Draufgeschaut: Nightwatch – Nachtwache


Der neue Job wird für Martin (Nikolaj Coster-Waldau) zum Horrortrip.

Der neue Job wird für Martin (Nikolaj Coster-Waldau) zum Horrortrip.

Film Nightwatch – Nachtwache
Produktionsland Dänemark
Jahr 1994
Spielzeit 107 Minuten
Regie Ole Bornedal
Hauptdarsteller Nikolaj Coster-Waldau, Sofie Gråbøl, Kim Bodnia, Rikke Louise Andersson, Ulf Pilgaard
Bewertung

Worum geht’s?

Martin Borg studiert Jura in Kopenhagen, und sein neuer Nebenjob scheint die Gelegenheit für leicht verdientes Geld und viel Zeit zum Lesen zu bieten: Er wird Nachtwächter in der Pathologie eines Krankenhauses. Die einsamen Nächte inmittem von Toten werden aber schon bald unheimlich, spätestens dann, als die Leiche einer Prostituierten eingeliefert wird und Martin unter Verdacht gerät, ein Serienkiller zu sein. Ihm wird klar, dass er weder Kollegen noch der Polizei vertrauen kann: Um seine Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu überführen, ist er ganz auf sich allein gestellt.

Das sagt shitesite:

Es gibt Schockeffekte in diesem Film, es gibt Horror und es gibt sogar Humor. Was Nightwatch – Nachtwache aber wirklich so spannend und zu einem Highlight seines Genres macht, ist die Figurenkonstellation. Regisseur und Drehbuchautor Ole Bornedal spielt meisterhaft mit Ängsten und der mitunter mangelhaften Zuverlässigkeit unserer Wahrnehmung.“Man kann Fantasie und Wirklichkeit nicht immer unterscheiden, sie gehen ineinander über“, wird Martin zu Beginn des Films bezeichnenderweise belehrt. Das wird zu einem Leitsatz für diesen Film, während sich Martin zu einer faszinierenden Hauptfigur entwickelt: Am Ende lassen ihn nicht mehr verstümmelte Leichen oder gespenstisch dunkle Flure erschauern, sondern der Gedanke, dass er in eine derart perfide Falle getappt ist, dass selbst seine besten Freunde ihm die abscheulichsten Verbrechen zutrauen.

Von Anfang an ist klar, wie brüchig die betonte Unbefangenheit von Martin ist, der sich jede Nacht vor seinem Rundgang erst Mut zusprechen muss, der durch den Kühlraum mit Leichen tänzelt und sich mit Kopfhörern gegen den Grusel rundherum abzuschirmen versucht. Ein bisschen flackerndes Licht, ein paar seltsame Geräusche reichen aus, um ihm die Haare zu Berge stehen zu lassen. Als aus dem scheinbaren Spuk schließlich eine handfeste Verschwörung auf seine Kosten wird, muss er gar an seinen Sinnen zweifeln.

Nightwatch häuft Missverständnisse, Verleumdungen und Intrigen an, die für eine regelrechte Sogwirkung sorgen und selbst dann noch spannend sind, wenn man schon weiß, wer der Täter ist. Das macht den Film zu einem sehr cleveren Thriller über den Kampf zwischen Vertrauen und Zweifel, zwischen dem Naheliegenden und Abseitigen. Nicht zuletzt stellt Nightwatch den Kern von Horror selbst ins Zentrum: unsere Ängste, unser Wissen darum, wie irrational sie oft sind, und unsere Unfähigkeit, ihnen trotz dieses Wissens etwas von ihrer Wirkungsmacht zu nehmen.

Bestes Zitat:

„Stell dich deinen Alpträumen! Sonst fantasierst du immer weiter.“

Der Trailer zum Film:

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