Hingehört: Robbie Williams – “Take The Crown”

November 9, 2012 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Neuer Ehrgeiz, neue Partner: Das soll Robbie den Weg auf den Pop-Thron ebnen.

Neuer Ehrgeiz, neue Partner: Das soll Robbie den Weg auf den Pop-Thron ebnen.

Künstler Robbie Williams
Album Take The Crown
Label Universal
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung **1/2

In all den Verschwörungstheorien rund um den Tod von Michael Jackson tauchte der Name „Robbie Williams“ nirgends auf. Das ist spätestens jetzt erstaunlich. Denn der mittlerweile 38-Jährige ist so heiß darauf, den vakanten Thron des King Of Pop zu besetzen, dass er dafür vielleicht sogar über Leichen gehen würde. Take The Crown heißt sein neues Album. „Und ich hoffe, dass ein paar Leute richtig angepisst sind, wenn sie den Titel hören“, schickt Robbie frech hinterher.

Die Voraussetzungen für den geplanten Siegeszug stimmen. Robbie Williams kann nach wie vor zehren vom Status als „letzter männlicher Superstar“, wie ihn Spiegel Online mit Blick auf die aktuelle Alleinherrschaft der „Gagas und Rihannas und all der wahnsinnig schönen und tollen Singer/Songwriterinnen, Elektro-Musen und Band-Frontfrauen“ gerade genannt hat.

Der 17-fache Brit-Award-Gewinner ist fit wie nie, schließlich pflegt Robbie Williams neuerdings den gesunden Lebenswandel eines Nichtrauchers, Alkoholabstinenten, Sportfreaks, Ehemanns und frischgebackenen Papas. Der Druck durch den Mega-Vertrag mit der alten Plattenfirma Emi, für die er 70 Millionen Tonträger verkauft hat, ist nach dem Wechsel zu Universal weg.

Und dann ist da ja noch der kreative Rückenwind durch die immens erfolgreiche Rückkehr zu Take That. Die Tour mit den alten Bandkollegen „war in jeder Hinsicht ein massiver Erfolg: bei den Kritikern, finanziell und kommerziell, der Spirit stimmte, alles war der Hammer“, schwärmt Robbie Williams. „Es war genau das, was ich gebraucht hatte für einen Neustart und um den Spaß an der Sache wiederzuentdecken. Nachdem ich die ganze Reunion-Phase mit Take That erlebt hatte, wollte ich mich auch als Solokünstler unbedingt mit einem massiven Album zurückmelden.“

Bei diesem Ziel setzt Robbie Williams vor allem auf die Unterstützung von zwei jungen Australiern, die er über seinen Schwager kennen lernte. Gemeinsam mit Tim Metcalfe und Flynn Francis („Die beiden haben wirklich eine Überdosis Pop im Blut. Ein echter Glücksgriff war das!“) erlebte Robbie Williams so etwas wie einen kreativen Rausch. „Ich glaube, wir hatten nach nur 10 Tagen 14 Songs im Kasten. Der Wahnsinn war das. Das war mir davor erst ein einziges Mal passiert, und zwar beim ersten Album mit Guy Chambers.“

Weitere Mitstreiter sind unter anderem Troy Van Leeuwen (Queens Of The Stone Age), Blake Mills (Band Of Horses) und Owen Pallett, der unter anderem schon für Arcade Fire oder die Pet Shop Boys Streicherarrangements beigesteuert hat. Und natürlich Produzent Jacknife Lee (U2, REM, Snow Patrol), in dessen Studio in Los Angeles Take The Crown aufgenommen wurde.

„Die ganze Ästhetik war schon da, und die Absicht, wie das alles klingen sollte, war schon deutlich zu erkennen; das erleichtert mir die Arbeit natürlich, schließlich muss ich das Ganze dann nur noch fertigschleifen und ans Licht holen“, erklärt der Produzent seine Aufgabe. „Die Songs waren ganz klar mit dem Ziel gestrickt, groß und massiv zu klingen. Das alles hatte wahnsinnig viel Energie.“

Auch Robbie betont die Power, mit der er den Weg zurück in den Pop-Olymp angehen will. „Das Album trägt den Titel Take The Crown, weil ich kämpfen will“, betont Robbie Williams. „Ich will es mit jedem aufnehmen, der sich mir in den Weg stellt und mir den Platz auf dem Thron der Popwelt streitig machen will. Mit diesem Album will ich die Krone zurückerobern, die ich einst hatte – oder vielleicht habe ich sie auch immer noch. Und ich will den Leuten damit zeigen, dass ich diesen Job liebe und dafür auch bereit bin zu kämpfen.“ Nach den eher wirren Vorgängern Rudebox und Video Killed The Radio Star hat er etwas gutzumachen, meint Robbie – und viele Fans sehen das ähnlich. Also: Auf in die Schlacht!

Be A Boy: Eine Kampfansage steht auch am Beginn von Take The Crown: “They say it was leaving me / the magic was leaving me / I don’t think so”, singt Robbie Williams in diesem Lied irgendwo zwischen Ibiza (die Grundstimmung und der Schluss), Coldplay (das “hohohoho” im Refrain), The Naked & Famous (die aufpolierte Achtziger-Atmosphäre) und einem irritierenden Saxofonsolo. Im Interview mit der Zeit hat er erklärt, wen er damit meint. „’Die’, das sind Journalisten und all jene, die mal meine YouTube-Clips kommentiert haben. Also alle, die mich gern immer wieder abschreiben und darauf lauern, dass ich einen Fehler mache.“ Das Lied ist ein Mutmacher, in jeder Hinsicht.

Gospel: Auch der zweite Song dient der Selbstvergewisserung. Robbie Williams erinnert sich daran, wie er sich als Teenager sein eigenes Erwachsenenleben vorgestellt hat und stellt fest, dass es ihm ziemlich gut geht. „Ich richte mich dabei an mein Publikum, das mir nun schon über 20 Jahre treu geblieben ist, und ich sage: ‘Ich will das hier immer noch! Ich will immer noch dieses wunderschöne Bild erfüllen, das mir mit 14, 15 oder 16 vorgeschwebt hat, von dem ich wollte, dass es wahr wird. Ich muss es sein, und ich will es immer noch sein, und ich will immer noch, dass ihr mit mir diesen Weg geht.’“ Die Strophe hat eine ungewöhnliche Melodieführung und gewagte Taktwechsel, der Refrain ist dafür umso plakativer. Gute Lieder wie dieses haben die Süddeutsche Zeitung wohl zum treffenden Urteil gebracht: „Niemand wird mit diesem achten Album [es ist das neunte] Robbie Williams für sich entdecken. Für alle, die ansatzweise Fans waren, ist es aber das lang ersehnte Galadinner.“

