Hingehört: Take That – “Progress”

November 30, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · 5 Comments 
Wer nachzählt, merkt schnell: Robbie ist wieder dabei.

Wer nachzählt, merkt schnell: Robbie ist wieder dabei.

Künstler Take That
Album Progress
Label Universal
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung **1/2

Fortschritt also. Ein großes Wort. Auf dem Cover von Progress stellen die fünf Jungs von Take That sogar die Evolution nach – und konnten sich erstaunlicherweise sogar einigen, wer den Affen spielt (Gary Barlow) und wer die Krone der Schöpfung verkörpern darf (Mark Owen). Ein erstaunlicher Kompromiss für eine Band, die mit einer durchaus verbitterten Feindschaft auseinander gegangen ist.

Immerhin muss man Take That zugute halten: Mit Fortschritt kennen sie sich aus. Vom zusammengecasteten New-Kids-On-The-Block-für-die-Engländer-Projekt haben sie sich innerhalb von drei Alben zu einigermaßen respektablen Popgrößen gemausert. Seit dem Comeback mit Beautiful World 2006 räumen sie mit annehmbarem Erwachsenenpop ab. Und auch in der Zeit dazwischen hatten sie mit ihren Emanzipationsversuchen Geschmack bewiesen, was teils zu Flops führte (Mark Owen), teils zum größten männlichen Popstar des Jahrzehnts (Robbie Williams).

Achja, Robbie. Er ist auf Progress wieder dabei. Die Nachricht ist eigentlich nicht halb so überraschend wie die plötzliche Wiedervereinigung von Take That vor vier Jahren. Robbies Solokarriere stagnierte zuletzt nicht nur – es ging bergab. Seit der Trennung von Songschreiber Guy Chambers ließ die Qualität von Robbies Liedern nach. Seit seinem Versuch, auf Teufel komm raus die USA zu erobern, blieb auch der Erfolg zunehmend aus. Sich da wieder mit den alten Kollegen zusammen zu tun und deren Aufwärtstrend damit noch einmal zu beschleunigen, ist keine allzu abwegige Idee.

Zumal Robbie sich schon stückweise den alten Kollegen angenähert hatte: 2005 machte er bei einer ITV-Doku über Take That mit – und war seiner Ex-Band auch anderweitig sehr nahe: Die „Ultimate Tour” von Take That war damals innerhalb von 70 Minuten komplett ausverkauft. Nur einer war in diesem Jahr mit seinen Tickets noch gefragter bei seinen Fans: Robbie Williams. Als Take That 2006 auf Tour gingen, stand er bei Could It Be Magic mit auf der Bühne – zumindest als riesiges Hologramm.

Auch in Interviews äußerte sich Robbie zuletzt plötzlich wieder voller Respekt über seine Ex-Mitstreiter, im Sommer 2009 gab es das erste Treffen zwischen Robbie („Es war wie nach Hause kommen“) und Gary. Das schürte Gerüchte, öffnete die Tür – und ließ die Ur-Formation schließlich wieder zusammenfinden.

Im Hinblick auf kommerziellen Erfolg ist die Strategie perfekt aufgegangen. Bereits am Tag der Veröffentlichung wurden in Großbritannien von Progress stattliche 235.000 Exemplare verkauft – mehr hat kein Album seit Be Here Now von Oasis geschafft. Am Ende der ersten Verkaufswoche waren 520.000 Stück über die Ladentheke gegangen – ebenfalls der Bestwert in diesem Jahrtausend. In England und Deutschland stürme Progress natürlich von 0 auf 1 in den Albumcharts.

Und was ist mit der Musik? Auch da ist die Wiedervereinigung gut gegangen. „Wir fünf zusammen in einem Raum – diese Vision war immer nur ein Traum und sah nie nach Wirklichkeit aus”, erinnert sich Mark. „Jetzt machen wir ein Album zusammen und die Wirklichkeit fühlt sich wie ein Traum an. Es war eine wahre Freude, mit Rob wieder Zeit zu verbringen.”

Das war keine Selbstverständlichkeit: Robbies Hang zum Extremen und zum Experiment hätte durchaus zu einer Gefahr für den sich gerade etablierenden, reiferen Sound von Take That 2.0 werden können. Auch das Austarieren der Egos wird eine Herausforderung gewesen sein – schließlich hatten die anderen vier sicher keine Lust, plötzlich nur noch die Backingband für einen abgehalfterten Superstar zu sein.

All diese Probleme wurden offensichtlich beseitigt. Progress ist kein verkapptes Soloalbum von Robbie, und es setzt tatsächlich die Entwicklung von Take That stimmig fort. „There’s progress now / where there once was not / then everything came along”, bringt es Robbie auf der netten Vorab-Single The Flood (die freilich im Refrain ein wenig mehr Pepp vertragen würde) auf den Punkt.

Der Kern der Songs entstand in New York, wo Take That gemeinsam mit Produzent Stuart Price (The Killers, Madonna, Zoot Woman) arbeiteten. Im von ihm entworfenen Klanggewand sehen die Jungs (darf man sie noch so nennen?) zwar nicht immer ganz stilsicher aus (SOS hat eine gekünstelte Ausgelassenheit wie die misslungenen Stücke der Scissor Sisters, Pretty Things hat eine hübsche Melodie, bleibt aber zu harmlos und berechenbar, Affirmation versucht vergeblich, Klasse durch Tempo zu ersetzen), aber insgesamt ist Progress eine solide, runde Angelegenheit.

