Draufgeschaut: School Of Rock

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Dewey (Jack Black) will den Rockstar in seinen Schülern wecken.

Dewey (Jack Black) will den Rockstar in seinen Schülern wecken.

Film School Of Rock
Produktionsland USA
Jahr 2003
Spielzeit 108 Minuten
Regie Richard Linklater
Hauptdarsteller Jack Black, Mike White
Bewertung ****

Worum geht’s?

Dewey braucht dringend Geld, denn mit seinen Versuchen als Rockmusiker hatte er bisher keinen Erfolg. Deshalb gibt er sich als Lehrer aus und unterrichtet eine Grundschulklasse in einer Privatschule. Bald entdeckt er seine Mission: Er will den spießigen Schülern das Rocken beibringen.

Das sagt shitesite:

Ein toller Soundtrack, eine vollkommen absurde Ausgangssituation und vor allem Jack Black in einer Rolle, die ihm förmlich auf den Leib geschrieben ist, tragen zum hohen Spaßfaktor von School Of Rock bei. Dazu wird noch recht clever mit ein paar gängigen Klischees wie den allzeit braven Privatschülern, dem Lehrerberuf als beste Voraussetzung für Müßiggang und natürlich diversen Gitarrengott-Posen gespielt. Ein Hit.

Der Trailer zum Film:

Hamburg verschenkt den Sieg

November 26, 2011 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 

Alle hatten dem Revier-Kracher entgegengefiebert, doch das weitaus kurzweiligere Derby lieferten sich Hannover und Hamburg. Der HSV holte ein mehr als verdientes 1:1 (0:0). Bruma und Schlaudraff machten die Tore.

Hamburg war der Rückenwind nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim deutlich anzumerken. Der HSV schien zu Beginn wild entschlossen, gleich den nächsten Dreier folgen zu lassen. Paolo Guerrero zielte nach zwei Minuten knapp daneben, kurz darauf setzte Töre den Ball ebenfalls nur hauchdünn am linken Pfosten vorbei. Auch in puncto Ballbesitz und Zweikämpfe gaben die Gäste zunächst den Ton an.

Hannover brauchte eine Viertelstunde, um sich erstmals gut in Szene zu setzen, hatte dann aber gleich die bis dahin beste Chance des Spiels: Sergio Pinto schickte Jan Schlaudraff, doch der scheiterte im Eins-gegen-Eins-Duell an HSV-Torwart Jaroslav Drobny. Von da an entwickelte sich eine äußerst kurzweilige erste Halbzeit mit vielen Strafraumszenen und Großchancen beinahe im Minutentakt. Drobny konnte sich in der ersten Hälfte noch einige Male auszeichnen, auch sein Gegenüber Ron-Robert Zieler war zur Stelle, als Heung-Min Son nach einer knappen halben Stunde wieder einmal gefährlich für die Gäste zum Abschluss kam.

Nicht nur die vielen Torszenen machten das Nordderby dabei interessant, sondern auch die Rollenverteilung. Die Gäste, als Tabellen-14. am letzten Spieltag erst der Abstiegszone entstiegen, nahmen mutig das Heft in die Hand. Hannover, als Europa-League-Vertreter auf eigenem Platz klarer Favorit, überließ Hamburg oft die Spielanteile und setzte stattdessen auf überfallartige Gegenstöße. Dass es zur Pause 0:0 stand, war bei dieser taktischen Ausrichtung mehr als erstaunlich.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb für die Abwehrreihen auf beiden Seiten Schwerstarbeit angesagt. Gökhan Töre sorgte für Hamburg auf dem linken Flügel immer wieder für viel Wirbel, Pinto leitete wiederholt gefährliche Konter für Hannover ein.

