heroics Part One ist eine schöne Klavierballade im Stile der Counting Crows, ein bisschen sexy, ein bisschen bedrückend.

Frontmann Bert Ostyn erinnert vor allem dann stark an Pete Droge, wenn er gut abgehangene Quasi-Americana-Songs mit hübschen Streicherverzierungen singt wie Papillon oder das herrliche I’ll Be Alright, in dem er sich im Refrain zur Zeile “What a beautiful story” immer höher schwingt. Wenig später klingt er in Paramount wie Jack Johnson, wenn man ihn im Keller einsperren würde (Wer hat da: “Ja, bitte!” gerufen?). Und am Schluss rufen Absynthe Minded mit dem feinen I Like When You’re Sad dank eines Trompetensolos, reichlich Lakonie und der bösen Zeile “I’m tired of all my friends / I can’t stand their loneliness” sogar Erinnerungen an Cake wach.

Nur eins lässt sich bei Absynthe Minded nicht so recht erkennen: ein Alleinstellungsmerkmal. Aber vielleicht kann dafür ja das schlechte Wortspiel herhalten.

Schlechte Wortspiele kann ich auch: Das Video zu My Heroics Part One kann man sich ja vielleicht schönsaufen:

Absynthe Minded bei MySpace.

Eine Kurzversion dieser Rezension gibt es auch bei news.de.