Wait ist im Refrain ganz klassisch Take That, wagt in der Strophe aber einen Flirt in Richtung Peaches oder Lady Gaga. Der Sound von Happy Now ist mehr am Puls der Zeit als es Take That jemals zuvor waren. Das zackige What Do You Want From Me? dürfte so manchen Hennenabend zum Ausflippen bringen. Das von Mark Owen gesungene Kidz hat enormen Drive und eine erstaunliche Frische – das absolute Highlight des Albums. Der Hidden Track ist dann am Schluss durchaus in einer Liga mit Coldplay.

Man darf gespannt sein, ob Progress wirklich der erste Teil eines neuen Kapitels in der Erfolgsgeschichte von Take That mit 80 Millionen verkauften Alben, 17 Nummer-1-Hits und fast 15 Millionen verkauften Konzerttickets (das ist eins für jeden Einwohner von Equador) wird – oder die Rückkehr von Robbie bloß eine Episode bleibt. Denn mit dem Fortschritt ist das nun einmal nicht immer so einfach, wie die weisen Worte des österreichischen Autors Ernst Ferstl zeigen: „Das größte Problem mit dem Fortschritt ist: Auch die Nachteile entwickeln sich weiter.“

Dem Album wird am Freitag die Dokumentation Don’t Look Back And Stare folgen, auf der Take That über ihr Comeback sprechen:

Take That bei MySpace.

Hingehört: Suede – “The Best Of Suede”

November 29, 2010 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
"The Best Of Suede" zelebriert die Kunst der Selbstüberschätzung.

"The Best Of Suede" zelebriert die Kunst der Selbstüberschätzung.

Künstler Suede
Album The Best Of Suede
Label Ministry Of Sound
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***

Mehr Vorschusslorbeeren kann man eigentlich nicht bekommen, als es sie einst für Suede gab. Heute ist es ja durchaus üblich, dass irgendjemand in Portland die Idee hat, eine Band zu gründen – und Sekunden später stehen drei Plattenfirmenmanager vor seiner Tür und wedeln mit Schecks. Oder ein halbwegs musikalischer Embyro nähert sich der Wesleyan University – und schon bricht die Blogosphäre in Extase aus.

Aber als Suede auf dem Cover des Melody Maker erschienen, bevor sie überhaupt ihre erste Single veröffentlicht hatten, war das eine veritable Sensation. Schließlich war das 1992 – lange vor MySpace, Spotify und Internet. Auch Q brachte noch im selben Jahr eine Titelgeschichte über die Band.

Die Aufregung verwundert nicht: Die 1989 gegründete Formation um Sänger Brett Anderson, einen David Bowie für das neue Jahrzehnt, und Bernard Butler, den besten Johnny Marr seit Johnny Marr, hatte nicht nur jede Menge Pathos und Glamour zu bieten (inklusive Justine Frischman, Andersons damaliger Freundin, die später Elastica gründete und mit Blurs Damon Albarn zusammen war). Sie platzte auch genau in eine Phase, als man in England mit Shoegaze und Grunge nicht mehr viel zu tun haben wollte, und Britpop noch nicht einmal eine Idee im Notizbuch von Noel Gallagher war. „They sounded, and looked, like nobody else“, fasst Suede-Biograph David Barnett die Faszination dieser “intelligent outsiders band” zusammen. Und Suede-Bassist Mat Osman meint, seine Gruppe habe dem Land das gegeben, wonach es sich damals gesehnt hatte: „neue Werte und musikalischen Referenzen, und einen anderen Blick auf die Welt“.

Dem Hype folgte somit der Erfolg: Das Debütalbum erreichte sofort die Spitze der Charts, zudem gab es für Suede auch den Mercury Music Prize. Das Problem ist nur: Danach lief irgendetwas schief. Schon auf ihrer zweiten US-Tour wurden sie von der eigenen Vorgruppe in den Schatten gestellt (den Cranberries), dann stieg im Juni 1994 Bernard Butler aus, und als Britpop schließlich richtig durchstartete, waren Suede trotz all ihres Talents und der herrlichen Ausgangsposition letztlich nur noch Nebendarsteller. Stay Together (1994) und Trash (1996) waren mit jeweils Platz drei ihre erfolgreichsten Singles im UK – in einer Zeit, als heute fast vergessene Bands wie Dodgy, die Bluetones oder Cast spielend leicht in ähnliche Regionen vorstießen.

