Draufgeschaut: Babel


Richard (Brad Pitt) bangt um das Leben seiner Frau Susan (Cate Blanchett).

Richard (Brad Pitt) bangt um das Leben seiner Frau Susan (Cate Blanchett).

Film Babel
Produktionsland Frankreich/USA/Mexiko
Jahr 2006
Spielzeit 142 Minuten
Regie Alejandro González Iñárritu
Hauptdarsteller Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Koji Yakusho
Bewertung *****

Worum geht’s?

Im Marokko wird eine amerikanische Touristin angeschossen. In Tokio versucht ein Mädchen, einen Polizisten zu verführen. Und in Mexiko wird eine Hochzeit gefeiert, und die Mutter des Bräutigams bringt die beiden Kinder mit, auf die sie als Kindermädchen aufpassen soll. Irgendwie hängen diese drei Ereignisse zusammen – und ergeben so ein faszinierendes Bild unserer modernen Welt.

Das sagt shitesite:

Schon der Titel macht deutlich, dass Babel die Dinge aus einem sehr hohen Blickwinkel betrachtet und sich den ganz großen Fragen nähert. Es liegt nicht allzu fern, da gleich Hybris und vor allem Langeweile zu befürchten. Doch Babel schafft es tatsächlich, eine moderne Variante der biblischen Geschichte vom Turmbau zu werden. Und das gelingt hier ausgerechnet, weil nicht auf Philosophie und erhobenen Zeigefinger gesetzt wird, sondern auf das Menschlich-Allzumenschliche. Babel zeigt, was es überall auf der Welt gibt: Kinderstreiche, Beziehungskrisen, frustrierte Teenager, Misstrauen, familiären Zusammenhalt, Fremdenangst.

Bezeichnenderweise werden die drei verschiedenen Schauplätze des Films lange Zeit nicht benannt. Auch dahinter steckt die Botschaft: Diese Drama, das aus scheinbar harmlosen Anekdoten erwächst, könnte sich überall abspielen, denn in allen Kulturen gibt es Musik, Drogen, Kummer, Lebensfreude, Übermut, Einsamkeit und den Drang, sich zu beweisen.

Sehr schlau verbindet Babel diese Stränge zu einer beeindruckenden Parabel über Sprachbarrieren, über das Misslingen von Kommunikation auf fast allen denkbaren Ebenen. Babel zeigt: Wir haben eine globalisierte Welt gebaut. Aber wir haben noch immer keine Möglichkeit gefunden, uns zu verständigen.

Bestes Zitat:

„Meine Mum hat gesagt, Mexiko ist voll gefährlich. – Ja, es ist voller Mexikaner.“

Der Trailer zum Film:

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