It’s A Free World


Film It’s A Free World

Angie (Kierston Wareing) vermittelt Jobs an Einwanderer.

Angie (Kierston Wareing) vermittelt Jobs an Einwanderer.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 2007
Spielzeit 96 Minuten
Regie Ken Loach
Hauptdarsteller Kierston Wareing, Juliet Ellis, Leslaw Zurek, Joe Siffleet
Bewertung

Worum geht’s?

Angie heuert in Polen Arbeitskräfte im Auftrag ihrer englischen Personalvermittlungsfirma an. Sie ist gut in ihrem Job – doch dann wird sie gefeuert und steht als alleinerziehende Mutter vor dem Nichts. Gemeinsam mit ihrer Freundin Rose beschließt sie, sich selbstständig zu machen und selbst Arbeitskräfte anzuheuern. Sie setzt auf ihre Erfahrung, weiblichen Charme und die Verzweiflung der Arbeitslosen. Schon bald ist sie hoffnungslos verstrickt in einem unbarmherzigen System.

Das sagt shitesite:

Fast dokumentarisch beginnt It’s A Free World: Angie sitzt in einem provisorischen Büro, vor ihr stehen polnische Arbeitslose Schlange und können es kaum erwarten, für die Aussicht auf irgendeinen Job in England ihre Ausbildung, ihre Erfahrung und ihr Leben wegzuwerfen. Manch ein Akademiker oder Facharbeiter schiebt noch ein Schmiergeld über den Tresen, um künftig als Hilfskraft arbeiten zu dürfen. Eindrucksvoller könnten das Geschäft der Personalvermittler, die Hoffnung der Einwanderer und die Abgeklärtheit von Angie kaum illustriert werden, und dieses Prinzip greift in diesem Film immer wieder: Es wird zurückhaltend erzählt, mit Respekt und Mitgefühl für die Beteiligten, aber mit scharfem Blick auf all die Abgründe des Geschäfts mit der Leiharbeit.

Wenn Angie mit einem Auftraggeber aneinander gerät, mit ihrem Vater über die Löhne ihrer Leiharbeiter streitet oder sich mit ihrer Partnerin Rose in die Haare kriegt, weil die nicht noch schneller und mit noch skrupelloseren Methoden wachsen will, dann wird sie zum Knotenpunkt all der Entwicklungen, die da aufeinander treffen: Sie glaubt, Gutes zu tun, und sie steht doch auf der Seite der Ausbeuter. Sie verschafft Menschen ein Auskommen, und weiß doch, dass für Fairness in diesem Business kein Platz ist. Sie bemüht sich, im Umgang mit ihren Arbeitern so etwas wie Menschlichkeit zu bewahren, und merkt nicht einmal, dass sie sie schon nach ein paar Tagen selbst bloß noch als Ware betrachtet.

Die Stärke von It’s A Free World ist es, dass der Film dabei keinen anderen Schuldigen benennt als das System selbst. Die Wut der illegalen Einwanderer, die nicht bezahlt werden, wird ebenso nachvollziehbar wie Angies Versuch, sich ohne Rücksicht auf Verluste nach oben zu kämpfen oder der Druck ihrer Auftraggeber, die Löhne noch ein bisschen mehr zu drücken. Alle spielen mit und trösten sich, so ist der Titel des Films gemeint, mit der Einbildung, sie könnten auch aussteigen aus diesem Spiel, wenn es ihnen nicht mehr passt. In Wirklichkeit sind sie alle ohnmächtig gefangen im Hamsterrad der globalisierten Arbeitswelt.

Jeder wird mies behandelt, jeder wird verarscht, und es gibt immer noch jemanden weiter oben, der das wirklich große Geld macht – das ist die trostlose Botschaft von It’s A Free World.

Bestes Zitat:

“Wir geben den Menschen eine Chance.”

Der Trailer zum Film:

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