Die neue Bewegung kam für Suede zur Unzeit. Plötzlich war da eine Band, die noch besser die Vergangenheit beschwören konnte (Oasis), dazu eine Band, die ebenso spinnert und exzentrisch sein konnte (Blur) und sogar ein Frontmann, der ebenso dünn und gelenkig-verrenkig war wie Anderson (Jarvis Cocker). Arne Wilander erkannte das sehr treffend, als er 2006 im Rolling Stone über das dritte Suede-Album schrieb: „Coming Up wäre vor Oasis, vor Pulp, vor dem ganzen Britpop-Gelärme als letzte Hoffnung begrüßt worden. Anderson ist der Darling von vorgestern, dabei hat er sich gar nicht verändert.“

Drei Jahre später ging Wilander mit den Herrn noch etwas härter ins Gericht: „Suede waren Pose, Pose, Pose, ein weinerlicher und spinnerter Haufen“ stellt er da fest und meint: „Die Erfindung von Brett Anderson gehört zu den schrecklichsten Irrtümern der britischen Pop-Presse.“ Seine Würdigung von Head Music mündet im Fazit: „Gott, was für eine grausame Grütze.“

Das zeigt: Schon immer boten Suede viel Angriffsfläche. Da waren die Texte von Brett Anderson, die in der Regel so dumm waren, dass Noel Gallagher daneben wie ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis erscheinen konnte. Da war das bei Suede immer überpräsente Thema Sex. Brett Anderson nannte sich einmal “a bisexual man who never had a homosexual experience” und sagte unlängst über die Anfangstage: „Ich wollte über Sex und Scheitern schreiben und die Trägheit feiern, die Kultur des schönen Verlierers.“

Bei so viel hormoneller Offenherzigkeit, der die Band selbst so viel Prominenz verlieh, musste man befürchten, dass dahinter nicht mehr allzu viel Entdeckenswertes schlummern konnte. Und schließlich war da die Tatsache, dass sich Suede klar auf Größen aus den Seventies bezogen, aber sich doch nie ganz als Teil der britischen Rock-Genealogie sahen. Auch das machte sie zu Außenseitern im Britpop.

Einerseits betrübt das die Band offensichtlich noch immer. Als sie Anfang des Jahres ihr Comeback ankündigten, und kürzlich in der Royal Albert Hall erstmals wieder auf der Bühne standen, da hatte das durchaus etwas von: Wir sind gekommen, um uns unser Recht zu holen; um unseren Platz in der Geschichte einzunehmen. Dazu passt, dass sie ihr gerade erschienenes The Best Of Suede auf zwei Silberlinge verteilen – mein Gott, sogar Blur haben ihre Greatest Hits auf eine CD bekommen!

Andererseits zeigt die Werkschau auch: Mit der Lad-Kultur des Britpop hatten Suede nie wirklich viel zu tun. Stattdessen gibt es hier eine renovierte Version von Glamrock. Den Aufakt macht Animal Nitrate, der erste Top10-Hit von Suede. Die Gitarre brutal verzerrt, das „ohoho“ im Refrain fast zynisch, Andersons Gesang wie versteckt hinter einem Labyrinth aus Effekten.

Es folgt eine Trias vom 1996er Album Coming Up, sicher die poppigste Phase in der Karriere von Suede. Beautiful Ones lebt von der cleveren Phrasierung und einem genialen Riff. Auch Trash mit herrlichem Shuffle und Killer-Refrain hat diese Doppelbödigkeit. Filmstar ist so etwas wie Heavy Metal für Schwule.

Dass Suede danach die frühe Single Metal Mickey (die auch auf Blurs Leisure gepasst hätte) und anschließend das in der Strophe druckvolle und im Refrain hoch elegante New Generation von Dog Man Star folgen lassen können, und wenig später das schwelgerische Everything Will Flow aus dem Jahr 1999 erklingt, ohne dass ein Bruch entsteht, zeigt, wie ausgefeilt und konsistent das ästhetische Konzept dieser Band bei allen Aufs und Abs war.

Everything Will Flow ist einer der stärksten Momente auf The Best Of Suede. Die Band will hier nicht rocken, nichts beweisen, sondern scheint ganz bei sich selbst. Kurz vor Ende der ersten CD gibt es mit Obsessions sogar noch einen Song vom inzwischen selbst von der Band geschmähten Album A New Morning, ein gutes Jahr vor der Auflösung von Suede erschienen. „Bildlich gesprochen hatte ich mich in eine Ecke manövriert und wusste nicht mehr, wie ich dort wieder rauskommen sollte“, sagt Brett heute über diese Phase.

Dann gibt es ein paar Cocktails in der Lounge von She’s In Fashion, schließlich macht einer der größten Suede-Momente den Rausschmeißer: Saturday Night ist  genau das, was der Musikexpress mit „epische Melancholie“ meinte. Das bei Suede sonst stets erstaunlich wuchtige Schlagzeug schleppt sich hier mit letzter Kraft dahin, die Gitarre taumelt auch einem K.o. entgegen, und Brett Anderson schauspielert quasi wieder seinen Gesang, aber diesmal scheint so etwas wie Leben dahinter zu stecken, vielleicht sogar ein Erlebnis.

CD2 beginnt mit dem ebenso untröstlichen Pantomime Horse vom Debütalbum, dann folgt My Insatiable One – die legendäre B-Seite, die Morrissey so gut gefiel, dass er sie gelegentlich in seinen Konzerten spielte. Das komplexe To The Birds lässt erahnen, warum sich Kele Okereke und Russell Lissack von Bloc Party ausgerechnet im Suede-Fanclub kennen gelernt haben.

Ansonsten ist CD2 allerdings insgesamt schwächer. Weder This Hollywood Life noch Heroine lassen erkennen, warum David Sinclair anno 1994 in der Times über Dog Man Star meinte, das Album übertreffe jeden Superlativ.