Candy: „Ein richtiger Sommer-Track ist das“, jubiliert Robbie Williams über seine aktuelle Single, die von einem ebenso selbstverliebten wie rücksichtslosen Mädchen handelt, und die er gemeinsam mit Take-That-Kollege Gary Barlow komponiert hat. Ausgelassen, ungestüm und unwiderstehlich kommt das beste Lied dieses Albums daher – für so einen Song würde Justin Bieber wohl eine Menge Vaterschaftsklagen in Kauf nehmen. Die Entstehungsgeschichte war laut Robbie Williams übrigens ebenso einfach wie mysteriös: „Es gibt Songs, an denen man eine halbe Ewigkeit sitzt, und andere, die fliegen einem förmlich von den Lippen: vollkommen fertig und ohne dass man auch nur einen zweiten Gedanken daran verschwenden müsste. Und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, warum gerade dieser Song von meinen Lippen geflogen beziehungsweise von meinen Hirnwindungen hervorgebracht wurde – aber so war’s nun mal.“

Different: Die erste Ballade auf Take The Crown handelt vom Versprechen, ein besserer Mensch geworden zu sein – einer, der seine Fehler erkannt hat und nun eine echte Beziehung führen kann. „This time I’m different, I promise you“, beteuert Robbie Williams; die Liebe und die Liebste sollen dabei seine Retterinnen sein. Das ist textlich ganz reizvoll, zumal sich Robbie Williams beispielsweise schon mit Better Man sehr gekonnt in dieser Pose gezeigt hat. Musikalisch ist das Lied, an dem ebenfalls Gary Barlow mitgeschrieben hat, etwas plump, aber halbwegs wirkungsvoll.

Shit On The Radio: Nach dem verheißungsvollen Beginn, in dem Robbie den Rocker gibt, verliert sich Shit On The Radio („Ich meine das positiv! Im Sinne von: Ich bin der heiße Scheiß, der im Radio läuft“, beteuert Robbie) leider in seiner eigenen Soundverliebtheit und wird letztlich langweilig. Der Refrain ist so albern übersteigert wie die Lieder von The Darkness oder We Built This City von Starship. Lieder wie dieses führten die Kritiker von Spiegel Online wohl zur „erschreckenden Erkenntnis: Der Mann hat einfach keinen guten Musikgeschmack!“

All That I Want: Auch dieses Lied überzeugt nicht. All That I Want ist Elektropop, der den düsteren Bass von New Order mit der Theatralik von David Bowie vereint und wohl sexy klingen will. „Das ist Fifty Shades Of Grey, Reader’s Digest, Lady Chatterley – das alles kombiniert“, umschreibt Robbie Williams die Thematik. Aber das Ergebnis klingt eher nach Viagra als nach Erotik.

Hunting For You: Mit diesem Song ist der Durchhänger beendet. Das Lied hat eine spannende Gitarre, viel Leidenschaft, und einen faszinierenden Text: Robbie Williams blickt zurück, fast ein bisschen amüsiert von seinen eigenen Irrwegen. Jetzt ist er erwachsen und schlauer: Er hat ein Ziel – zwar noch nicht erreicht, aber immerhin schon einmal anvisiert. „Eine erste CD-Hälfte, die nach Kindskopf klingt und allzu junggeblieben daherkommt – und eine zweite, die in der Tat reifer scheint und auch überraschen kann“, hat Stern.de auf Take The Crown erkannt – Hunting For You ist dabei der Wendepunkt.

Into The Silence: Auch hier dominieren die Gitarre und die Romantik. Dazu hat Into The Silence einen guten Refrain und einen Hang zur ganz großen Geste, wie man das von den Killers oder U2 kennt. Kein Wunder: Take The Crown-Produzent Jacknife Lee hat schon wiederholt mit U2 zusammengearbeitet. „Ich würde sagen, wenn Rob einen Song so richtig gut trifft, wenn plötzlich alles stimmt, dann schwingt bei ihm immer auch diese gewisse Verletzlichkeit mit“, meint er. „Ich meine damit also ein Sowohl-als-auch: da ist die Verletzlichkeit, die unter der Prahlerei und den großen Gesten durchschimmert. Diese Mischung macht seinen Sound erst so unwiderstehlich.“

Hey Wow Yeah Yeah: Dieser Track ist eine der großen Überraschungen des Albums: Die Stimme ist verzerrt und versucht sich machmal an Sprechgesang, die Gitarre ist krachig, der Sound ist aggressiv und kaputt. Hey Wow Yeah Yeah (mitgeschrieben von Boots Ottestad, der Robbie 2003 schon den Hit Come Undone auf den Leib geschneidert hatte) legt den Verdacht nahe, dass die Mitte zwischen den Ting Tings und The Prodigy ein ziemlich spannender Ort sein könnte – oder dass Robbie sich irgendwann einmal in ein Konzert von Bonaparte geschlichen hat.

Not Like The Others: Als einen „Coldplay-Klon“ tut Spiegel Online dieses Lied kurzerhand ab, das spontan und kraftvoll wie einst Win Some Lose Some klingt. Der Song hat einen festen Willen zum Optimismus, viel Tempo und Frische. In der Textzeile „You and me are not like the others“ steckt ein bisschen die Wut des Außenseiters, vor allem aber die trotzige Kraft des Wissens darum, dass man immerhin schon mal zu zweit ist gegen den Rest der Welt. All das würde in der Tat auch zu Coldplay passen – bloß nicht die Tatsache, dass es hier angeblich um die einmalige Anziehungskraft einer Frau geht, die niemals Orgasmen vortäuscht.

Losers: „Ich hab mich sofort in dieses Stück verliebt und wusste da schon, dass ich unbedingt meine eigene Version davon aufnehmen musste“, sagt Robbie Williams über Losers, das im Original von der aus Los Angeles stammenden Geschwister-Band Belle Brigade stammt (deren Sängerin Barbara Gruska ist auf Take The Crown übrigens wiederholt im Background zu hören). Die Botschaft lautet, dass man sich nicht immer in den Kampf stürzen muss, sondern manchmal ruhig auch aufgeben darf und sich danach entspannen. Im toll gesungenen Duett mit der Folksängerin Lissie wird daraus nicht gleich Country, aber in jedem Fall der amerikanischste Moment dieser Platte.

Reverse: Das Lied enthält einen von mehreren Momenten, in denen Robbie Williams absichtlich mit heiserer Stimme singt und seinem Gesang damit nach mehr als 20 Jahren im Popgeschäft tatsächlich noch eine neue Spielart entlockt. Die Strophe ist sehr hübsch, aber der Refrain leider eher solide als herausragend. „Jeder Song versucht, ein energetischer, massiver Killer zu sein. Aber so richtig zünden will keiner, auch nach mehrmaligem Hören kann man sich beim besten Willen an kaum eine gute Hookline oder packende Melodie erinnern“, hat Welt Online über Take The Crown geschrieben – Lieder wie Reverse könnten da die Ursache gewesen sein.

Eight Letters: Schon auf Progress, dem letzten Album von Take That, war dieses Lied enthalten. In der Soloversion sind Beat und Keyboard weg, dafür treten die Stimme und das Klavier deutlich prominenter hervor. Eight Letters ist wunderhübsch, rührend und – wie schon auf Progress – ein wunderbarer Schlusspunkt.

