Wieso man saufen muss, um die WM zu retten


Heute Abend geht es los. Endlich rollt der Ball. Egal, wie genervt man zuletzt vom der WM-Dauerberieselung war: Bei jedem Fußballfan kommt spätestens jetzt das Kribbeln auf.

Doch kaum steht der ersehnte Anpfiff bevor, plagen den echten Schlachtenbummler schon die nächsten Sorgen. Denn natürlich möchte man die WM nicht bloß unbeteiligt mitverfolgen. Man will nicht eines Tages im Juli erfahren: Guatemala ist Weltmeister (Wer sich jetzt wundert: Die Lateinamerikaner mussten kurzfristig einspringen für Deutschland, das sich weigerte, seine Vorrundenspiele zu bestreiten, weil Pfeifen wie Costa Rica, Ecuador und Polen überhaupt nicht in die „akribische Vorbereitung auf dieses Großereignis“ passen und die „total positive Entwicklung unserer jungen Truppe“ stören und wir diesmal ja außerdem „auch die Großen schlagen wollen“). Nein, man will die WM erleben. Im besten Fall sogar: beeinflussen, etwas beitragen, Teil des Turniers werden.

Es gibt da ganz verschiedene Wege. Man kann es halten wie der Hamburger Sebastian Schweppe. Der war quer durch die Republik 5000 Kilometer zu Fuß unterwegs und besuchte dabei alle WM-Spielorte. Seine Botschaft: „Ich glaube dran.“ Keine Frage: Dieser Mann ist mit der WM verschmolzen, er hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan, seinen Beitrag geleistet. Er begnügt sich nicht mit Passivität, er schreitet zur Tat.

Wer es ihm gleich tun möchte, hat noch mehr Möglichkeiten. Natürlich kann man einfach ins Stadion gehen (wenn man denn ein Ticket bekommen hat) und seine Elf anfeuern. Man kann auch auf faulen Zauber zurückgreifen, wie es angeblich die Anhänger von Trinidad und Tobago versuchen, die Hühnerknochen und andere okkulte Gegenstände in der Nähe der Häuser von englischen Spielern vergraben haben sollen.

Oder man opfert sich auf, für all die Freunde, die bei uns zu Gast sind. Für die gibt es nämlich bald kein offizielles WM-Bier mehr. Denn es gibt (Trapattoni möge uns diese These verzeihen) zu wenig „Flasche leer“. Deshalb hat Bitburger nun alle Biertrinker zum schleunigen Verzehr aller Vorräte und zur sofortigen Rückgabe ihres Leerguts aufgerufen. Wir dachten zwar, dass Bitburger nur noch aus riesigen Gläsern getrunken wird, die am Brandenburger Tor von Oliver Bier(!)hoff bewacht werden, aber da lagen wir wohl falsch. Produktionsleiter Thomas Lauer klärt auf: Um die Bierversorgung während der WM sicherstellen zu können, brauche die Brauerei dringend leere Flaschen. Also: Tragen Sie etwas bei zum Gelingen der Weltmeisterschaft! Saufen Sie sich die WM schön, aber schnell! Heute Abend geht es los.

In der Bitburger-Werbung müssen sie auch schon aus Gläsern trinken:

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