Immerhin gefallen die Balladen: By The Sea hat den Weltschmerz von Saturday Night, ohne allerdings seinen Stolz zu verlieren. Das reduzierte The Big Time ist großes Kino, auch bei The Two Of Us wirft sich Anderson ohne Rücksicht auf Verluste in seine Rolle als Schmalzier. Im pompösen Still Life übertreibt er es allerdings – nämlich in Richtung Musical.

The Best Of Suede zeigt damit letztlich eine Band, die viele große Momente und ein beachtliches melodisches Gespür hatte, sich aber auch grandios selbst überschätzte. Suede steckten voller Ehrgeiz (und voller Drogen), haben nie an sich gezweifelt und selbst nach dem Ausstieg der Schlüsselfigur Bernard Butler noch trotzig reagiert: Wir sind nicht erledigt, jetzt werden wir es erst recht allen zeigen.

Vor allem aber haben sie sich immer exponiert, nie mit irgendetwas hinterm Berg gehalten und immer bereitwillig eine riesige Angriffsfläche geboten. Dass genau diese Eigenschaften später von Oasis, Blur oder Supergrass übernommen wurden, wurmt Suede rückblickend womöglich am meisten. Es könnte sie aber ruhig auch ein bisschen stolz machen.

Kein Songtitel hat jemals besser zu ihnen gepasst: Suede kommentieren ihr eigenes Video zu Trash:

Suede bei MySpace.

Draufgeschaut: Broken Flowers

November 28, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Don (Bill Murray, rechts) lässt sich von Winston (Jeffrey Wright) zu einer Reise in die Vergangenheit überreden.

Don (Bill Murray, rechts) lässt sich von Winston (Jeffrey Wright) zu einer Reise in die Vergangenheit überreden.

Film Broken Flowers
Produktionsland USA
Jahr 2005
Spielzeit 101 Minuten
Regie Jim Jarmusch
Hauptdarsteller Bill Murray, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Jessica Lange, Tilda Swinton, Julie Delpy, Mark Webber, Chloë Sevigny, Christopher McDonald, Alexis Dziena
Bewertung ****

Worum geht’s?

Don Johnston ist ein abgehalfterter Don Juan, der nicht mehr viel zu tun hat, seit er mit Computern ein kleines Vermögen verdient hat. Sein Leben wird noch ein bisschen leerer, als ihn auch seine Geliebte verlässt. Doch just in diesem Moment platzt auch etwas Aufregung in sein Dasein: Er erhält einen anonymen Brief, in dem ihm eine ehemalige Geliebte mitteilt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der womöglich auf der Suche nach ihm ist. Don will die brisante Nachricht zunächst ignorieren, doch sein Nachbar Winston, ein Möchtegern-Detektiv, spornt ihn an, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Also macht sich Don auf eine Reise zu seinen Ex-Freundinnen, von denen eine womöglich die Mutter seines Sohnes ist.

Das sagt shitesite:

Spätestens seit Lost In Translation ist es ja geradezu zu einem Sport geworden, Bill Murray beim dekorativen, verdrießlichen Herumsitzen zu filmen und das Ergebnis dann “Tiefgang” zu nennen. Auch Jim Jarmusch bedient sich in Broken Flowers dieses Mittels. Anders als im thematisch durchaus ähnlichen High Fidelity wird hier nicht nur die Begegnung mit den verflossenen (und meist vergessenen) Geliebten gezeigt, sondern es gibt auch ewig lange Passagen des Suchens und Schweigens, wenn der Protagonist auf dem Weg zu seinen Ex-Affären ist. Jarmusch bekommt trotzdem einen tollen Film hin. Nicht nur wegen vieler charmanter Details wie des allgegenwärtigen Rosa. Nicht nur, weil Bill Murray in der Tat extrem putzig ist bei seinem Versuch, sich gegen die Abwechslung zu sträuben, die für die meisten von uns nun einmal das Leben ist. Sondern vor allem, weil Broken Flowers damit gekonnt das Wesen des Casanovas einfängt: Um ein Don Juan zu sein, muss man willenlos sein, orientierungslos – und gelangweilt.

Bestes Zitat:

“Die Vergangenheit ist vorbei, das weiß ich. Die Zukunft ist noch nicht hier, wie sie auch sein wird. Also ist alles, was es gibt, das hier: die Gegenwart. Das ist alles.”

Der Trailer zum Film:

Interview mit Aloe Blacc

November 27, 2010 · Posted in Interviews, Weltgeschehen · 4 Comments 
Aloe Blacc will die Menschen glücklich machen.

Aloe Blacc will die Menschen glücklich machen.

Mit seinem zweiten Album Good Things hat Aloe Blacc den großen Durchbruch geschafft. Sein Hit I Need A Dollar erreichte auch in Deutschland die Top10 und ist noch immer ein Dauerbrenner im Radio. Doch der Mann aus Los Angeles hat nicht nur feinen Soul zu bieten. Er ist auch Aktivist für eine bessere Welt. Im Interview erklärt er, wieso Oprah Winfrey für ihn ein Vorbild ist, was die Fans bei der Deutschland-Tour im Frühjahr erwarten können – und warum es gut ist, morgens aufzuwachen.

Hi, Aloe! Dein Album heißt Good Things. Welche guten Sachen sind Dir denn heute passiert?

