Durchgelesen: Quim Monzó – „Die Aktentasche“


 

Als Autor profitiert Quim Monzó von seiner Umtriebigkeit.

Autor Quim Monzó
Titel Die Aktentasche
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Erscheinungsjahr 1985
Bewertung ****

Quim Monzó ist ein wahrer Tausendsassa. Er schreibt, zeichnet, macht Radiosendungen und Grafiken. Gerade diese Umtriebigkeit scheint die Stärke des Katalanen zu sein. Denn er steht hier mitten im Leben, kennt all die Abgründe und Verführungen des Alltags in seiner ganzen Tragik.

Nicht selten geht es in diesen Geschichten um überraschende Perspektiven und gerne auch um verpasste Chancen, etwa in „Eisenbahn“ oder „Philolgie“. Ein andernmal wird es tiefer, etwa bei „Die Aktentasche“ oder „Barcelona“, Monzós Epizentrum. Oder einfach bloß komplett absurd wie in „Mundgeruch“ oder „Seien sie sich da nicht so sicher.“

Gelegentlich nimmt der Erzähler auch die Sicht eines Kindes („Fieber“, „Ländliche Literatur“) oder eines Bettes („Das Mobiliar als Menschenfreund“) ein. Ein Erzählband von seltener Güte – so bunt, komisch, kurzweilig und erotisch.

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