Hingehört: Bloodhound Gang – „Hefty Fine“ 1


Für die niederen Instinkte in uns: „Hefty Fine“.

Künstler Bloodhound Gang
Album Hefty Fine
Label Geffen
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung **

Man muss sich nicht unbedingt auf Jürgen Drews berufen, um zu wissen: In jedem von uns schlummert noch irgendwo ein Pennäler. Das ist auch gar nicht weiter schlimm. Und es ist die Geschäftsbasis der Bloodhound Gang. „Ihre Musik ist idiotisch, sie spricht die niedersten Instinkte Heranwachsender an“, behauptet der Pressetext zur neuen Platte Hefty Fine ganz richtig. Und so liefern die Mannen um Mastermind Jimmy Pop auch hier wieder Pointen mit der Panzerfaust.

Balls Out ist zum Auftakt schwer verdaulich und ungefähr so einfallslos und altmodisch wie Clawfinger. Doch dann wird schnell deutlich, dass die Bloodhound Gang schon längst nicht mehr versehentlich schlecht ist. Sie ist absichtlich schlecht. Etwa dann, wenn eine bloß halb amüsante Idee für einen ganzen Song reichen muss (No Hard Feelings, Farting With A Walkman On) oder wenn für die Single Uhn Tiss Uhn Tiss Uhn Tiss wieder der patentierte Beat vom 1999er Hit The Bad Touch bemüht wird.

„Ein bisschen Spaß muss sein!“, wendet da jemand ein (wieder nicht Jürgen Drews, ich weiß), und manchmal kann man den mit der Bloodhound Gang auch tatsächlich haben, selbst als Nicht-Pennäler. Das passiert dann, wenn der Witz genau kalkuliert ist und in schmissige Stücke wie Foxtrott Uniform Charlie Kilo oder Pennsylvania verpackt wird. Und vor allem, wenn der fiese Fünfer den Schmonzes von Bands wie Him aufs Korn nimmt (Something Diabolical).

Kurz hält man Jimmy Pop dann für einen, der sich ähnlich wie Eminem in seiner Rolle als Protagonist des White Trash suhlt, oder gar heimlich den Part des gekonnten Parodisten genießt. Ist aber Quatsch. Er ist bloß ein Pennäler. Er hat Hintern im Sinn statt Hintersinn. Exkremente statt Exegese, Perversionen statt Persiflage.

Keine Spur von Geschmack: Der Clip zu Foxtrott Uniform Charlie Kilo:

Die Bloodhound Gang bei MySpace.


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