Blacc: Oh Mann, da muss ich nachdenken.

Es gab doch hoffentlich ein paar gute Dinge?

Blacc: Ja, klar. Zunächst mal bin ich aufgewacht. Das ist immer eine gute Sache. Ich würde sagen: Wenn man morgens nicht mehr aufwacht, dann hat man ein Problem. (lacht) Dann habe ich lecker gefrühstückt. Danach habe ich mit meiner Frau eine kleine Tour durch Berlin gemacht. Das war wirklich schön, wenn auch ganz schön kalt. Und seitdem stehen Interviews an.

Passieren Dir als Popstar nun mehr gute Sachen als früher? Oder ist das Leben eher weniger angenehm geworden?

Blacc: Es ist auf jeden Fall stressiger geworden. Früher wäre ich in diesem Moment einfach zuhause gewesen, oder vielleicht im Studio. Jetzt reise ich durch die Welt und treffe jede Menge Leute. Aber ich will mich natürlich nicht darüber beschweren. Für mich ist das ein Traum, der wahr geworden ist.

Nach Deinem großen Hit I Need A Dollar bist Du die Geldsorgen inzwischen wohl los. Wenn Du den Song heute schreiben würdest, was würde dann an der Stelle von „Dollar“ stehen?

Blacc: Mitgefühl. Wir leben in einer ganz und gar kapitalistischen Welt, wo es nur um Konsum und Bedürfnisbefriedigung geht. Wir brauchen unbedingt mehr Mitgefühl in dieser Welt. Vor allem in den Industrieländern gibt es so viel Überfluss – das ist eine Schande, wenn man betrachtet, wie viel Armut es auf der anderen Seite gibt. Wir alle sollten uns viel öfter in die Menschen hineinversetzen, die weniger Glück hatten als wir. Wir sollten ihren Schmerz fühlen.

Auch in Deinen Texten übst Du immer wieder Kritik am Zustand der Welt. Auf der anderen Seite klingt Good Things wie ein klassisches Soul-Album, vielleicht aus den 1960ern oder 1970ern. Wünschst Du Dir manchmal, in einer anderen Zeit zu leben?

Blacc: Auf keinen Fall. Dafür liebe ich die moderne Technik viel zu sehr (lacht). Ich liebe das Internet. Und ich liebe all die Möglichkeiten, die man heutzutage im Studio hat. Das einzige, was früher besser war, ist die Musik. Damals hatten noch die Künstler das Sagen – und nicht die Musikindustrie. Man konnte seine Botschaft noch rüberbringen, ohne allzu viel Rücksicht auf Marketing, Zielgruppen oder Verkaufszahlen zu nehmen.

Vielleicht wäre es damals auch für Dich einfacher gewesen, die Menschen aufzurütteln.

Blacc: Das kann sein. Das Problem heute ist: Es gibt viel zu viel Ablenkung. Die Künstler müssen sich um alles Mögliche kümmern, was eigentlich gar nichts mit ihrer Musik zu tun hat. Gleichzeitig ist es schwer, die Aufmerksamkeit der Leute zu bekommen. Denn auch das Publikum hat ganz viele Möglichkeiten, sich mit anderen Sachen zu beschäftigen. Sie hören Musik und sind nebenbei noch im Internet oder schauen eine Talkshow im Fernsehen.

Apropos: Du hast Oprah Winfrey einmal als Einfluss genannt. Eine ziemlich ungewöhnliche Wahl – schließlich ist sie Fernsehmoderatorin, und keine Musikerin.

Blacc: Trotzdem ist ihre ganze Geschichte inspirierend für mich. Oprah Winfrey ist in den Südstaaten aufgewachsen, als es noch die Rassentrennung gab. Sie kommt aus einer armen Familie. Eigentlich hatte sie keine Perspektive, aber heute ist sie eine der reichsten Frauen der Welt. Sie hat das alles geschafft, weil sie ihre Fähigkeiten voll ausgeschöpft und eine ungeheure Willensstärke an den Tag gelegt hat. Was noch dazu kommt: Heute hat sie nicht nur jede Menge Geld – sie teilt es auch. Sie lässt andere Leute an ihrem Reichtum teilhaben, so wie es auch Michael Jackson getan hat oder wie es George Clooney tut. Solche Leute sind die Helden unserer Zeit. Denn sie nutzen ihren Einfluss und ihre Macht, um das Leben der Menschen zu verbessern.

Im März und April kommst Du auf Tour nach Deutschland. Wirst Du auch bei den Konzerten versuchen, Dein Publikum zum Nachdenken zu bringen?

Blacc: Auf jeden Fall. Ich versuche, jede Möglichkeit zu nutzen, um auf die Probleme hinzuweisen, die es auf der Welt gibt – und ich will die Leute auffordern, etwas dagegen zu tun. Auch bei meinen Konzerten. Es könnte zwar in Deutschland etwas schwer werden, weil vielleicht nicht alle Fans die Texte verstehen. Aber über die Musik wird das trotzdem funktionieren. Mein Ziel ist es, die Menschen glücklich zu machen. Und am Ende der Konzerte wird das jeder verstanden haben.

Aloe Blacc singt I Need A Dollar live im Studio:

Aloe Blacc bei MySpace.

