Draufgeschaut: Untreu


Paul (Oliver Martinez) und Connie (Diane Lane) beginnen eine stürmische Affäre.

Paul (Oliver Martinez) und Connie (Diane Lane) beginnen eine stürmische Affäre.

Film Untreu
Produktionsland USA
Jahr 2002
Spielzeit 124 Minuten
Regie Adrian Lyne
Hauptdarsteller Diane Lane, Richard Gere, Olivier Martinez, Erik Per Sullivan
Bewertung ****

Worum geht’s?

Connie Summer hat allen Grund, glücklich zu sein. Sie ist zwar zuhause etwas gestresst. Aber sie hat einen erfolgreichen, attraktiven Ehemann, einen aufgeweckten Sohn, ein hübsches Haus und genug Freundinnen, die sie um ihr Aussehen beneiden. Aber als sie durch einen Zufall den jungen Franzosen Paul kennenlernt, beginnt sie eine stürmische Affäre mit ihm – und weiß genau, dass sie damit alles aufs Spiel setzt.

Das sagt shitesite:

Nur zwei Dinge stören an Untreu: Zum einen die etwas plumpen Metaphern. Schon in der ersten Viertelstunde gibt es reichlich Anspielungen auf die Macht der Elemente, auf die Urgewalt der Natur, die hier natürlich auch für Lust, Instinkt und Begehren steht. Feuer, Sturm, Wasser – alles reichlich vorhanden. Auch eine Kristallkugel als Symbol für die Unberechenbarkeit des Schicksals ist nicht gerade subtil. Zum anderen nervt mit zunehmender Spielzeit das Dauergrinsen von Oliver Martinez, der auch dann noch den tiefenentspannten Lebemann spielt, als die Rolle längst etwas anderes verlangt. Doch davon abgesehen, ist Untreu, eine Neuauflage von Claude Chabrols Die untreue Frau, eine sehr eindrucksvolle, erotische und durchaus überraschende Studie über das Wesen des Fremdgehens.

Der Beginn der Affäre ist zwar ein Zufall, doch dann unternimmt Connie (exzellent gespielt von Diane Lane) so viele Anläufe, bis sie dem jungen Beau und dessen unerträglicher Leichtigkeit („So etwas wie einen Fehler gibt es nicht. Es gibt nur das, was man tut, und das, was man nicht tut.“) schließlich verfällt, dass es keine Zweifel mehr an ihrer Verantwortung für den Verlauf der Affäre geben kann, in der sie sich schließlich völlig verliert.

Sie steht damit prototypisch für alle Figuren in dieser Dreiecksgeschichte. Trotz der tragischen Wendung, trotz der klaren Rollenverteilung zwischen Tätern und Opfern, ist in Untreu niemand wirklich unsympathisch, und alle Protagonisten können ihr Tun vor sich selbst verantworten – aber nicht vor den anderen rechtfertigen.

So macht Untreu sehr eindrucksvoll deutlich: Leidenschaft, Gefühle und Seitensprünge sind das eine. Schweigen, leugnen und lügen sind das andere. Das Drama ist dabei zwar nicht durchweg auf allerhöchstem Niveau, hat aber einige Szenen, die sich wirklich ins Gedächtnis brennen.

Bestes Zitat:

“Trinke Wein. Dies ist das ewige Leben. All das wird Dir durch die Jugend zuteil werden. Es ist die Zeit für Wein, Rosen und trunkene Freunde. Erfreue Dich an diesem Augenblick. Dieser Augenblick ist Dein Leben.“

Der Trailer zum Film:

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