Fazit: „Mein oberstes Anliegen ist es, das zu kreieren, was ich und hoffentlich auch der Rest der Welt als Hits bezeichnen würden“, umschreibt Robbie Williams seine Zielsetzung für Take The Crown. Das gelingt nicht. Mit viel Wohlwollen kann man vier Kracher auf diesem Album ausmachen. Auch der Stil ist durchwachsen: Manches, vor allem zu Beginn der Platte, ist sehr modern und will offensichtlich unbedingt voll und ganz 2012 sein, anderes klingt beinahe altmodisch. Musikalisch ist Take The Crown keine Enttäuschung, aber auch keine Offenbarung.

Wichtiger als die Musik ist die Botschaft: Robbie Williams will nicht mehr Avantgarde sein, Quertreiber oder Klassiker, sondern Pop. Die Phase, in der er irgendwo zwischen HipHop und Electro sein Selbst gesucht hat, ist endgültig vorbei. Stattdessen genießt der 38-Jährige wieder den Ruhm und will seinen Teil dazu beitragen, ihn am Leben zu erhalten. Ein paar der Lieder auf Take The Crown sind stark genug, um dieses Ziel zu erreichen. Und spätestens, wenn er mit dem Album auch auf Tour gehen sollte, wird der personifizierte Jojo-Effekt der Musikbranche wieder unanfechtbar sein. Denn zum Pop gehören schließlich nicht nur Hits und Stimme, sondern auch Charme, Inszenierung und das Spiel mit dem eigenen Image, das nach wie vor niemand so meisterhaft beherrscht wie Robbie Williams. Der König des Pop wird er vielleicht nie mehr. Aber er bleibt ein sehr unterhaltsamer Hofnarr.

Ein Hofnarr in schusssicherer Weste (oder so): Robbie singt Candy bei Wetten Dass:

Homepage von Robbie Williams.

Draufgeschaut: Die Tiefseetaucher

April 25, 2012 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Steve Zissou (Bill Murray) kämpft um seinen Ruf als Ozeanologe.

Steve Zissou (Bill Murray) kämpft um seinen Ruf als Ozeanologe.

Film Valentinstag
Originaltitel The Life Aquatic with Steve Zissou
Produktionsland USA
Jahr 2004
Spielzeit 119 Minuten
Regie Wes Anderson
Hauptdarsteller Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett, Anjelica Huston, Willem Dafoe, Jeff Goldblum
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Steve Zissou will Rache nehmen. Ein Jaguar-Hai hat den besten Freund des Dokumentarfilmers gefressen, und nun will er auf ihn Jagd und das Ganze zum Inhalt seines neuen Films machen. Doch der einst gefeierte Abenteurer ist nicht mehr gefragt, niemand will die Dreharbeiten finanzieren. Da kommt es wie gelegen, dass sich Ned meldet, der glaubt, ein verlorener Sohn des einstigen Frauenhelden zu sein. Er hat gerade geerbt und will in den Film investieren. Die Reise kann losgehen – und neben der Suche nach dem Jaguar-Hai muss Steve Zissou auch seine neue Rolle als Vater und die Eifersüchteleien in seiner Crew meistern.

Das sagt shitesite:

Nichts funktioniert in Die Tiefseetaucher: Das Timing ist falsch, die Schnitte sind unsensibel, jeder mögliche Konflikt wird auf die platteste denkbare Weise in die Handlung gestopft und nicht zuletzt wagt sich der Film auch noch an eine Moby Dick-Reminiszenz.

Trotzdem funktioniert diese Komödie. Das liegt zu einem kleinen Teil an Bill Murray, dessen Nonchalance hier einen Resonanzraum so groß wie der Ozean bekommt. Es liegt aber vielmehr an der sehr gelungenen, konsequenten Ästhetik, die ganz neue Tierarten erfindet, mit trashigen Elementen aus Naturdokumentationen spielt und mühelos noch eine portugiesische Version von David Bowie als Running Gag integrieren kann.

Vor allem aber glänzt diese schräge Komödie als Dekonstruktion des männlichen Mythos. Vom Helden à la Jacques Cousteau ist nichts mehr übrig geblieben. Steve Zissou versagt an allen denkbaren Fronten: Er ist pleite, er ist ein unfähiger Vater, seine Frau betrügt ihn und selbst auf die Kameradschaft seiner langgedienten Crew kann er nicht mehr zählen. All das ist so offensichtlich, dass die grandios überzeichneten Action-Szenen von Die Tiefseetaucher, in denen der Kapitän zum Retter und Befreier werden will, gar nicht mehr nötig wären, um zu zeigen: Diesem modernen Mann bleibt nichts mehr als Fatalismus.

Bestes Zitat:

“Ich bestell’ dir eine rote Mütze und eine Badehose.”

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Roxette – “Travelling”

März 29, 2012 · Posted in CD-Regal, Musik · 1 Comment 
So entspannt, spontan und organisch wie auf "Travelling" klangen Roxette schon lange nicht mehr.

So entspannt, spontan und organisch wie auf "Travelling" klangen Roxette schon lange nicht mehr.

Künstler Roxette
Album Travelling
Label Emi
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung ****

Hilfe! Roxette haben ein Punkrock-Album gemacht! Kaum von den Folgen eines Gehirntumors genesen, entdeckt Sängerin Marie Fredriksson ihre Hardrock-Wurzeln wieder. Und Songschreiber Per Gessle mutet den Fans zum Schluss sogar eine brachiale Coverversion von The Prodigys Smack My Bitch Up zu.

Nein, das ist natürlich nur ein Scherz. Roxette machen auch auf Travelling, dem neunten Album ihrer Karriere, harmlose, eingängige, wunderbare Popsongs. Lieder, die inzwischen erwachsen klingen, aber die Teenagerzeit im Herzen tragen. Lieder, die sich zwischen den vielen Referenzpunkten im Lexikon der Popmusik austoben, und doch unverwechselbar Roxette sind. Lieder, die niemals platt oder eindimensional klingen, die man aber trotzdem spätestens beim dritten Hören schon mitsingen kann.

Manchmal gelingt das sogar schon beim ersten Hören. Denn Travelling enthält einige Songs, die bereits in anderen Varianten erschienen sind. So gibt es beispielsweise ganz am Ende des Albums eine himmlische Version von It Must Have Been Love, einem der größten Roxette-Hits, der hier 25 Jahre nach seinem Entstehen mit Flöten und Oboen noch ein Stück romantischer, majestätischer und herzerweichender wird. Die neue Version basiert auf einer Performance bei Night Of The Proms aus dem Jahr 2009, alles außer dem Arrangement von Clarence Öfwerman und Christoffer Lundqvist wurde für Travelling aber neu aufgenommen.

Auch Stars (eine Single von 1999), The Weight Of The World (bereits auf der RoxBox zu finden), See Me (eine B-Seite von Salvation im Jahr 1999) und She’s Got Nothing On (But The Radio), der Comeback-Hit aus dem vergangenen Jahr, dürften vielen Roxette-Fans schon bekannt sein. Sie erklingen hier in Neuinterpretationen, von einem Soundcheck in Dubai, als Remix oder als Live-Mitschnitt von einem Konzert in Rio de Janeiro.

