Durchgelesen: Hauke Broust – „Wie die lieben Kollegen ticken“


Wer etwas über die Arbeitswelt erfahren will, sollte lieber in die Kantine gehen.

Autor Hauke Brost
Titel Wie die lieben Kollegen ticken
Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf
Erscheinungsjahr 2008
Bewertung **

Nach Männern, Frauen und Teenies erklärt Hauke Brost diesmal, was die lieben Kollegen ausmacht, wie man mit ihnen umgeht und was man von ihnen lernen kann. Dabei vergisst er allerdings nicht nur, dass die Kollegen in der Regel auch Männer, Frauen oder gar Teenies sind. Er liefert auch noch ein Machwerk ab, das kaum lustig, dafür aber höchst bedenklich ist.

Fragen wie „Warum kriegen immer die anderen mehr Geld?“ oder „Ist mein Kollege ein Agent vom Chef?“ sind zwar scheinbar nah im Alltag in deutschen Firmen. Brost geriert sich auch permanent als Anwalt derer, die er „die Guten“ nennt – also der fleißigen, stillen, freundlichen Arbeitnehmer. Doch mit diesen will der Autor in Wirklichkeit nichts zu tun haben. Stattdessen schreibt er ein kaum verhülltes Plädoyer für den Neoliberalismus und die Ellbogengesellschaft.

Was beinahe noch schlimmer wiegt: Die 1000 Interviews, die Brost angeblich bei der Recherche für dieses Buch geführt hat, wirken vor lauter Allgemeinplätzen wie ausgedacht.

Wer wirklich etwas über die Arbeitswelt erfahren will, für den ist jeder Besuch in der Kantine lehrreicher. Und lustiger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.