Shit Robot – „We Got A Love“


Künstler Shit Robot

Shit Robot We Got A Love Review Kritik

Ein Teil von „We Got A Love“ wurde in Deutschland aufgenommen.

Album We Got A Love
Label DFA
Erscheinungsjahr 2014
Bewertung

Für jemanden, der sein erstes Album im Jahr 2010 noch From The Cradle To The Rave genannt hat, wählt Marcus Lambkin alias Shit Robot einen erstaunlich pragmatischen Ansatz für den Nachfolger. Der Titel des Debüts klingt nach Manifest, nach Konzeptalbum, nach lebenslager Identifikation. Dafür eine Forsetzung zu finden, sei ihm aber nicht allzu schwer gefallen, sagt der Dubliner zum Erscheinen von We Got A Love: „Das erste Album war sicherlich ungewöhnlich, weil es damals viele glückliche Zufälle gab und eine Menge damit zu tun hatte, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Deshalb habe ich gar nicht erst versucht, das zu wiederholen. Ich habe meinem Gehirn stattdessen eingeredet, dass ich mit der Platte einfach loslegen kann, ohne den Gedanken an einen Vorgänger.“

Wie gut diese Taktik aufgeht, zeigen die in Deutschland und New York aufgenommenen neun Stücke sehr schnell. Dingbat (mit seinen DFA-Labelkollegen Museum Of Love) vereint einen meisterhaften Beat und verhuschten Gesang, zwischendurch darf es auch etwas Irrsinn geben. Wenn die Bee Gees zeitgemäß klingen wollten, käme vielleicht etwas heraus wie die Single Feels Real, für die Luke Jenner den Gesang beisteuert. The Secret, eines von zwei Stücken mit Reggie Watts als Gast, wirkt wie ein Crashkurs in Bassmusik, die Bandbreite reicht von Kraftwerk bis Disco.

„Die Gäste auf diesem Album sind größtenteils Leute, die ich schon lange bewundere und von denen ich dachte, dass eine Kollaboration eine gute Idee wäre. Eines der größten Vergnügen beim Produzieren der Platte war die Möglichkeit, mit Lidell Townsell zu arbeiten. Er ist ein großartiger, sehr positiver Typ, und ich bin seit ewigen Zeiten ein Fan von ihm. Normalerweise singt er nicht auf den Platten anderer Künstler, für mich war das also eine besondere Ehre“, sagt Lambkin. Townsell klingt auf Do It (Right) wie ein besonders durchtriebener (und tanzfreudiger) Hautarzt, wenn er singt: „I wanna know if you know how to check your body.“

Warum sich Lambkin über den zweiten Longplayer als Shit Robot zu Recht keine größeren Sorgen hat machen müssen, zeigen vor allem zwei Tracks auf We Got A Love sehr deutlich, nämlich das sehr kurzweilige Instrumental Space Race und der Titelsong, der zugleich den zweiten Gastauftritt von Reggie Watts bietet („Dieser Typ ist ein Magier“, sagt Marcus Lambkin). Beide Songs klingen prototypisch und trotzdem innovativ, sie illustrieren damit: Hier ist einfach ein großes Talent am Werk, das ein intuitives Verständnis von tanzbarer, trotzdem tiefgründiger elektronischer Musik ermöglicht.

Das vespielte Do That Dance (feat. Nancy Whang) würde mit seiner Kombination aus etwas Karibik und frechem Sprechgesang auch gut zu Friends passen. Feels Like, dem die australische Sängerin Holly Backler ihre Stimme leiht, könnte man recht problemlos in einer 90er-Party einschmuggeln. Zum Abschluss von We Got A Love scheint die Synthiemelodie in Tempest den Rest des Songs zur Revolution anstacheln zu wollen, der verbleibt aber doch in gut etablierten Bahnen – weil sie einfach gut funktionieren.

Die Pfeife eines Fußballschiedsrichters hat eine Nebenrolle im Video zu Do That Dance.

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