Kele, Conne Island, Leipzig

November 26, 2010 · Posted in Live, Musik · 6 Comments 
Kele hatte solo mehr Spaß als man ihm mit Bloc Party je zugetraut hätte.

Kele hatte solo mehr Spaß als man ihm mit Bloc Party je zugetraut hätte.

Konzerte von Bloc Party konnten normalerweise in genau zwei Richtungen laufen: 1. Die Band wird getragen von den Fans. Die Show ist nicht besonders, aber schließlich ist hier jeder Song so authentisch, so genial und so modern, dass er einem Erweckungserlebnis gleichkommt – und die Fans feiern die Band entsprechend. 2. Die Fans haben genau das vor, aber Bloc Party (stets auf der Suche nach dem Nonplusultra) frickeln zwischen den Songs so lange an ihren Effektgeräten herum, dass sie auch das größte Potenzial an Stimmung abtöten.

Eine Solo-Show von Kele Okereke, Sänger von Bloc Party, ist also in gewisser Hinsicht ein Wagnis. Diese Erwartungshaltung kann im Conne Island in Leipzig auch die Vorband Sizarr nicht ganz ausräumen. Die Jungs aus Landau sind ein durchaus erfreulicher Anheizer. Der Sänger trägt ein Basketballtrikot, der Bassist eine Baseballmütze – doch von muskelprotzender Kraftmeierei ist diese Band weit entfernt. Sizarr sind eher wütende Sensibelchen. Höhepunkt ist ein betörender Song, in dem Sänger Deaf Sty einen Kanon mit sich selbst beginnt und so beinahe deutlich macht, was passieren würde, wenn die Kings Of Leon plötzlich Foals nacheifern würden.

Nach 30 Minuten ist man dann aber doch froh, dass die Show von Sizarr vorbei ist – mehr als diesen einen Sound haben sie (noch) nicht zu bieten.

Das nährt die Befürchtung, dass vielleicht auch Kele eine Enttäuschung werden könnte, der schließlich solo fast ausschließlich die elektronischen Gene von Bloc Party zum Leben erweckt. Doch schon mit dem Opener Walk Tall zerstreut Kele alle Bedenken. Er trägt etwas, das die Fantastischen Vier wohl “dicker Pulli” nennen würden, dazu ein Neon-Basecap – und hat mehr Spaß als es bei Bloc Party je der Fall gewesen zu sein scheint.

Schon nach dem zweiten Song On The Lam hat er das Conne Island im Griff. Die Fans helfen ihm bei einer Übersetzung des Wortes “Regret” – und ab da wird es ein legendärer Abend.

Kele zieht sein Sweatshirt aus und ein schwarzes T-Shirt mit Zebra-Print kommt darunter zum Vorschein (später tauscht er es bei Tenderoni am eigenen Merchandising-Stand gegen ein weißes Modell mit demselben Motiv). Er macht herrlich sympathische Ansagen (“Gestern haben wir in Berlin gespielt. Das war gut. Aber heute ist es besser.”) in einem bezaubernden Cockney-Akzent, gibt einem Fan namens Eva aus der ersten Reihe einen Handkuss und wirkt so zufrieden wie man nur sein kann. Und er tanzt derart ausgelassen und geschmeidig, dass man sich nicht mehr eine Sekunde lang fragen muss, warum er sein Album The Boxer genannt hat.

Kele ist auch als Solist inzwischen so souverän, dass er ein sieben Minuten langes Bloc-Party-Medley spielt, bestehend aus Blue Light, The Prayer und One More Chance. Dass sich die (leicht bearbeiteten) Songs perfekt in sein Set einfügen, zeigt, wie sehr er den Sound von Bloc Party inzwischen prägt. Dass er die Lieder mit Freude und Kreativität auf die Bühne bringt, ist zudem der beste Beleg dafür, dass Bloc Party wirklich nur Pause machen – und sich nicht etwa aufgelöst haben, ohne dass sich jemand traut, das laut auszusprechen.

Danach fällt die Show in ein kleines Loch, doch auch bei den schwächeren Songs beweist Kele, dass er mit seiner Stimme und seinem Charisma selbst dem langweiligsten Elektrosound Seele einhauchen könnte (auch wenn natürlich niemals an diesem Abend in Leipzig langweiliger Elektrosound zu hören ist). Das Wissen, dass ein guter Teil der Musik inzwischen aus Computern kommt, erlaubt ihm die Freude und Spontaneität, seine eigenen Konzerte endlich zu genießen.

Spätestens mit der Zugabe steigt die Spannung dann wieder an. Nochmal gibt es ein Bloc-Party-Bonbon (Flux) und als Zugabe-Zugabe sogar noch Modern Love. “This is gonna be fun”, hatte Kele noch 10 Minuten in Leipzig behauptet. Yes, indeed.

Let’s get this party started: Kele spielt On The Lam live im Conne Island, Leipzig:

Kele bei MySpace.

Durchgelesen: Howard Sounes – “Paul McCartney”

November 25, 2010 · Posted in Bücher, Bücherregal · 5 Comments 
Wirklich ein Porträt, und nicht bloß eine Biographie: "Paul McCartney".

Wirklich ein Porträt, und nicht bloß eine Biographie: "Paul McCartney".