Vielleicht war dieser Dauerstress die Ursache für die Entstehung des ersten Tores: Zieler und Steven Cherundulo waren sich bei einem harmlosen Ball nicht einig, Hannovers Rechtsverteidiger klärte dann sicherheitshalber zur Ecke. Die brachte Töre ins Spiel und in der Mitte machte Jeffrey Bruma mit dem ganz langen Bein das 1:0 für Hamburg (64.). Hannovers Trainer Mirko Slomka wollte Cherundulo keinen Vorwurf machen, sondern hatte im Gespräch mit dem Pay-TV-Sender Sky einen anderen Kritikpunkt: «Der Spieler kann nicht wissen, was in seinem Rücken passiert und muss selbst entscheiden. Aber man muss aus so einer Ecke dann nicht gleich ein Tor kassieren.» Fast unmittelbar darauf hätten die Gäste nach einer weiteren Ecke nachlegen können, doch Westermanns wuchtigen Kopfball klärte Schmiedebach auf der Linie.

Das 1:0 verlieh dem HSV noch mehr Zuversicht, Hannover kam nach dem Rückstand kaum mehr zu konstruktivem Spiel. Erst ein Freistoß von Christian Pander, den Drobny noch um den Pfosten lenken konnte, sorgte wieder für ein Lebenszeichen der Niedersachsen (79.). Die folgende Ecke nutzte Hannover zum egalisieren: Pinto schlenzte auf Schlaudraff, der den Ball am Strafraumeck volley nahm und den herrlichen Ausgleichstreffer markierte. Für den 96-Stürmer war es das erste Bundesliga-Tor nach einer 1014 Minuten währenden Flaute.

Rincon, noch immer ohne Tor in der Liga, wollte es ihm kurz vor Schluss auf der Gegenseite gleich tun, als er von Töre geschickt wurde und den Ball aus spitzem Winkel mit vollem Risiko nahm. Es kam aber nur ein Luftloch dabei heraus. So verschenkte Hamburg letztlich zwei Punkte – und die Chance, mit einem durchaus möglichen Sieg in der Tabelle bis auf Platz 11 zu springen. Hannover hingegen ist im Abwärtstrend. Seit vier Spielen warten die 96er auf einen Sieg.

Diesen Artikel gibt es auch bei news.de. Und dazu die besten Bilder des Spieltags in der Bundesliga.

Draufgeschaut: Der Soldat James Ryan

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Alle für einen: Eine Gruppe von US-Soldaten soll einen Kameraden von der Front wegholen.

Alle für einen: Eine Gruppe von US-Soldaten soll einen Kameraden von der Front wegholen.

Film Der Soldat James Ryan
Originaltitel Saving Private Ryan
Produktionsland USA
Jahr 1998
Spielzeit 163 Minuten
Regie Steven Spielberg
Hauptdarsteller Tom Hanks, Tom Sizemore, Edward Burns, Barry Pepper, Adam Goldberg, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Jeremy Davis, Matt Damon
Bewertung ****1/2

Worum geht’s?

James Ryan kämpft im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen. Als das US-Oberkommando erfährt, dass seine drei Brüder bei der Invasion in der Normandie ums Leben gekommen sind, soll er nach Hause geholt werden, damit seine Mutter nicht all ihre vier Söhne verliert. Eine Spezialeinheit soll ihn finden. Doch dieser Befehl gleicht einem Himmelfahrtskommando.

Das sagt shitesite:

In der Rahmenhandlung und in den ruhigeren Momenten ist Der Soldat James Ryan ein wenig arg pathetisch und patriotisch. Ansonsten gelingt aber ein eindringlicher Kriegsfilm, der sehr effektvoll die Frage nach dem Wert des Individuums stellt. Und mit 30 Action-Minuten zu Beginn aufwartet, die immer noch gnadenlos und atemberaubend sind.

Der Trailer zum Film:

Dortmund dominiert das Derby

November 26, 2011 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 

Von Spaß war oft die Rede vor dem Duell zwischen Dortmund und Schalke. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke begründete seine kleinen Sticheleien in Richtung Gelsenkirchen vor dem Spiel damit, dass man «im Fußball auch mal einen kleinen Spaß machen darf». Schalke-Trainer Huub Stevens riet seinen Spielern, dem Druck vor dem Spitzenspiel am besten dadurch zu begegnen, dass sie mit dem Ziel in die Partie gehen sollten, «auch ein bisschen Spaß zu haben».

