Draufgeschaut: Klassenfahrt


Ronny (Steven Sperling) hat sich in Isa (Sophie Kempe) verliebt.

Ronny (Steven Sperling) hat sich in Isa (Sophie Kempe) verliebt.

Film Klassenfahrt
Produktionsland Deutschland
Jahr 2002
Spielzeit 86 Minuten
Regie Henner Winckler
Hauptdarsteller Steven Sperling, Sophie Kempe, Maxi Warwel, Jakob Panzek, Bartek Blaszczyk, Fritz Roth
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Ronny ist der Außenseiter in seiner Klasse. Er wird nicht gemobbt, aber auch nicht gemocht – weil es ihm offensichtlich egal ist, ob er Anschluss findet oder nicht. Als seine Klasse aus Berlin für ein paar Tage an die polnische Ostseeküste fährt, ändert sich das: Ronny verliebt sich in Isa. Doch er traut sich nicht, offen mit ihr zu flirten – denn Isa wird auch von Marek, einem älteren Jungen aus dem Ort, angehimmelt.

Das sagt shitesite:

Klassenfahrt, das größtenteils mit Laiendarstellern besetzt ist, besticht vor allem mit seinem beinahe dokumentarischen Charakter. Es gibt keine bemühte Jugendsprache, eine fast gewage Langsamkeit und scheinbar keinerlei Dramatisierung. Trotzdem entsteht eine subtile Spannung.

Die erwächst zum einen aus der Eifersucht zwischen Ronny und Marek, die um Isa konkurrieren. Sie erwächst aber vor allem aus der Lebenssituation der Teenager und den besonderen Umständen der Klassenfahrt: Alle erwarten sich ein großes Abenteuer, aber einmal angekommen, herrscht oft die pure Langeweile – weil die Schüler, genau wie zuhause, eingesperrt sind, kaum mobil und unmündig. Diese Diskrepanz macht alle enorm impulsiv und empfindlich, oder sie hat fatale Mutproben zufolge wie die, die Klassenfahrt den letzten Drive verleiht.

Vor allem aber wird hier gekonnt eingefangen, was sich innerhalb der einzelnen Cliquen abspielt: schmachtende Blicke und tobende Hormone, das Prahlen mit Eroberungen oder den Erfindungen davon, der permanente Wettstreit mit ständig wechselnden Fronten als Normalzustand. So zeigt Klassenfahrt sehr geschickt und sensibel das widersprüchliche, zerrissene Lebensgefühl in diesem Alter: den Zwang, zu beeindrucken und den noch stärkeren Zwang, niemals beeindruckt zu sein.

Bestes Zitat:

“Und, was machst du nach der Schule? – Weiß nicht. Irgendwas Besonderes.”

Es gibt leider keinen Trailer zum Film.

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