She’s Got Nothing On bleibt aber der einzige Track, der sich so auch auf einem klassischen Live-Album finden könnte. „Wir wollten das Livematerial etwas eingrenzen, weil wir auf der Charm School-Bonus-CD, die in hohen Stückzahlen veröffentlicht wurde, ja bereits ziemliche viele Liveaufnahmen hatten. Aber dieser Song bildet die Ausnahme – es ist so großartig, ihn mit dieser Band zu spielen, und das Stück kommt immer so gut an, da musste man nicht lange drüber nachdenken, ob es aufs Album kommt“, erklärt Per.

Auch die anderen Neuauflagen sind keine schamlose Resteverwertung, sondern haben im Falle von Travelling Methode: Mit der Platte wollen Roxette die spezielle Atmosphäre und Energie während einer Welttournee einfangen. „Wenn man mehr als ein Jahr lang so eng zusammen ist, dann verändert es dich, deine Werte, deine Identität“, schreiben Marie und Per im Booklet der CD. Travelling soll diesen Prozess dokumentieren. So gibt es neue Lieder, die während der Tour geschrieben oder spontan in Hotelzimmern und verschiedenen Studios quer über den Globus aufgenommen wurden, Livemitschnitte und aufgepepptes Archivmaterial.

Genau dieses Prinzip wandten Per und Marie schon einmal an, bei Tourism (1992), auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Die Platte brachte mit How Do You Do!, Queen Of Rain oder Here Comes The Weekend einige der besten Roxette-Songs überhaupt hervor. Auch diesmal profitiert die Musik von der Spontaneität der Aufnahmen, dem guten Zusammenspiel der Band und der hörbaren Lust am Musizieren, die Roxette seit dem Bühnencomeback im Jahre 2009 gepackt hat. Das Duo begnügt sich nicht mit einem ordinären Live-Album. Roxette feiern stattdessen ihre eigene Existenz und, ganz wörtlich genommen, die Tatsache, dass sie noch am Leben sind: Travelling ist ein Life-Album.

Zum Auftakt vermischt Me & You & Terry & Julie (der letzte Teil des Titels ist eine Anspielung auf Waterloo Sunset von den Kinks) eine akustisch-psychedelische Strophe mit einem satten Soul-Refrain im Stile von Soul Deep. Zudem bricht Per Gessle hier mit der noch bis zu Charm School gültigen goldenen Regel, dass er das erste Lied auf einem Roxette-Album immer selbst singt, denn diesmal hat auch Marie Fredriksson einen großen Stimm-Anteil.

Es folgt das herrlich runde Lover Lover Lover mit weiteren schlau versteckten Zitaten. Die Atmosphäre erinnert an Tom Pettys Full Moon Fever-Zeiten, das „Ooh-Lalala“ im Hintergrund ist von den Beatles (You Won’t See Me, um genau zu sein), die Bläser im Refrain sind bei David Bowies Blue Jean entlehnt. „Es ist einer dieser Songs, wo die Strophe sich irgendwie zum Refrain entwickelt. In der Geschichte des Rock’N’Roll gibt es da einige Beispiele, etwa A Hard Day’s Night, wo sich wirklich alles um die Strophe dreht“, erklärt Per stolz.

Turn Of The Tide, das von den Sessions zu Have A Nice Day stammt, ist eine üppige und herrlich gesungene Ballade in bester Crash Boom Bang- oder Listen To Your Heart-Manier. Eigentlich als Titelsong für das letzte Album war der dann folgende Song gedacht: Die Worte „Charm School“ kommen jetzt aber nur noch in der Strophe vor. „Das war ein sehr zentrales Lied, als wir mit den Aufnahmen für das Album angefangen haben. Aber wir haben es dann im Studio irgendwie vermasselt. Es gibt zwei Versionen davon, und beide sind ziemlich übel“, hatte mir Per zur Veröffentlichung von Charm School im Interview verraten und schon damals versprochen: „Wir werden unser Glück mit diesem Lied nochmal probieren.“ Nun wurde der Track, um Verwirrung zu vermeiden, in Touched By The Hand Of God umbenannt, ist aber trotzdem ein feiner Pop-Feger und ein weiterer Beleg für gelungenes Zusammenspiel von Per und Maries Gesang.

In einem Hotelzimmer wurde Easy Way Out aufgenommen – das Lied, das vielleicht am besten die Idee hinter Travelling zum Ausdruck bringt. Enorm frisch, organisch und lebendig klingen diese 3:38 Minuten, beinahe so, als seien sie gar nicht für eine Veröffentlichung bestimmt, und doch unwiderstehlich gelungen. Auf Neil Youngs Heart Of Gold spielt der Text an – einen Song, den Roxette einst auch bei ihrem Auftritt für MTV Unplugged gespielt haben, dessen Herangehensweise hier (und später auch im sehr hübschen Angel Passing) wieder auflebt.

Gleich zweimal ist It’s Possible auf dem Album enthalten – einmal als Unplugged-Variante, einmal auf Hit getrimmt. Letztere Version ist denn auch die erste Single von Travelling, wirkt aber leider ein wenig gezwungen und zu sehr auf den durchschnittlichen Radiogeschmack zugeschnitten (dabei hatte Per im vergangenen Jahr im Interview noch behauptet: “Heute frage ich mich nicht mehr, ob ein Lied nun den Geschmack der Radiomacher trifft oder nicht”). Ein Ohrwurm ist das ohne Zweifel, aber mit der souveränen Hotelzimmer-Variante kann die Single bei weitem nicht konkurrieren.

Perfect Excuse war ursprünglich für Pers Soloalbum Party Crasher (2008) gedacht, wirkt aber tatsächlich wie gemacht für die Stimme von Marie. „Ich fand immer, es wäre perfekt für sie, und dass ich selbst dem Song nicht gerecht werden könnte. Das war ein bisschen frustrierend“, gesteht Per. Nun ist es eine herrliche Ballade geworden, die trotz der Streicher sehr reduziert bleibt – und den besten Text des Albums zu bieten hat. Die Andeutung eines Hauchs von Verletzlichkeit, die seit ihrer Krankheit in der Stimme von Marie Fredriksson liegt, gibt dem Lied einen zusätzlichen Reiz.

Excuse Me, Sir, Do You Want Me To Check On Your Wife? basiert auf einem banalen Dialog mit dem Kellner in einem Londoner Restaurant und breitet sich zu einem opulenten Pop-Mosaikstückchen aus, das sogar ein Stückchen Selbstironie enthält. Von einem „fake guitarist in an 80′s band“ ist da die Rede, und das ist wohl nach wie vor die Assoziation, die einige beim Namen „Per Gessle“ haben.

