Reservoir Dogs


Film Reservoir Dogs

Reservori Dogs Review Kritik

Mr. Blonde (Michael Madsen), Mr. White (Harvey Keitel) und Mr. Pink (Steve Buscemi) haben einen Raubüberfall in den Sand gesetzt.

Produktionsland USA
Jahr 1992
Spielzeit 95 Minuten
Regie Quentin Tarantino
Hauptdarsteller Harvey Keitel, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino, Tim Roth
Bewertung

Worum geht’s?

Joe Cabot ist ein erfahrener Gangsterboss. Für seinen neusten Coup hat er eine bunte Truppe zusammengestellt, die einen Juwelier ausrauben soll. Die Beteiligten haben durchweg Codenamen und kennen sich gegenseitig größtenteils nicht. Der Raub geht allerdings katastrophal schief: Die Polizei taucht viel zu früh auf, einer der Gangster flippt aus, die Angelegenheit endet in einem Blutbad. Neben Polizisten und Unbeteiligten hat es auch einige der Gangster erwischt. Mr. Orange ist schwer verletzt und wird von seinem Komplizen Mr. White zum vereinbarten Treffpunkt gebracht und notdürftig verarztet. In dem leerstehenden Lagerhaus treffen nach und nach auch andere Mittäter ein. Die Beute konnten sie zwar sichern, aber es ist auch klar: Einer von ihnen muss den Plan an die Polizei verraten haben. Das gegenseitige Misstrauen führt schnell zu weiteren Opfern.

Das sagt shitesite:

Das Debüt von Quentin Tarantino zeigt bereits viele typische Stilmittel, für die er bei den folgenden Produktionen noch mehr gefeiert werden sollte als mit Reservoir Dogs: Es gibt einen exquisiten Soundtrack, dessen Songs das Geschehen nicht nur untermalen, sondern in eine Beziehung dazu treten. Es gibt schonungslose Gewalt, von der schockierenden Folterszene bis hin zum Mexican Standoff. Es gibt eine Feier der Coolness, nicht nur mittels der Requisite und des hier sehr spartanische Settings, sondern vor allem über die Wortgefechte seiner Protagonisten (auch wenn aus heutiger Sicht irritiert, dass die Dialoge in Reservoir Dogs gerne rassistisch, homophob oder stumpf gewaltverherrlichend werden, um die Figuren noch abgebrühter erscheinen zu lassen).

Im Vergleich zu seinen späteren Filmen sind diese Eigenheiten hier deutlich höher konzentriert zu finden. Dank des Figurenensembles von durchgeknallt bis besonnen und der sehr starken Schauspieler entsteht eine enorme Intensität, gerade durch die Verschachtelung des Plots wird die Konsequenz deutlich, mit der Tarantino hier seine Lieblingsthemen in den Mittelpunkt stellt. Den eigentlichen Raubüberfall zeigt er überhaupt nicht – das ist vielleicht das stärkste Indiz für seinen Fokus: Es geht nicht um die Handlung, sondern um die Handelnden. Wie ticken diese Männer? Was treibt sie an? Was muss man ihnen zutrauen? Gibt es – bei all dem fast nihilistischen Pragmatismus und all der kaltblütigen Routine, sie sie hier an den Tag legen – trotzdem irgendetwas, vor dem sie zurückschrecken würden? Diese Fragen stehen im Zentrum, und die Frage, ob der missglückte Diamantenraub verraten wurde oder einfach Pech war, ist der Katalysator dafür.

Auf einzigartige Weise inszeniert der Regisseur damit die Themen, die all seine Werke prägen, nämlich Coolness und Outsider-Ethos. Coolness ist für diese Gangsterbande etwas ganz anderes als Gleichmut. Für sie geht es darum, zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist, aber ihnen ist nicht alles egal. Sie haben ein eigenes Wertesystem, in dem man einem Polizisten, der als Geisel genommen wurde, die Ohren abschneiden darf, aber nicht die Kumpels verraten. Natürlich will jeder von ihnen ein möglichst großes Stück von der Beute für sich haben, auch Hahnenkämpfe werden genossen, aber Zuverlässigkeit, Diskretion und Loyalität sind für alle in diesem Geschäft unantastbar, denn sie sind letztlich Voraussetzung für das eigene Überleben.

Das ist natürlich eine Parabel für die Gesellschaft insgesamt: Ich brauche die anderen, um selbst voranzukommen, ich muss Konventionen akzeptieren und Kompromisse schließen können. Die Besonderheit in Reservoir Dogs (und insgesamt bei Tarantino) ist der überdeutliche Hinweis, dass hinter diesem Geben und Nehmen kein Idealismus und keine Empathie stecken, sondern blanker Egoismus. So ist auch die Eingangsszene zu interpretieren, in der die Gangster vor dem Überfall in einem Restaurant zusammensitzen und über diverse Lapalien wie Trinkgeld-Politik oder Madonnas Like A Virgin diskutieren. Es wirkt, als würden ganz normale Kollegen mit ganz normalen Jobs in einer ganz normalen Mittagspause plaudern. Auch dieser Beginn soll zeigen: Kriminalität und Gewalt sind letztlich ein ganz normales Business – und auch nicht schmutziger als die Dinge, die wir alle jeden Tag tun.

Bestes Zitat:

„Ich bin allergisch gegen Alarmanlagen.“

Der Trailer zum Film.

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