Frau Ella


Film Frau Ella

Frau Ella Filmkritik Rezension

Ella (Ruth Maria Kubitschek) und Sascha (Matthias Schweighöfer) lernen sich im Krankenhaus kennen.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2013
Spielzeit 105 Minuten
Regie Markus Goller
Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer, Ruth Maria Kubitschek, August Diehl, Anna Bederke
Bewertung

Worum geht’s?

Sascha hat sein Medizinstudium abgebrochen und arbeitet nun als Taxifahrer in Berlin. Als seine On-Off-Freundin Lina ihm sagt, dass sie ein Kind von ihm erwartet, ist er geschockt, weil er nicht daran glaubt, dass sie zusammenbleiben werden. „Das Letzte, was die Welt braucht, ist noch ein Kind, das nicht weiß, wo es hingehört“, lautet seine Erfahrung, und Lina nimmt das zum Anlass, wieder einmal Schluss zu machen. Voller Wut baut Sascha einen Unfall und landet im Krankenhaus. Seine Zimmernachbarin dort ist die 87-jährige Ella, der eine Operation am Auge bevorsteht. Sascha erkennt: Die Operation ist nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich für die alte Dame, weil sie einen Herzfehler hat und somit die Vollnarkose wohl nicht verkraften wird. Kurzerhand entführt er sie aus der Klinik und quartiert sie in der WG ein, in der er mit seinem besten Freund Klaus wohnt. Dort bekommt Ella mit, wie schlimm es um die Beziehung von Sascha und Lina steht. Sie nimmt ihn und Klaus mit an einen Ort, an dem sie vor 70 Jahren viel über die Liebe gelernt hat – und zu einer Reise in ihre Vergangenheit.

Das sagt shitesite:

Bereicherung im Gesundheitssystem ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Patienten. Alltagsrassismus in den Nachkriegsjahren. Bevormundung alter Menschen. Das harte Los alleinerziehender Mütter. All das wird in Frau Ella kurz angerissen, all das sind (zumal für einen von Matthias Schweighöfer produzierten Film) vergleichsweise ernsthafte Themen. Und doch kann nichts in dieser Komödie die Wohlfühlatmosphäre trüben, die man aus Schweighöfer-Filmen kennt.

Vertraut sind auch die Klischees, mit denen gearbeitet wird. Die ältere Dame lebt natürlich hinter dem Mond, kann weder „digital“ aussprechen noch hat sie jemals in ihrem Leben ein Smartphone gesehen. Klaus ist ein ebenso unbeholfener wie unfreiweilliger Single, Sascha genau die Art von romantischem Filou, die Schweighögfer so gerne verkörpert. Entsprechend harmlos ud konventionell wird dieser Film, der aber immerhin ein paar rührende Momente und reichlich schöne Bilder zu bieten hat.

Erfreulicherweise bekommt Ruth Maria Kubitschek in der Titelrolle genug Raum, um Frau Ella so etwas wie Würde zu verpassen, auch allzu alberne Dialoge oder Peinlichkeiten im Stile von What A Man verkneift sich der Film. Was man diesem Mix aus romantischer Komödie und Roadmovie auch keinesfalls vorwerfen kann, ist Vorhersehbarkeit: Die Handlung, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Florian Beckerhoff, ist viel zu wirr und unglaubwürdig, damit der Zuschauer ahnen könnte, was als nächstes passiert.

Ein Medizinstudent, der das Gesundheitssystem verabscheut und deshalb lieber Taxi fährt? Ein junger Mann, der seine schwangere Freundin sitzen lässt, aber für eine wildfremde alte Frau zum Samariter und Entführer wird? Ein Kumpel, der ebenso sehr an Horoskope wie an Online-Dating glaubt? Eine Frau, die 70 Jahre lang einer alten Liebe nachtrauert, ohne je etwas dagegen zu unternehmen, und sich jetzt von zwei Kindsköpfen motivieren lässt, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen? Wenig davon ist plausibel, dazu kommen etliche logische Brüche in der Handlung. Hübsch ist das dennoch: Einen viel besseren Job als Drehbuchautor Dirk Ahner hat bei Frau Ella ganz eindeutig der Location Scout gemacht.

Bestes Zitat:

„Wenn man so alt ist wie ich, dann bereut man nicht die Fehler, die man gemacht hat. Sondern die Dinge, die man nicht gemacht hat.“

Der Trailer zum Film.

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