Aber Image, Erfolg, Kritiken – all das ist nach der Wiedergeburt von Roxette nicht mehr so wichtig für die Band. «Das neue Album ist entstanden, weil es entstehen konnte. Marie war wieder in der Lage, mit mir eine Platte zu machen. Und dann haben wir einfach die besten Lieder genommen, die wir hatten», hatte Per schon über Charm School gesagt, und dieser Ansatz, in dem eher Dankbarkeit als Ehrgeiz steckt, eher laissez-faire als Perfektionismus, wird nun mit Travelling konsequent weitergeführt. „Als die Arbeit an Charm School losging, war ich angespannt und nervös, weil es nach so vielen Jahren das erste Mal war, dass wir wieder etwas machten“, sagt Gessle. „Aber dieses Mal waren wir wie eine sehr eng zusammengeschweißte Einheit, und das hat die Arbeit an Travelling viel einfacher gemacht. Ich konnte es richtig genießen.“ Und das können nun auch die Fans.

Roxette sprechen über Travelling:

Roxette bei MySpace.

Hingehört: Shearwater – “Animal Joy”

Februar 29, 2012 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Auf "Animal Joy" haben die Tiere von Shearwater nicht nur Muskeln, sondern auch Zähne und Klauen.

Auf "Animal Joy" haben die Tiere von Shearwater nicht nur Muskeln, sondern auch Zähne und Klauen.

Künstler Shearwater
Album Animal Joy
Label Sub Pop
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung ***1/2

Seien wir ehrlich: Shearwater hätten allen Grund, ein wenig unmotiviert zu sein. Schon in ihrer Geburtsstunde 2001 waren sie irgendwie keine vollwertige Band, sondern nur eine weitere Spielwiese von Will Sheff (Okkervil River) – ausgerechnet der hat dann 2008 auch noch sein eigenes Nebenprojekt verlassen. Jonathan Meiburg (Gitarre, Klavier), Kimberly Burke (Bass) und Thor Harris (Schlagzeug) schlagen sich seitdem alleine durch – und das, obwohl Meiburg und Burke einmal ein Paar waren, und mittlerweile geschieden sind. Nach sechs hoch gelobten, aber mäßig erfolgreichen Platten standen sie auch noch ohne Label da – ihr letztes Album Shearwater Is Enron, eine Sammlung von Instrumentalstücken, brachten sie in Eigenregie heraus.

Nun ist das Trio aus Austin bei SubPop untergekommen. Und tatsächlich zeigen sie auf Animal Joy, ihrem achten Longplayer, keine Spur von Frustration oder Lustlosigkeit. Im Gegenteil: Shearwater haben sich neu erfunden. Statt einer mysteriösen, thematisch eng verwobenen Trilogie wie zuletzt gibt es auf Animal Joy vergleichsweise konkrete Stücke. Immaculate, das gut zu Maximo Park passen würde, kann man beispielsweise nicht anders als „straight“ nennen. Believing Makes It Easy ist kurz vor Schluss gerade deshalb so stark, weil der Song fast nichts außer einem klitzekleinen Geheimnis zurückhält.

Das Triebhafte des Menschen (und die vergeblichen Versuche, das Tier in uns zu domestizieren) kann man zwar als Leitmotiv ausmachen. Immer wieder treffen in den Texten Hirn und Instinkt aufeinander. Der Albumtitel wird durch Zeichnungen von Tieren im Booklet erweitert. Und über die Session mit Produzent Danny Reisch sagt Jonathan Meiburg sogar: “We’re having trouble taming this one. But luckily, we don’t really want to.”

Doch überall sind bei Shearwater jetzt, um im Bild zu bleiben, reichlich Muskeln an diesen Songs, gelegentlich auch Fell, Hörner, Klauen und Zähne. Animal Life schleicht sich an, mit einem sehr luftigen Sound, wird dann aber schnell ungeduldig, energisch und am Ende glorios. Breaking The Yearlings dreht von Beginn an ein ganz großes Rad und macht mit seinem Sound die Tatsache nicht mehr ganz so unvorstellbar, dass Shearwater einmal als Vorgruppe für Coldplay gespielt haben. Auch das dynamisch-bombastische You As You Were geht in diese Richtung.

Spätestens bei Insolence ist kaum mehr zu fassen, wie kreativ und ehrgeizig Shearwater nach wie vor sind. Industrial, Folk, Dub, Americana, Rock, Blues und ein bisschen Brecht/Weill – all das steckt in diesen knapp sechseinhalb Minuten, gekrönt von einer guten Dosis Verzweiflung.

Daneben ist es der Gesang von Johathan Meiburg, über den man auf Animal Joy immer wieder fassungslos den Kopf schütteln muss. Vor allem in den etwas reduzierteren Momenten wie Dread Sovereign, wo er lange Zeit zu einer trockenen Telecaster singt, oder dem herrlich verlorenen Run The Banner Down fällt auf, wie treffsicher er für jede Stimmung die passende Stimme findet. Mal klingt er wie Peter Gabriel, dann wie Dave Gahan, mal wie Paul Smith, dann wieder wie Bryan Ferry, und wenn es sein muss, hat er auch Morten Harket oder David Bowie drauf, wie im feinen Rausschmeißer Star Of The Age. Gut zu wissen, dass in Shearwater noch so viel Energie und Zukunft steckt. Das hätte damals im Jahr 2001 wohl besser heißen müssen: Lebenprojekt.

Die netten Menschen von Sub Pop bieten Animal Joy, also tatsächlich gleich das ganze Album von Shearwater, im Stream an:

Shearwater bei MySpace.

Hingehört: LaFaro – “Easy Meat”

Februar 13, 2012 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Hardcore und Humor - auf "Easy Meat" bringen LaFaro das zusammen.

Hardcore und Humor - auf "Easy Meat" bringen LaFaro das zusammen.

Künstler LaFaro
Album Easy Meat
Label Smalltown
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***

Nordirland und harte Gitarren? Da denkt man natürlich als erstes an Therapy? – und diese Verbindung ist im Falle von LaFaro durchaus passend. Das Quartett aus Belfast legt mit dem zweiten Album Easy Meat (in UK schon im Herbst erschienen, nun auch in Deutschland auf dem Markt) etwas hin, das man in Hardrock-Kreisen wohl „ein Brett“ nennt. Die leichten Grunge-Nachwehen des Debüts LaFaro (2010) sind Vergangenheit. Vieles auf Easy Meat ist stattdessen nahe an Metal.

Schon die ersten Sekunden des Openers Full Tilt sind an Brutalität kaum zu überbieten. Das Gitarrenriff könnte nicht barbarischer sein, wenn es von einer Eliteeinheit der syrischen Armee erdacht worden wäre, auch das Schlagzeug zeigt eine unerbittliche, beinahe maschinelle Härte.

Wingers + Chips steht dem kaum nach: Der Gesang ist eher Geschrei, der Song hat all die Wut von Rage Against The Machine, aber nicht so artikuliert wie bei den Amerikanern, sondern als Brüllen, das ohne Umweg übers Hirn direkt aus dem Bauch heraus kommt. Auch das an die brachialsten Momente von Queens Of The Stone Age erinnernde Boke ist eine perfekte Steilvorlage für einen Monster-Pogo. Der Titelsong, zugleich die erste Single von Easy Meat, beginnt wie ein Surfsong auf Speed, wird dann aber schnell zum Kampf gegen den weißen Hai, oder noch eher: gegen einen ganzen Schwarm super-aggressiver Piranhas.