Autor Howard Sounes
Titel Paul McCartney – Das Porträt
Originaltitel Fab – An Intimate Life Of Paul McCartney
Verlag Droemer
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***1/2

530 Einträge spuckt der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek aus, wenn man nach Büchern von/mit/über Paul McCartney sucht. Die Frage, warum es eine weitere Biographie von Sir Paul braucht, drängt sich zunächst auch bei Paul McCartney – Das Porträt von Howard Sounes auf. Der Autor gibt die Antwort selbst: Er will ausgewogener und detaillierter sein als seine Vorgänger.

In beiden Bereichen kann man Sounes wenig vorwerfen. In punkto Details kann er beispielsweise allein drei Seiten Dank an all die Gesprächspartner ins Feld führen, mit denen er bei den Recherchen für dieses Buch gesprochen hat, dazu fast 50 Seiten Quellen und auch noch Fußnoten. In punkto Ausgewogenheit kommt er niemals in Verdacht, er betrachte Paul McCartney durch die rosarote Brille. Dass Sounes kein Fan ist, macht er selbst deutlich: Erst 1990 hat er Macca erstmals im Konzert gesehen, bis dahin besaß er keine einzige seiner Nicht-Beatles-Platten.

Auch in seinen Bewertungen hält er nicht mit Kritik zurück. „So albern 1969 Spekulationen gewirkt hatten, Paul McCartney sei tot, so konnte man sich jetzt durchaus fragen, ob er sich vor seinem Abschied von den Beatles nicht einer Gehirnoperation unterzogen habe“, schreibt er etwa über die ersten Soloversuche. Die Optik gefällt ihm kaum besser als die Akustik: „Die Mode der Siebziger war keineswegs immer scheußlich, aber es lässt sich nicht leugnen, dass Paul McCartney bis weit in die Achtziger hinein entsetzliche, geschmacklose und unpassende Klamotten trug, dazu eine damals moderne, aber grauenhafte Vokuhila-Frisur.“

Die von Sounes akribisch zusammengetragenen Stimmen und Fakten, aufgeteilt in zwei annähernd gleich umfangreiche Teile über die Beatles-Ära und die Zeit danach, wirken manchmal wahllos aneinander gereiht. Eine Lobhudelei, die glühende Hymne eines Paul-Verehrers wäre sicher in mancher Hinsicht die angenehmere Lektüre gewesen. Doch gerade sein unverstellter Blick auf Paul McCartney ermöglicht es Sounes (Jahrgang 1965), viele interessante Einblicke in das Leben des Manns zu liefern, über den Beatles-Manager Tony Bramwell einmal gesagt hat: „Paul war ein Beatle. Er war der beatligste Beatle von allen.“

Howard Sounes legt den Fokus seiner Recherchen auf Frauen und Geld – zwei Interessen, die er zweifelsohne mit Paul McCartney teilt. Er zitiert genüsslich aus Scheidungsakten mit Heather Mills, zieht Vergleiche mit Bob Dylan (über den er ebenfalls eine Biographie geschrieben hat), berichtet von Pauls gutem Draht zur Queen und verrät, dass Sir Pauls Lieblingsdrink Whiskey-Cola ist. Er hat ein paar amüsante und gut belegte Anekdoten auf Lager, etwa, wie Paul seine Tante Milly zum Kiffen brachte. Oder warum McCartneys spätere Ehefrau Linda, einen Tag nachdem sie zum ersten Mal bei Paul zu Hause war, mit dessen Mitbewohner ins Bett ging.

Vor allem aber gelingt es ihm, tatsächlich dem Anspruch gerecht zu werden, der vom deutschen Untertitel aufgestellt wird: Sein Buch ist nicht nur eine Biographie, sondern ein Porträt. Sounes berichtet nicht nur, sondern er erkennt auch, was dahinter steckt. Dass Paul McCartney ebenso sentimental und romantisch wie skrupellos und egoistisch sein konnte, daran lässt der Autor keinen Zweifel. Er zeichnet gut nach, wie Paul quasi von frühester Kindheit an („Du hast dort das Supergefühl bekommen, dass die Welt etwas Großes und Tolles ist, dass sie erobert werden kann und dass du es von hier aus schaffen wirst“, sagt er über seine Schulzeit in Liverpool) lange vom Ehrgeiz fast zerfressen war, um dann – nach dem Höhepunkt seiner Karriere – immer wieder in Selbstgefälligkeit zu verfallen: „Ganz nett, aber auch ein wenig langweilig – ein Zug, der in Pauls späteren Kompositionen noch ausgeprägter wurde, als habe er irgendwann beschlossen, sich nicht mehr mit den dunklen Seiten des Lebens zu befassen.“

Nicht zuletzt würdigt das Buch durchaus objektiv auch die musikalischen Verdienste McCartneys. Dass Paul McCartney im Vergleich zu John Lennon seicht, im Vergleich zu George Harrison schlicht und im Vergleich zu Ringo Starr bloß der Boss war, kann niemand mehr behaupten, der dieses Buch gelesen hat. Und natürlich auch niemand, der McCartneys Lieder gehört hat.