Wirklich prächtig amüsiert hat sich während dieser 90 Bundesliga-Minuten aber wahrscheinlich nur einer: Jürgen Klopp. Dortmunds Trainer erlebte einen ebenso engagierten wie disziplinierten und souveränen Auftritt seiner Mannschaft. Dortmund siegte am Ende völlig verdient mit 2:0 (1:0) und setzt sich damit vorerst an die Tabellenspitze der Bundesliga. (Wie die weiteren vier Partien am Nachmittag endeten, lesen Sie hier.) «Die Jungs haben rotzfrech gespielt. Und das ist nach solch einer physisch und psychisch anspruchsvollen Woche nicht selbstverständlich», lobte Klopp in der Pressekonferenz.

Für sein Gegenüber Stevens und die gesamte Schalker Fraktion war es hingegen ein ernüchternder Nachmittag. Die Knappen bekamen klar die Grenzen aufgezeigt und müssen nun mindestens bis zum Rückspiel im April 2012 mit der Schmach der Niederlage im Revierderby leben.

Für die mehr als 80.000 Zuschauer in Dortmund, die bei den letzten drei Heimspielen insgesamt 14 BVB-Tore erlebt hatten, war es diesmal hingegen kein Spektakel. Das lag vor allem am enttäuschenden Auftritt der Gäste. Schalke schaffte es in der gesamten ersten Halbzeit nicht, sich eine Torchance zu erspielen. Über weite Phasen kam bei den übernervös wirkenden «Knappen» nicht einmal im Ansatz Gefahr auf, auch die wenigen aussichtsreichen Standardsituationen wurden leichtfertig vergeben.

Beinahe wirkte es, als hätte Schalke noch die Niederlage unter der Woche in einem wichtigen Champions-League-Spiel in den Knochen, dabei musste doch der BVB eine 1:2-Schlappe bei Arsenal hinnehmen. Klopp stellte im Vergleich zum Mittwoch auf drei Positionen um: Für den verletzten Sven Bender kam Moritz Leitner ins Spiel. Statt Kevin Großkreutz spielte Mario Götze diesmal auf links, Jakub Blaszczykowski durfte dafür auf rechts ran. Shinji Kagawa musste ebenfalls auf der Bank bleiben. Seine Position übernahm Robert Lewandowski, ganz vorne feierte Lucas Barrios dafür sein Startelf-Debüt in dieser Saison.

Keiner der drei Neuen konnte sich in der ersten Hälfte besonders gut in Szene setzen. Leitner leistete sich einige Flüchtigkeitsfehler, Barrios war zweikampfschwach und hatte wenig Präsenz. Blaszczykowski war immerhin ein Aktivposten und entscheidend an der Dortmunder Führung beteiligt: Nachdem Christian Schulz ihn am rechten Flügel gefoult hatte, gab es Freistoß für Dortmund. Schmelzers Flanke verwertete Lewandowski in der Mitte per Kopf zum 1:0 (16.).

Zu diesem Zeitpunkt waren die Schwarz-Gelben längst Herr im Haus. Ein Schmelzer-Freistoß (2.) hätte den BVB in Front bringen können, auch Blaszczykowski (7.) und Barrios (12.) hatten gute Chancen. Nach der Führung hatte Dortmund erst recht alles im Griff. Götze vergab die beste Gelegenheit zum 2:0, als er nach Flanke von Blaszczykowski und einem Fehler von Kyriakos Papadopoulus aus fünf Metern an Schalke-Keeper Lars Unnerstall scheiterte (29.).

«Viel zu viele Spieler hatten nicht das Niveau, das sie normalerweise haben. In der ersten Halbzeit war es wie eine Erwachsenen- gegen eine Schüler-Mannschaft. Das ist zu wenig, dann kann man hier nicht bestehen», schimpfte Stevens nach dem Spiel.