Settle Petal zeigt, dass irgendwo in der DNA von LaFaro auch ein paar Punkrock-Gene stecken. Slide On hat dank der Formel „Therapy? trifft Bad Religion“ sogar so etwas wie Hitpotenzial. Meat Wagon, die zweite Single, gerät düster und psychotisch, der Rausschmeißer Maudlin erweist sich als Semi-Bowie-Ballade.

Was LaFaro (die sich übrigens nach dem Jazzbassist Scott LaFaro benannt haben) besonders macht, sind drei Dinge: Erstens die Unbedingtheit, mit der sie ihre Riffs knüppeln. Zweitens die Komplexität dieser Songs, die bei allem Druck und Tempo stets abwechslungsreich genug sind, um keine Eintönigkeit aufkommen zu lassen. Drittens beweist das Quartett immer wieder einen im Genre des Post-Hardcore selten erlebten Humor. Das betrifft nicht nur die Texte (“I love to write about life’s dark little secrets – the things we all know happen but never get discussed”, umschreibt Frontmann Johnny Black seine Themenfelder). Die Stücke auf Easy Meat werden auch immer wieder unterbrochen von kleinen Sound-Schnipseln, die sehr amüsant sind und einen nicht geringen Anteil an der gelungenen Dynamik des Albums haben. Da streiten sich Deutsche und Engländer, da kichern ein paar Mädchen, ein Zwist im Proberaum wird festgehalten, es gibt Scat-Versuche oder schräge Weihnachtslieder.

Auch bei Sucking Diesel muss man ein Augenzwinkern unterstellen: Der Song bietet ein kaputtes Riff, an dem Nirvana ihre Freude gehabt hätten, aber auch ein euphorisches „Hey“ im Refrain, das selbst bei Bon Jovi nicht plakativer sein könnte – bei dieser Kombination lässt Guitar Hero schelmisch grüßen. Auch Have A Word With Yourself treibt seine Späßchen mit dem Hörer: Das Lied beginnt mit ein bisschen Incubus-Komplexität beinahe filigran, endet dann aber doch mindestens genauso wuchtig wie der Rest von Easy Meat. Denn das ist eindeutig das einzige Ziel von LaFaro, das sie mit sagenhafter Präzision und unbändiger Kraft verfolgen: maximale Härte.

LaFaro spielen Easy Meat live beim Glasgowbury:

LaFaro bei MySpace.

Hingehört: Kaizers Orchestra – “Violeta Violeta Vol. 2″

Januar 14, 2012 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Verwirrend vielseitig: Kaizers Orchestra können auf "Violeta Violeta Vol. 2" zugleich düster und eingängig sein.

Verwirrend vielseitig: Kaizers Orchestra können auf "Violeta Violeta Vol. 2" zugleich düster und eingängig sein.

Künstler Kaizers Orchestra
Album Violeta Violeta Vol. 2
Label Petroleum Records
Erscheinungsjahr 2012
Bewertung ***1/2

Besonders schwierig ist das nicht. “Violeta Violeta  ist inspiriert von Filmen und Regisseuren wie Tim Burton”, sagt Janove Ottesen über die aktuelle Trilogie von Kaizers Orchestra. Das könnte ein Trick sein, der auch bei anderen Bands sehr beliebt ist: Nenne einen Schriftsteller/Maler/Regisseur, der dich diesmal angeblich entscheidend beeinflusst hat, und schon hast du das Feuilleton an der Angel – und klingst mächtig bedeutend.

Bei Violeta Violeta Vol. II, das am kommenden Freitag erscheint, liegt die Sache freilich anders. Die Geschichte der Titelfigur (zusätzlich zu den Songtexten sind im Booklet so etwas wie Liner Notes zu jedem Lied abgedruckt, die den Fortgang des Plots erklären) könnte durchaus tatsächlich als Stoff für einen Tim-Burton-Film taugen: Es geht um Violeta und ihre entführte Tochter, eine Schnittstelle zwischen Traum und Wirklichkeit und sieben Eimer voller Tränen, die in sieben Jahren gefüllt werden (für viel mehr Einblicke reicht mein Norwegisch nicht). Aber vor allem macht das Sextett aus Bryne, wie schon beim ersten Teil der Trilogie, auch auf Violeta Violeta Vol. II eine Musik, die so abwechslungsreich, überraschend und gelegentlich irritierend ist, dass der Verweis auf Tim Burton definitiv gerechtfertigt erscheint.

“Die Kombination aus der Musik, die wir machen, und den Geschichten, die wir erzählen, in meiner Sprache und dem Dialekt, ist etwas, das vorher so noch nicht vorkam. Die Leute machten Pop, und plötzlich kamen wir und machten mit unserer Sache auf uns aufmerksam. Wir machten etwas anderes. Genau da wollten wir hin. Und das machen wir immer noch”, umschreibt Ottesen den nach wie vor höchst wirkungsvollen Ansatz des Kaizers Orchestra.

Zu Beginn meint man freilich kurz, mitten in die Wiedergeburt von Jet geraten zu sein. I Ett Med Verden beginnt mit einem einnehmenden Riff und zupackendem Schlagzeug (inklusive Kuhglocke) und biegt dann schnurstracks auf einen höchst spektakulären Kings-Of-Leon-Boulevard ein. Am Ende wird das Lied aber viel fantasievoller (man kann auch sagen: durchgeknallter) als es diese beiden je sein könnten.

Auch Stov Og Sand ist danach angenehm chaotisch (und irgendwie funky), Tusen Draper Regn vermählt ein Libertines-Riff mit einem Marschrhythmus und einer Western-Gitarre. Ein absolutes Highlight ist die erste Single Drøm Videre Violeta: Die Stimme klingt plötzlich sanft wie Ben Folds, die Musik dazu hat mit Streichern und einem leidenschaftlichen Refrain all die besten Eigenschaften einer Aerosmith-Powerballade, und irgendwie schaffen es Kaizers Orchestra, diesen Mix schlüssig klingen zu lassen.

Bei Tom Waits und den düstersten Auswüchsen von Gypsy ist Far Til Datter geschult. Ein Banjo und ein Kontrabass sorgen für das gespenstische Grundgerüst, sodass die Zeile „kom til papa kom“ rein gar nichts Fürsorgliches oder Zärtliches mehr hat – zumal dann auch noch ein Kinderchor zu hören ist, der direkt aus dem Kellerverlies von Josef Fritzl zu singen scheint. In Faen I Baten darf die Kuhglocke wieder ran, dazu kommen ein halsbrecherisches Tempo und eine Surfgitarre; das Ergebnis klingt wie Madness im Aggro-Modus oder die Hives auf dem Rummelplatz.