Die beste Stelle ist die Einschätzung von PR-Berater Elliott Mintz, einem Freund von John Lennon, über das Ende der Freundschaft zwischen McCartney und Lennon: „Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Kino, und die Filmrolle, die durch den Projektor läuft, ist zu Ende. Nun gehen nicht wie üblich die Lichter an und der Vorhang schließt sich, sondern Sie sehen nur noch das weiße Licht des Projektors auf der Leinwand. So kam es mir vor – sie hatten sich einfach nichts mehr zu sagen.“

Diese Rezension gibt es auch auf news.de.

Der kritische Blick: Wer Angst hat, ist schon ein Opfer

November 24, 2010 · Posted in Ich, Kommentare, Videos, Weltgeschehen · Comment 

In Deutschland drohen Terroranschläge, warnt Innenminister Thomas de Maizière. Wer jetzt schon Angst davor hat, ist bereits ein Opfer, meine ich. Denn genau das haben die Terroristen im Sinn: Sie wollen uns verunsichern. Es ist ein perverses Prinzip, aus dem es nur ein Entrinnen gibt: Der Westen sollte sich nicht einschüchtern lassen, sondern seine Werte selbstbewusst verteidigen – und den Terroristen keinen Grund mehr geben, ihn zu hassen.

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

Die peinlichen Experten bei “Beckmann”

November 23, 2010 · Posted in Bewegtbild, TV · Comment 

Erstaunlich: Bei Reinhold Beckmann gab es gestern Abend endlich mal wieder eine sachliche, erhellende Debatte. Das war vor allem Innenminister Thomas de Maizière zu verdanken, der nach seiner eigenen Terrorwarnung sehr besonnen den Feuerwehrmann spielte. Er machte eindrucksvoll deutlich, warum er die Warnungen nicht ignorieren kann, auch wenn sie vielleicht bloß von Spinnern kommen; warum er aber auch keinen Anlass zur Hysterie sieht. Auch Beckmann selbst machte diesmal eine gute Figur. Komplett peinlich waren allerdings die angeblichen Terrorexperten. Vor allem bei Peter Scholl-Latour muss man sich mehr und mehr fragen, warum der noch eingeladen wird. Denn außer Selbstinszenierung und Aussagen, die so dämlich waren, dass man sie höchstens noch mit Senilität entschuldigen könnte, hatte er nichts beizutragen.

Den vollständigen Artikel gibt es bei news.de.

Draufgeschaut: Die Wanderhure

November 22, 2010 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Marie (Alexandra Neldel) kämpft mit allen Mitteln für ihre Rache.

Marie (Alexandra Neldel) kämpft mit allen Mitteln für ihre Rache.

Film Die Wanderhure
Produktionsland Deutschland
Jahr 2010
Spielzeit 121 Minuten
Regie Hansjörg Thurn
Hauptdarsteller Alexandra Neldel, Alexander Beyer, Thomas Morris, Michael Brandner, Götz Otto, Bert Tischendorf
Bewertung ***

Worum geht’s?

Konstanz im Jahr 1415: Marie ist die Tochter eines Tuchmachers. Der träumt davon, seine Tochter an einen Adligen zu verheiraten. Doch als die Gelegenheit dazu gekommen scheint, werden beide Opfer eines üblen Schwindels. Marie wird aus der Stadt verbannt und von einer Gruppe von Prostituierten aufgenommen, die durchs Land ziehen und sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. Als Marie erkennt, wer sich da ihrer angenommen hat, ist sie zunächst schockiert. Doch dann erkennt sie: Als Hure kann sie genug Geld und Einfluss bekommen, um Rache zu nehmen.

Das sagt shitesite:

Die Verfilmung des Erfolgsromans von Iny Lorentz ist durchaus überzeugend. Zwar hat die Handlung einige Brüche und auch mit historischer Genauigkeit ist es in Die Wanderhure nicht unbedingt weit her. Dafür gibt es aber ein sehr prominent besetztes, schillerndes Ensemble. Und mit Alexandra Neldel eine Hauptdarstellerin, die Die Wanderhure mit viel Mut und Können spielt. Wie sich starke Frauen hier gegen Konventionen und Rechtlosigkeit durchsetzen, ist eindrucksvoll inszeniert – und sehr passable Abendunterhaltung.

Bestes Zitat:

“Mein Leben ist mir nichts wert. Es ist nichts ohne meine Ehre.”

Der Trailer zum Film:

Für Gomez reicht’s noch

November 21, 2010 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 

Eigentlich sollte dieses Spiel schon 1990 stattfinden: Die frischgebackenen Weltmeister um Lothar Matthäus gegen eine Allstar-Mannschaft des DDR-Verbands, der sich damals gerade dem DFB angeschlossen hatte. Doch wegen Sicherheitsbedenken wurde das Ganze verschoben. Gestern, zur Feier von 20 Jahren deutscher Fußballeinheit, ging es doch noch über die Bühne. Der Osten gewann im “Spiel der Legenden” mit 2:1. Es war ein launiger Kick und nach zähem Beginn doch noch ein ganz stimmungsvoller Abend vor gut 15.000 Fans in Leipzig. Ich habe mich an einer Einzelkritik versucht und festgestellt: Jürgen Klinsmann war in erster Linie albern, Ulf Kirsten will es noch immer wissen – und manch einer hatte bei diesem Spiel gar nichts zu suchen.

Den kompletten Artikel gibt es auf news.de.

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