Interview mit Renate Künast


"Wir waren immer authentisch", sagt Renate Künast über ihre Partei. Foto: Grüne

"Wir waren immer authentisch", sagt Renate Künast über ihre Partei. Foto: Grüne

Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast (50) wurde bei der Bundesdelegiertenversammlung in Köln erneut in den Parteirat der Grünen gewählt. Im Gespräch zieht sie eine Bilanz des Parteitags und blickt voraus.

Frage: Die Grünen präsentieren sich auf diesem Parteitag als das ökologische Original. Wie grün sind denn Ihrer Ansicht nach inzwischen die Kopien?

Künast: Gar nicht grün. Das ist schlicht Etikettenschwindel, da wird getrickst. Trotzdem zeigt die Debatte, dass die Zukunftsfragen, die wir schon früh gestellt haben, inzwischen auch von anderen als wichtig erkannt werden.

Frage: Wenn andere Parteien grüner werden: Ist das für Ihre Partei eher ein Erfolg oder eher eine Bedrohung?

Künast: Für uns ist das ein gewollter Erfolg, wenn vieles, für das wir früher als „irre“ belächelt wurden, heute quer durch die Gesellschaft als bedeutend angesehen wird. Es ist für uns aber auch eine Herausforderung, uns dem Thema weiter zu stellen.

Frage: Ist es in der Opposition einfacher, mit grünen Zielen authentische Politik zu machen?

Künast: Ich behaupte: Wir waren immer authentisch. Aber die grüne Vision muss man in der Regierung eben mit anderen Werkzeugen umsetzen als in der Opposition. In der Regierung muss man hart für jeden Schritt arbeiten. Und da waren wir brillant. Es ist ja kein Wunder, dass die SPD immer, wenn sie Rot-Grün lobt, ständig von grünen Themen wie Ökologie und Atomausstieg spricht.

Frage: Kann der Einsatz für ein Tempolimit und Verbrauchshöchstgrenzen für die Grünen einen ähnlich katastrophalen Effekt haben wie die Forderung, der Liter Benzin müsse fünf Mark kosten?

Künast: Nein. Denn heute ist allgemein anerkannt, dass der Klimaschutz ein riesiges Problem ist. Und auch wir gehen anders ran: Unsere Strategien bieten auch Anreize für die Verbraucher und Chancen für die Wirtschaft.

Homepage von Renate Künast.

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