Doch auch nach dem Seitenwechsel dominierte Dortmund. Schalke kam zwar etwas entschlossener aus der Kabine. Doch die kurze Drangphase entpuppte sich als Strohfeuer. Der Außennetztreffer von Lewis Holtby (53.) und ein Fernschuss von Papadopoulus (88.) blieben die einzigen halbwegs gefährlichen Szenen. Auch die frühe Einwechslung von Teemu Pukki als weiterem Stürmer verpuffte.

Spätestens nach dem 2:0 hatten die Schalker das Spiel dann wohl abgehakt. Mats Hummels legte nach einer guten Stunde per Kopf für Barrios auf, der schoss aber Unnerstall an. Den Abpraller verwandelte Felipe Santana überlegt.

Höhepunkte waren danach auch in der zweiten Hälfte rar: Barrios vergab noch zwei Hochkaräter nach Vorbereitung von Lewandowski (73.) und des eingewechselten Kagawa (78.). Unnerstall sorgte kurz vor Schluss mit einem klasse Reflex gegen Lewandowski dafür, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel. Am meisten Aufregung gab es noch, als die Schalker Fans mit Pyrotechnik auf den Tribünen für kurze Unterbrechungen des Spiels sorgten und als es nach einem bösen Foul von Atsuto Uchida an Götze kurz nach dem 2:0 zur Rudelbildung kam.

Spaß hatte nach dem Abpfiff das Dortmunder Team, das fast geschlossen den Zaun an der Südtribüne erklomm, um mit den Anhängern zu feiern. Und bei den Fans des BVB dürfte noch ein besonderes Detail für gute Laune sorgen: In der Revierderby-Bilanz der Bundesliga führt Dortmund nun mit 28:27 gegen Schalke.

Diesen Artikel gibt es auch bei news.de, zusammen mit einer Fotostrecke mit den besten Bildern des 14. Spieltags.

Alle Spiele, alle Tore und Statistiken sowie die aktuelle Tabelle gibt es ebenfalls bei news.de.

Draufgeschaut: Schiller

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Friedrich Schiller (Matthias Schweighöfer) lebt für das Schreiben.

Friedrich Schiller (Matthias Schweighöfer) lebt für das Schreiben.

Film Schiller
Produktionsland Deutschland
Jahr 2005
Spielzeit 90 Minuten
Regie Martin Weinhart
Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer, Theresa Weißbach, Robert Dölle, Jürgen Tarrach, Christian Näthe
Bewertung ***

Worum geht’s?

Der junge Militärarzt Friedrich Schiller flieht aus der Kaserne in Stuttgart nach Mannheim, wo er sich eine Karriere als Schriftsteller erhofft. Doch selbst nach dem riesigen Erfolg seines ersten Stückes muss er kämpfen, um sich zwischen all den Intrigen am Hof zu behaupten.

Das sagt shitesite:

Das Biopic hat vor allem zwei Stärken: Es endet nach Schillers Mannheimer Zeit und hat mit Matthias Schweighöfer einen überzeugenden Hauptdarsteller. Auch, wenn manchmal ein bisschen arg übertrieben wird: Schiller ist ein gelungenes Porträt eines komplexen Charakters und einer spannenden Epoche.

Mangels Trailer zum Film ein bisschen Weisheit zu Schiller:

Hingehört: The Naked And Famous – “Passive Me, Aggressive You”

November 26, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · 2 Comments 
"Passive Me, Aggressive You" hat sich völlig zu Recht als Dauerbrenner etabliert.

"Passive Me, Aggressive You" hat sich völlig zu Recht als Dauerbrenner etabliert.

