Hingehört: Deadmau5 – „Raise Your Weapon“


Mit "Raise Your Weapon" zeigt Deadmau5: Er kann mehr als House.

Mit "Raise Your Weapon" zeigt Deadmau5: Er kann mehr als House.

Künstler Deadmau5
Single Raise Your Weapon
Label Virgin
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***

Das Jahr 2010 war ein durchaus ereignisreiches für Joel Thomas Zimmermann, besser bekannt als Deadmau5. Der Kanadier hat beispielsweise einen Remix von Robyns Dancing On My Own beigesteuert (zu seinen Remix-Auftraggebern gehörten vorher auch schon Daft Punk oder Calvin Harris). MTV engagierte Deadmau5 im vergangenen Jahr als DJ des Vertrauens für die Video Music Awards. Und dort schaffte er es dann auch prompt, mit Lindsey Gayle Evans anzubandeln, besser bekannt als Playmate des Monats Oktober 2009.

Nicht zuletzt veröffentlichte Deadmau5 auch noch Raise Your Weapon, die sage und schreibe siebte Single-Auskopplung aus seinem Album 4×4=12. Und damit einen höchst erstaunlichen Track für jemanden, der sonst fast immer nur mit House in Verbindung gebracht wird.

Raise Your Weapon beginnt mit einem stilvollen Piano, dann erklingt der Gesang von Greta Svabo Bech. Die Stimme der Sängerin, die auf den Färöer Inseln geboren wurde und jetzt als Sängerin ihr Talent einer Liverpooler Band namens Picture Book leiht, ist zweifelsohne der Star in diesem Track. Die ersten Takte singt Greta Svabo Bech mit viel Kraft und Seele, dann bei den Titelzeilen bekommt ihr Gesang plötzlich eine frappierende Zerbrechlichkeit. Als der erste Refrain verklungen ist, hält eine zauberhafte Ibiza-Entspanntheit in dem Track Einzug, ab der Hälfte mutiert Raise Your Weapon aber plötzlich zu einer Dubstep-Nummer, um ganz am Ende auch noch kurz eine TripHop-Morgendämmerung heraufzubeschwören. Das ist höchst gekonnt und durchaus erstaunlich.

Die Remixes von Raise Your Weapon faszinieren ebenfalls. Der Stimming Remix holt den Deadmau5-Track in den Club, aber in einen, der gerade mit einem Eisberg kollidiert ist oder im Höhenflug einen Düsenjet gerammt hat. Alles taumelt hier, die Stimme ist verfremdet, die Ekstase ist bloß noch eine Erinnerung. Aber irgendetwas in diesem Stück will sich noch nicht geschlagen geben.

Noch etwas schneller zur Sache kommt der Noisia Remix. Schon in der ersten Strophe schleichen sich peitschende Drums an, nach dem Refrain bricht ein Inferno los. In der zweiten Hälfte hat diese Bearbeitung aber fast nichts mehr zu bieten.

Der eindeutige Höhepunkt, sogar besser als das Original von Deadmau5, ist der Madeon Remix von Raise Your Weapon. Der Track wird darin schlicht französisiert: Am Anfang gibt es eine Wah-Wah-Gitarre à la Stardust, dann die Power und Vertracktheit von Justice und durchweg die Pop-Sensibilität von David Guetta. Ein Kracher.

Da muss sogar die Kamera den Beat mitnicken: Raise Your Weapon live in Denver:

Deadmau5 bei MySpace.

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