Hingehört: Destiny’s Child – „Destiny’s Child“ 1


 

Destiny’s Child sind klasse, wenn sie gut sind. Aber leider nicht auf Albumlänge.

Künstler Destiny´s Child
Album Destiny´s Child
Label Columbia
Erscheinungsjahr 1998
Bewertung **1/2

Natürlich ist black music ein dummer und rassistischer Ausdruck. Aber nehmen wir die Bezeichnung ausnahmsweise doch einmal her, und zwar als Überbegriff für HipHop und das, was man heutzutage Soul und R´n B nennt. Dann könnte man sagen: Es ist schon eine Crux mit black music auf Albumlänge.

Denn wie kaum ein anderes Genre ist es Studiomusik, Radiomusik, Videomusik, Singlemusik. Doch auf den Lonplayern finden sich meist nur zwei, drei Hits und ein Dutzend Füller, um auf die vom Käufer erwartete Spieldauer zu kommen. Killing Time heißt dann auch eines der Füllstücke auf dieser Platte, dem Debütalbum von Destiny’s Child.

Reichlich Profis waren hier am Werk, alles klingt poliert und perfekt. Doch auch Profis haben nicht immer nur geniale Ideen und müssen ihr mittelmäßiges Material schließlich auch irgendwo unterbringen. Dann können sie natürlich froh sein, wenn sie an vier Schönheiten wie Destiny´s Child geraten, die mit ihren betörenden Stimmen noch so maches Stück retten und zur Not ihre Reize im teuren Clip ausspielen können.

Kaum eine der unzähligen anderen schwarzen Girlbands in kurzen Röcken und engen Tops kann tatsächlich so sexy singen wie diese vier jungen Damen. Oder soll es smooth sein, vulgär, sophisticated gar? Kein Problem, haben sie alles drauf.

Im besten Fall kommt beides zusammen: klasse Stimmen und ein guter Song. Etwa im überragenden No, No, No mit dem anscheinend unfehlbaren Wyclef Jean. Auf die Gewinnerseite schafft es auch das angejazzte Bridges. Show Me The Way ist zwar wenig originell, nach dem in jeder Hinsicht überzogenen With Me aber wenigstens erfrischend straight. Der zweite Hit (schon wieder mit Wyclef) ist Illusion. In Sachen gekonnte Remakes war der Fugees-Rastamann ja schon immer einer der Marktführer.

Sail On kupfert zwar recht schamlos bei Just Like Jesse James von Cher ab, ist aber dennoch verdammt verführerisch. My Time Has Come schließlich hätte sicher auch Mariah Carey nicht abgelehnt. Die braucht ja auch noch ein paar Füller und ein paar Hits. Es ist schon eine Crux.

Eine Fernseh-Live-Performance von No No No mit der wohl schrägsten Ansage, die Destiny’s Child je hatten:

Destiny’s Child bei MySpace.


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