Künstler The Naked And Famous
Album Passive Me, Aggressive You
Label Fiction
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ****1/2

Auf Platz 4 steht Passive Me, Aggressive You gerade in den Charts von Saturn.de in der Rubrik Heavy/Alternative. Bei Amazon reicht es immerhin noch zu Platz 485 unter allen Musik-CDs. Das wäre an sich nicht weiter erstaunlich. Denn The Naked And Famous haben mit ihrem Debüt eine äußerst gelungene Platte hingelegt. Das Verwunderliche ist nur: Erschienen ist Passive Me, Aggressive You bereits im September 2010. In den Charts hat so ein altes Album normalerweise längst nichts mehr zu suchen.

Es dauerte freilich mehr als ein halbes Jahr, bis das Debüt des Quintetts aus Neuseeland überhaupt in die deutschen Charts einstieg. Nochmal ein halbes Jahr später finden sich immer noch erstaunlich viele Käufer. Das ist natürlich das Ergebnis eines cleveren Marketings. Beim MTV und Viva waren die Songs von The Naked And Famous zu hören, in Fernsehserien und Videospielen. Es ist aber auch ein Beweis für die Qualität von Passive Me, Aggressive You. Was also macht diese Platte zu solch einem Dauerbrenner?

Die Lösung ist nicht allzu schwierig. The Naked And Famous schaffen es auf Passive Me, Aggressive You schlicht und ergreifend, quasi alles auf einer CD zu vereinen, was momentan aufregend ist an Musik. Nehmen wir als Kriterium einmal das Melt-Festival (bei dem The Naked And Famous im Sommer begeisterten) und die Headliner der vergangenen beiden Jahre: Tocotronic, Massive Attack, The XX, Pulp, Paul Kalkbrenner, Robyn. Sie alle haben ihre ganz eigenen Stärken – und all diese Stärken finden sich bei The Naked And Famous.

Ähnlich wie Tocotronic haben sie nichts gegen einen hübschen Slogan. Das fängt bei den Songtiteln an (Young Blood, Girls Like You) und geht in den Texten weiter (in Frayed schaffen sie es sogar, die herrliche Studentenzeile „Procrastination baby / I had it tainted lately“ unterzubringen). Ähnlich wie die Hamburger um Dirk von Lotzow geben sie sich abseits der Bühne gerne ganz unprätentiös, haben in ihrer Musik aber durchaus Spaß an der großen Geste.

An Massive Attack könnten The Naked And Famous ihr Gespür für die richtige Atmosphäre geschult haben. The Source ist ein Beispiel dafür, das nach drei atemberaubenden Stücken zu Beginn von Passive Me, Aggressive You ein bisschen Zeit zum Luftholen gibt, dabei aber trotzdem verstörend bleibt. No Way schafft es, die Brücke von einem akustischen Intro über mächtigen Wumms hin zu einem üppigen Psychedelik-Finale zu schlagen. In Jilted Lovers erlauben sie sich sogar ein wenig Sperrigkeit und The Ends klingt eigentlich schon wie das Outro des Albums, leitet dann aber bloß über zum echten Rausschmeißer.

An The XX erinnert nicht nur das Zusammenspiel der Stimmen von Alisa Xayalith und Thom Powers. In Frayed ist es besonders betörend, wenn sie eigentlich bloß sprechen über einem Soundbett aus Gitarre und Schlagzeug, das ungeheuer heavy ist. Auch das Flüstern im etwas düsteren The Sun weist in diese Richtung.

Pulp haben nicht nur hinsichtlich der Pop-Sensibilität dieser Band Pate gestanden, sondern auch für einige der sehr cleveren Textzeilen. „What would you do if you lost your beauty / How would you deal with the light / How would you feel if nobody chased you / What if it happened tonight”, fragt Thom Powers im packenden Schlusspunkt Girls Like You. Das hat nicht nur die Poesie der Texte von Jarvis Cocker, sondern auch seine Bösartigkeit.