Das letzte Drittel von Violeta Violeta Vol. II kann dieses Niveau leider nicht ganz halten. Gresk Komedie ist ein cooler Boogie mit gebrochenem Beat, Silver wartet gar mit einem Rap à la Eminem auf, Domino besteht zu etwa 98 Prozent aus David Bowie. Erst ganz am Schluss, mit Den Romantiske Tragedien (geiler Titel!) wird es noch einmal richtig stark: Der Rausschmeißer klingt zerbrechlich, schüchtern und sexy und macht in jedem Fall Lust auf den Abschluss der Trilogie, der Ende des Jahres erscheinen soll. Bis dahin können Kaizers Orchestra ja noch ein paar Singles auskoppeln und Videos dazu drehen – gerne auch unter der Regie von Tim Burton.

Stadionrock? Ja, gerne – wenn er so gut klingt wie Drøm Videre Violeta von Kaizers Orchestra:

Kaizers Orchestra bei MySpace.

Draufgeschaut: Prestige

November 19, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Robert Angier (Hugh Jackman, rechts) und Alfred Borden (Christian Bale) wollen sich als Zauberer gegenseitig übertreffen.

Robert Angier (Hugh Jackman, rechts) und Alfred Borden (Christian Bale) wollen sich als Zauberer gegenseitig übertreffen.

Film Prestige
Produktionsland USA/Großbritannien
Jahr 2006
Spielzeit 125 Minuten
Regie Christopher Nolan
Hauptdarsteller Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine, Scarlett Johansson, David Bowie
Bewertung ****

Worum geht’s?

Die Zauberer Robert Angier und Alfred Borden sind seit Beginn ihrer Laufbahn erbitterte Konkurrenten. Sie versuchen nicht nur, in der Gunst des Publikums erfolgreicher zu sein als der andere, sondern suchen auch ständig nach Komplizen und Intrigen, um neue Tricks entwickeln und dem Gegenspieler schaden zu können. Schließlich wird es eine Fehde auf Leben und Tod.

Das sagt shitesite:

Es erweist sich als Glücksgriff für die Wirkung von Prestige, die Geschichte, die in ihrem Kern von der Rivalität zweier Männer handelt, in der Welt der Magie und in der Zeit um die Jahrhundertwende anzusiedeln. Denn so bekommt Prestige auch optisch eine magische Note – und überrascht immer wieder mit seinen Wendungen, wie eine gute Zaubershow.

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Toddla T – “Watch Me Dance”

August 6, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Lust auf Rhytmus, keine Lust auf Schubladendenken: Toddla T.

Lust auf Rhytmus, keine Lust auf Schubladendenken: Toddla T.

Künstler Toddla T
Album Watch Me Dance
Label Ninja Tune
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung **1/2

Toddla T? Watch Me Dance? Manch einer wird da hierzulande an eines der allseits beliebten YouTube-Spaßvideos denken. Denn der Künstlername von Tom Bell bedeutet übersetzt so etwas Ähnliches wie: Kleynkynd T. Und lustig tanzende Babys – das ist im Netz noch immer ein sicherer Volltreffer.

Natürlich ist Watch Me Dance aber in Wirklichkeit des zweite Album des 23-Jährigen aus Sheffield, der seit seinem Debüt Skanky Skanky (2009) nicht nur so etwas wie ein Seismograph für Trends in der britischen Jugendkultur geworden ist, sondern der als Produzent mittlerweile bei Größen wie Tinchy oder Ms Dynamite gefragt ist und auch schon einen Remix für Hot Chip gemacht hat.

Ein bisschen was hat sein zweiter Longplayer aber trotzdem mit den albernen Heimvideos zu tun. Denn was ist eigentlich so amüsant daran, wenn Kleinkinder eine amateurhafte Choreographie ins Netz tragen? Zweierlei. Erstens verkörpern die Wackelbabys in der Regel die ursprüngliche Freude an Rhythmus und Bewegung, die Quintessenz von Tanz und Musik. Zweitens ist es wirklich oft putzig, wenn sie mit ihrer Unbeholfenheit vorführen, wie weit sich der komplett durchgestylte Tanzstil der Erwachsenen von diesem Ursprung entfernt hat. Sie imitieren und persiflieren zugleich, und das Ergebnis wirkt zwar naiv, verströmt aber auch eine gewisse Subversion.

Ganz ähnlich funktioniert Watch Me Dance. Über allem steht bei dieser Platte die Lust auf Rhythmus, gleich danach kommt die Unlust, sich auf eine Masche festlegen zu lassen. „Ein bisschen von Soul II Souls Club Classics und Leftfields Leftism – das sind Alben, die ich immer wieder mal höre. Sie haben einen riesigen Teil der Clubmusik genommen und ein Album gemacht, das nicht nur eine Zeit zusammengefasst hat, sondern auch noch richtig gut anzuhören war“, sagt Toddla T – und diesem Vorbild eifert er auf dem am kommenden Freitag erscheinenden Watch Me Dance nach.

Gleich der Titelsong zum Beginn lässt an die Disco-Phase von David Bowie denken, vereint Funk mit ganz viel Schrägem und einem starken Gastauftritt von Roots Manuva. Auch Take It Back, die  zweite Vorab-Single, setzt auf eine Kooperation, lässt sich von Shola Ama aber eher in Sugababes-Gewässer lotsen.

So geht es weiter: Streets So Warm und How Beautiful It Would Be, in dem reichlich Radiohit-Potenzial schlummert, kombinieren Breakbeats mit Autotune. In Cherry Picking und Body Good treffen komplexe Beats auf die Pop-Sensibilität und den Soulgesang der ganz späten All Saints. Lovely Girl und der Rausschmeißer Fly sind beinaher klassischer Reggae. Das hyperaktive Badman Flu kreuzt Outkast mit I Like To Move It – auch wenn das auf dem Papier reizvoller klingt als dann in der Realität.

Das ist beeindruckend vielfältig und handwerklich durchweg tadellos gemacht. Richtig aufhorchen lässt Toddla T aber leider nur zweimal. Cruise Control zeigt, wie Dubstep klingen kann, wenn man die klassischen Rollen vertauscht und einen aggressiven Frauen-Rap auf eine sanfte Männerstimme (und einen Chor von Mönch-Androiden im Hintergrund) treffen lässt. Und Do It Your Way beginnt wie eine lupenreine R’n’B-Ballade, findet dann aber irgendwie den Weg zum Karneval nach Notting Hill. Von dieser Abenteuerlust hätte man sich auf Watch Me Dance noch ein bisschen mehr gewünscht – vorerst beschränkt sich Toddla T (ebenso wie die YouTube-Babys) darauf, die Welt zu unterhalten.

Das Video zu Take It Back zeigt: London hat ein bisschen länger gebracht, um Eurodance zu entdecken:

Toddla T bei MySpace.

Hingehört: Ozark Henry – “Hvelreki”

März 20, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · 1 Comment 
"Hvelreki" ist ein Belgien schon ein Hit - was nicht verwundert.

"Hvelreki" ist ein Belgien schon ein Hit - was nicht verwundert.

Künstler Ozark Henry
Album Hvelreki
Label Capitol
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***

David Bowie ist ein Fan. Als vor 15 Jahren I’m Seeking Something That Has Already Found Me erschien, das erste Album von Ozark Henry, da war das für Bowie “das Debüt des Jahres”.

