Draufgeschaut: Goyas Geister


Film Goyas Geister

Francisco Goya (Stellan Skarsgård) soll sich für seine Muse einsetzen.

Francisco Goya (Stellan Skarsgård) soll sich für seine Muse einsetzen.

Produktionsland Spanien
Jahr 2006
Spielzeit 114 Minuten
Regie Miloš Forman
Hauptdarsteller Natalie Portman, Javier Bardem, Stellan Skarsgård
Bewertung

Worum geht’s?

Inés ist eine Tochter aus gutem Hause im Spanien des späten 18. Jahrhunderts. Im Hofmaler Francisco Goya hat sie einen großen Bewunderer, er verewigt sie auf mehreren Bildern. Dann wird sie allerdings von der Inquisition verhaftet und gesteht unter Folter, eine Ketzerin zu sein. Bis zu einem endgültigen Urteil soll sie in Haft bleiben. Die Familie von Inés bittet Goya, sich für das Mädchen einzusetzen, denn der Maler hat nicht nur exzellente Beziehungen zum spanischen König, sondern auch zu Pater Lorenzo, der die Inquisition wieder zu neuer Stärke führen möchte. Doch die Bemühungen sind vergeblich. Inés kommt erst 15 Jahre später frei, als Napoleon Spanien erobert und eine Amnestie erlässt. Damit kommt aber auch ein Geheimnis ans Licht, bei dessen Aufklärung Inés – inzwischen von Krankheit und Folter gezeichnet – erneut die Hilfe von Goya braucht.

Das sagt shitesite:

Goyas Geister ist ein origineller, ästhetisch fantastischer Historienfilm. Durch das Auge des Künstlers Goya wird das Zeitalter betrachtet, in dem die Vorherrschaft nicht nur der Kirche, sondern des Glaubens endete und von der Individualität abgelöst wurde. Aufklärung gegen Dogma, eigenes Denken gegen Gehorsam – das sind die Konflikte, die hier den Rahmen bilden. Goyas Kunst ist dabei einerseits ein Medium, das diesen Wandelt dokumentiert, andererseits selbst Ausdruck des Wandels. Seine Bilder werden hier passend dazu mal als quasi-authentische historische Quellen inszeniert, mal als unnachahmliche Erzeugnisse eines unverwechselbaren Geistes.

So klassisch die Form ist, so glänzend das Ensemble agiert, so seltsam ist allerdings der Inhalt. Goyas Geister kann sich nicht recht entscheiden, ob es ein wichtiges Kapitel aus dem Leben des Malers erzählen will, die tragische Geschichte von Inés in den Fokus rücken möchte oder die französische Besatzung in Spanien thematisieren sollte. Das wirkt ein wenig unausgegoren, sodass auch der Sprung um 15 Jahre ziemlich genau in der Mitte des Filmes nicht gerade zwangsläufig wirkt. Alles wird angekratzt, aber es wird nicht deutlich, worin letztlich der Kern dieses Films bestehen soll.

Womöglich ist es die Idee, dass sich der Terror der Inquisition nicht allzu sehr von der verblendeten Willkür der Franzosen unterscheidet. Zu keiner Zeit und von keinem Mächtigen gibt es in Goyas Geister so etwas wie Barmherzigkeit. Dass man diese Zielrichtung nur vermuten kann, und dass Regisseur Miloš Forman keinerlei Versuch unternimmt, diesem Ansatz zumindest auf formaler Ebene so etwas wie Aktualität zu geben, spricht allerdings nicht gerade für die Stärke des Fims.

Bestes Zitat:

“Ihr solltet es nicht persönlich sehen, aber ihr, Vater, ihr seid die Inkarnation von blindem Fanatismus und Vetternwirtschaft. Ihr seid das Werkzeug, mit dem einige wenige die Vielen in Ketten gehalten haben. Ihr seid ein Beispiel für die widerlichste Seite Spaniens.”

Der Trailer zum Film:

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