Ähnlich wie Paul Kalkbrenner wissen The Naked And Famous ganz genau, wie man Spannung aufbaut und die Ekstase möglichst lange am Leben erhält. Das famose Punching On A Dream ist das beste Beispiel dafür: ein paar Keyboard-Töne kündigen die Verheißung an, dann wird das Lied im genau richtigen Moment gewaltig wie eine Dampfwalze. A Wolf In Geek’s Clothing klingt, als würden The Prodigy einen Krieg gegen Manowar führen, und Kate Bush würde den Soundtrack dazu schreiben.

Von Robyn haben die Neuseeländer schließlich die Fähigkeit, gottverdammte Hits abzuliefern. Den Refrain von Punching On A Dream könnten auch die Ting Tings oder The Sounds nicht unwiderstehlicher hinbekommen. Eyes schafft es, sagenhaft kitschige Eighties-Gitarren mit noch schlimmeren Eighties-Drums zu vereinen und trotzdem einen sonnigen, modernen Kracher daraus zu machen. Und im überragenden Young Blood klingen mittlerweile schon die ersten paar Töne wie ein Klassiker. Zu 99 Prozent besteht dieses Lied aus Optimismus, aber es ist das eine Prozent Melancholie, das daraus einen großen Song macht.

Auch in punkto Eklektizismus können Robyn und The Naked And Famous (der Name stammt übrigens aus dem Song Tricky Kid von Tricky. „Wir dachten, das passt, weil sich der Songs über diese ganze Promikultur lustig macht“, verrät Schlagzeuger Jesse Wood im Interview mit news.de) als Geistesverwandte gelten. Passive Me, Aggressive You vereint Folk und Metal, Disco und Indie, Shoegaze und Pop. Der Opener All Of This hat eine Bass Drum, die in einem Technotrack nicht unerbittlicher sein könnte, der Gesang dazu ist im Refrain freilich zuckersüß wie bei den Stars, und in Summe entsteht eine Atmosphäre voller Bedrückung und dem Wissen um die unmittelbar bevorstehende Erlösung, wie sie auch die besten Songs von Joy Division auszeichnet.

Vielleicht das beste Beispiel für die Klasse dieses Albums (und auch ein guter Beleg für die fantastische Produktion, für die Thom Powers gemeinsam mit Keyboarder Aaron Short zuständig war) ist Spank. Das Lied mündet in einem atemlosen Finale, und davor ist es heavy und doch leicht, eingängig und doch komplex, plakativ und doch geheimnisvoll. So wie das gesamte Album.

Ausgelassen, aktuell und mit einem Prozent Melancholie: Das sehr hübsche Video zu Young Blood:

The Naked And Famous bei MySpace.

Draufgeschaut: Der Rosenkrieg

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Barbara Rose (Kathleen Turner) will sich von ihrem Mann Oliver (Michael Douglas) scheiden lassen.

Barbara Rose (Kathleen Turner) will sich von ihrem Mann Oliver (Michael Douglas) scheiden lassen.

Film Der Rosenkrieg
Originaltitel The War Of The Roses
Produktionsland USA
Jahr 1989
Spielzeit 116 Minuten
Regie Danny DeVito
Hauptdarsteller Michael Douglas, Kathleen Turner, Danny DeVito, Marianne Sägebrecht
Bewertung *****

Worum geht’s?

Barbara und Oliver Rose scheinen glücklich verheiratet. Sie haben Erfolg im Beruf, gute Freunde und ein wunderschönes Haus. Doch als ihre Kinder das Haus verlassen, stürzt die Fassade ein. Barbara will die Scheidung – und löst damit einen Kampf bis aufs Blut aus.

Das sagt shitesite:

Sehr subtil werden in Der Rosenkrieg zu Beginn die kleinen Kompromisse und großen Frustrationen des Ehelebens gezeigt. Das ist das Reservoir, aus dem Der Rosenkrieg dann seine ungeheuer destruktive Dynamik und seinen tiefschwarzen Humor schöpft. Schön grausig und grausig schön.

Bestes Zitat:

“Are you happy? – I’m more than happy. I’m married.”

Der Trailer zum Film: