Draufgeschaut: Meeresfrüchte


Béatrix (Valeria Bruni Tedeschi) und Marc (Gilbert Melki) werden mit der Sexualität ihrer Kinder konfrontiert - und mit ihrer eigenen.

Béatrix (Valeria Bruni Tedeschi) und Marc (Gilbert Melki) werden mit der Sexualität ihrer Kinder konfrontiert - und mit ihrer eigenen.

Film Meeresfrüchte
Originaltitel Crustacés et coquillages
Produktionsland Frankreich
Jahr 2004
Spielzeit 90 Minuten
Regie Olivier Ducastel, Jacques Martineau
Hauptdarsteller Valeria Bruni Tedeschi, Gilbert Melki, Jean-Marc Barr, Jacques Bonnaffé, Édouard Collin, Romain Torresm, Sabrina Seyvecou
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Im Urlaub am Mittelmeer dreht sich für eine vierköpfige Familie aus Paris plötzlich alles um Sex: Charly, der Sohn der Familie, bekommt Besuch von seinem Freund Martin – und die Eltern glauben, die beiden seien ein schwules Pärchen. Laura, die Tochter des Hauses, setzt sich mit einem Motorrad-Rocker nach Portugal ab – und macht keinen Hehl daraus, dass sie „nicht zum Baden“ dorthin fährt. Marc, der Vater der beiden, hat schwer daran zu knabbern, dass seine Kinder plötzlich halbwegs erwachsen wirken. Seine Frau Béatrix ist derweil vollends damit beschäftigt, den Besuch ihres Liebhabers vor der Familie zu verbergen.

Das sagt shitesite:

Mit sehr schönen Bildern versucht Meeresfrüchte, die Konventionen und das Selbstverständnis seiner Figuren zu hinterfragen. Dabei sind die guten Darsteller und die schonungslosen Dialoge hilfreich, auch ein gutes Maß an Nacktheit ist bei dieser Thematik nur konsequent. Insgesamt bleibt der Film aber ein wenig plump: Die Eltern geben nur vor, tolerant und liberal zu sein, sind aber ebenso schnell borniert, verletzt und eifersüchtig wie alle anderen, sogar wie unreife Teenager – diese Botschaft ist in Meeresfrüchte sehr schnell klar und wird dann nicht mehr weiterentwickelt.

Dabei ist der Film durchweg überdreht. Es gibt Gesangseinlagen und jede Menge lächerlicher Figuren wie den zunächst verkrampften, dann beinahe panischen Vater, der um die sexuelle Orientierung seines Sohnes bangt, oder den penetranten Liebhaber. Dieses Element konsequenter herauszustellen – das hätte aus Meeresfrüchte einen wirklich guten Film machen können.

Bestes Zitat:

„Genau das ist das Problem. Du hast immer auf alles eine Antwort. Aber du stellst nie die richtigen Fragen.“

Der Trailer zum Film:

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