Youth mag ihn. Der Star-Produzent (Paul McCartney, Tom Petty, Crowded House), der auch für dieses Album verantwortlich ist und auch gleich Bass darauf gespielt hat, schwärmt von Ozark Henry: “Seine Songs haben geradezu universelle Anziehungskraft.”

Und die Radiomacher in aller Welt müssten eigentlich ganz außer sich sein vor Freude, wenn sie Hvelreki hören, das in Deutschland gerade erschienene sechste Album von Ozark Henry. Denn die Platte bietet feinsten Pop, setzt zu gleichen Teilen auf Klavier und Gitarre und ist gefällig im allerbesten Sinne.

Warum also ist Ozark Henry nicht längst ein Megastar? Vielleicht weil sein Name nicht besonders knackig ist (und auch nicht viel einprägsamer als Piet Goddaer, wie Ozark Henry nämlich mit echtem Namen heißt). Vielleicht, weil der Albumtitel (angeblich ist Hvelreki eine Redensart, mit der man sich in Island einander Glück wünscht) sogar ganz und gar unaussprechlich ist. Höchstwahrscheinlich aber, weil Ozak Henry aus der Pop-Diaspora Belgien kommt – und sich in England, Deutschland oder sonstwo kein Mensch darum schert, dass all seine Platten in seiner Heimat bereits Platinstatus erreicht haben.

Dabei dürften diese Songs tatsächlich überall funktionieren, wo man geschmackssicheren Pop liebt. Out Of This World ist gleich zum Auftakt der erste Beleg dafür. Die Strophe ist zurückhaltend, fast schon Lo Fi, dafür wird der Refrain umso üppiger – und himmlisch.

Yours And Yours Only, eine Geschichte irgendwo zwischen Nähe und Beklemmung, Symbiose und Besessenheit, setzt sehr effektvoll auf ein mächtiges Live And Let Die-Orchester. Die Single This One’s For You ist euphorisierend, danach wird es im mitreißenden Eventide mit seinem dominanten Bass und fast wildem Break erstmals etwas lauter.  Auch Air And Fire hat eine verführerische Dynamik, It’s In The Air Tonight hat viel Stil, mit See The Lions findet das Album einen wunderbar epischen Schlusspunkt.

Nicht alles gelingt. Godspeed bleibt etwas ereignislos und kann auch nicht davon gerettet werden, dass Ozark Henry am Ende ein ganzes Orchester in die Waagschale wirft. A Night Sea Journey, das an U2 denken lässt, ist überambitioniert und die Ballade Hvelreki gerät etwas zu schmalzig.

Unterm Strich ist das alles aber definitiv eine Entdeckung. Wer Coldplay mag oder A-ha, Keane oder Ronan Keating und wer bei Pop kein Problem damit hat, wenn er mit dem Wort “erwachsen” in Verbindung gebracht wird, der ist bei Ozark Henry genau richtig.

Das Video zu This One’s For You legt noch eine andere Vermutung nahe, warum Ozark Henry noch auf den internationalen Durchbruch wartet: diese schlimmen Ohrringe:

Ozark Henry bei MySpace.

Hingehört: The Van Jets – “Cat It Fury!”

März 18, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Keine Katze in Sicht, auch kein Pferd. Trotzdem: "Cat It Fury!"

Keine Katze in Sicht, auch kein Pferd. Trotzdem: "Cat It Fury!"

Künstler The Van Jets
Album Cat It Fury!
Label Belvedere
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung **

Seltsam ist das. Da rockt es, lärmt es, knarzt es, wie man das bei Bands vom fünften Kontinent schätzt. Schließlich ist Australien die Heimat des rechtschaffenen Geradeaus-Rocks, von AC/DC über die Vines bis hin zu Jet. Und dann rockt es, lärmt es, knarzt es also auf dieser Platte, bis der Sänger in Our Heads, dem letzten Lied auf Cat It Fury!, plötzlich etwas von einer Zugfahrt nach Brüssel erzählt. Wie zur Hölle kommt er denn auf, ausgerechnet, Brüssel?

Die Antwort ist vergleichsweise einfach: The Van Jets kommen gar nicht aus Australien. Sie klingen nur so. In Wirklichkeit ist das Quartett in Belgien zuhause und hat dort mit seinem Debütalbum Electric Soldiers und dem Vernehmen nach spektakulären Live-Shows schon einigen Wirbel entfacht. Auch Cat It Fury!, der heute erscheinende Nachfolger, ist in Belgien schon länger zu haben und hat einige Radiohits hervorgebracht. Nun wollen The Van Jets damit den Rest der Welt erobern.

Die Band um das Brüderpaar Johannes und Michael Verschaeve hat definitiv Potenzial. Alle, die nachts von seltenen E-Gitarrenmodellen träumen, oder der Meinung sind, die ganze Menschheit solle am besten in Garagen leben, werden hier ihre helle Freude haben. Sänger Johannes Verschaeve hat genau die Stimme, die man haben muss, wenn man ein Frontmann sein will, ohne nach Castingshow zu klingen. Und Gitarrist Wolfgang Vanwymeersch zeigt auf Cat It Fury! immer wieder, wie groß sein technisches Vermögen und seine stilistische Bandbreite sind.

The Future klingt zum Auftakt wie Jet mit etwas weniger Testosteron. Teevee scheint sich eine Verfolgungsjagd mit den Kooks zu liefern. Down Below und vor allem Dancer, das beste Stück des Albums, machen deutlich, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee wäre, wenn Franz Ferdinand ein bisschen weniger auf Körperpflege achten würden. Our Heads, das Lied mit dem Zug nach Brüssel, trägt ganz viele Gene von David Bowies Space Oddity in sich.

Das Problem ist nur: The Van Jets wollen zu viel. Man muss nicht zu viel in das Ausrufezeichen am Ende des Albumtitels hineininterpretieren, um das zu erkennen. In jeder Sekunde hört man hier, wie sehr das Album auf Effekt ausgelegt ist, beeindrucken will. Fast jedes Lied hat überflüssige Gitarrensoli oder nervige Passagen, die wie Jam-Sessions klingen – das alles trägt sicher zum Vergnügen der Musiker bei, aber nicht zum Vergnügen der Hörer.

The Other Man ist plakativ, aber nicht eingängig. Der Glam-Rock von Givers & Takers kann mit noch so vielen uhuuhs verziert werden: Er wird nicht sexy. Und Onawa klingt, als habe sich ein richtig gutes Riff in einem Lied verirrt, das eigentlich lieber Synthiepop sein will – und da hilft es auch nichts, dass eben jenes Riff am Ende mit einem wilden Solo versucht, auszubrechen oder den Song auf den Kopf zu stellen.

Cat It Fury!, aufgenommen in London mit Produzent Jon Gray (Editors, The Subways), soll clever und komplex klingen und trotzdem ursprünglich und packend genug sein, um für Live-Ekstase zu sorgen. Am Ende gelingt nichts davon.

Das Video zu The Future lässt keinen Zweifel daran: The Van Jets sind auf jeden Fall Underground:

The Van Jets auf MySpace.

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