Hingehört: Bodi Bill – “What?”
| Künstler | Bodi Bill |
| Album | What? |
| Label | Sinnbus |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Bewertung | **1/2 |
„Kunst kann man nicht lernen – sie muss einem gegeben sein“, hat die Galeristin und Fotografin Marianne Feilchenfeldt vor zwei Jahren in ihren Memoiren geschrieben. Darüber kann man streiten. Es gibt aber tatsächlich eine Menge Leute, die der Idee einer Kunsthochschule sehr kritisch gegenüber stehen. Manch einer meint: So eine Einrichtung bringt zwar massenhaft blasierte Arschlöcher, Depressionen und Schwangerschaftsabbrüche hervor, aber keine Kunst.
Bodi Bill sind, nach allem was man hört, durchaus nette Kerle. Doch das Trio aus Berlin, dessen Mitglieder durchweg kreative Studiengänge an verschiedenen deutschen Hochschulen durchlaufen haben, verkörpert auf seinem dritten Album What? geradezu das Prinzip Kunsthochschule.
Das hat zunächst unangenehme Folgen: Der Bandname ist kacke. Der Albumname ist kacke. Das Cover ist kacke. Es zeigt irgendwelche Steine, Mineralien, zusammengefügt zu einer Art Weltkugel. Im Presseinfo wird dann auch noch erklärt, was die Bedeutung dahinter ist: Bodi Bill haben auf What? versucht, alles am Wegesrand mitzunehmen, „es zu schütteln, aneinander zu klopfen und umzudrehen, um wenigstens einmal drunter zu schauen“.
Und dann ist ja auch noch die Musik. Und die entspricht bei den Berlinern tatsächlich diesem Anspruch. Ganz vieles auf What? verändert sich ständig, die Platte schließt ganz Vieles ein - und bleibt doch stringent, individuell im Klang. “Wir arbeiten seit 2006 daran, unseren eigenen Sound zu finden. Und wir sind diesem Ziel wieder ein Stück näher gekommen”, sagt Sänger Fabian Fenk im Interview mit MTV zurecht.
Eine nervöse Gitarre flirrt im Opener Paper um seine Stimme, die wie der junge Robert Smith klingt. Brand New Carpet könnte mit einem fetten Beat ein Club-Kracher sein, bleibt aber lieber ganz subtil. Auch in Pyramiding bleibt die wuchtige E-Gitarre eine winzige, nur sekundenlange Drohung, der Rest ist zwar nicht Chillout, aber stille Verzweiflung.
Der Titelsong (den man übrigens hier kostenlos herunterladen kann) ist ähnlich elegant wie die Stücke von Hurts, Garden Dress verzichtet fast völlig auf das hier vorherrschende Elektronik-Fundament, The Net wird leicht exotisch, And Patience ist ähnlich komplex und durchgestylt wie die Stücke von Kraftwerk. Sea Foam bekommt einen New-Order-Bass verpasst und der Rausschmeißer Friends (natürlich vor dem obligatorischen Hidden Track) dürfte allen Jüngern der Herren Gahan & Gore die Tränen in die Augen treiben.
Der Höhepunkt ist freilich Hotel. Der Song klingt ein bisschen wie ein Fiebertraum von David Byrne. „You say: If I keep on watching those violent movies, I might turn out to be a criminal one day“, ist etwa zur Hälfte plötzlich zu hören, von einer entstellten Stimme, die von einem Kind kommen könnte, aber auch von einer Hexe.
Es ist einer der wenigen Momente auf What?, in denen Bodi Bill wirklich packend, fesselnd, spannend sind. Der Rest ist viel Ausprobieren, ganz nett, recht interessant – und eine gute Dosis Prahlerei. Bodi Bill haben unverkennbares Talent, ein hohes Maß an Kreativität und enorme Stilsicherheit. Aber was ihren Liedern fehlt, ist eine Verankerung in der Erfahrung, in der Welt. Das ist l’art pour l’art im schlechteren Sinne. Oder eben: Kunsthochschule.
Kein Wunder bei dieser Ausbildung: Bodi Bill machen alles selbst. Und das Video zu Brand New Carpet ist wunderhübsch geworden:
„Kunst kann man nicht lernen – sie muss einem gegeben sein.“ – Serie: Die Memoiren der Marianne Feilchenfeldt
Draufgeschaut: Independence Day

Der Kampfpilot Steve Hiller (Will Smith, links) und der Forscher David Levinson (Jeff Goldblum) müssen die Erde vor Außerirdischen retten.
| Film | Independence Day |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1996 |
| Spielzeit | 138 Minuten |
| Regie | Roland Emmerich |
| Hauptdarsteller | Will Smith, Bill Pullman, Jeff Goldblum |
| Bewertung | *** |
Worum geht’s?
Astronomen empfangen ein seltsames Signal aus dem All. Bald ist klar: Außerirdische sind unterwegs zur Erde. Doch nicht als friedliche Besucher, sondern als Eroberer. Der US-Präsident, ein Pilot und ein Forscher müssen alles wagen, um die Erde zu retten.
Das sagt shitesite:
Imposante Effekte, unbändige Zerstörungslust und ein gewisser Humor sind in Independence Day genug, um über die ungalubwürdige Story und das unerträgliche Pathos hinwegzuhelfen. Roland Emmerich scheint sich in Independence Day erneut als Über-Patriot profilieren zu wollen, legt aber immerhin solides Actionkino hin.
Der Trailer zum Film:
Hingehört: Per Gessle – “Gessle Over Europe”
| Künstler | Per Gessle |
| Album | Gessle Over Europe |
| Label | Emi |
| Erscheinungsjahr | 2009 |
| Bewertung | **** |
Als Roxette 1994/95 ihre Welttournee zum Album Crash! Boom! Bang! absolvierten, da gab es am Merchandising-Stand ein kleines Büchlein zu kaufen. Auf den hinteren Seiten stellt die Band sich per Steckbrief vor, und jeder muss dabei zwei Dinge nennen, die er mit den 1970er Jahren verbindet. Per Gessle antwortet: Plateauschuhe und Live-Alben.
15 Jahre später ist es soweit: Per Gessle veröffentlicht sein erstes Live-Album. Derlei Konzertmitschnitte hat er früher einmal eher kritisch betrachtet (“they feel more like second-rate Greatest Hits albums”, hatte Per noch gesagt, als er mit Roxette und Tourism zumindest ein Beinahe-Live-Album herausbrachte). Trotzdem gibt es Gessle Over Europe. Und nicht nur der Titel klingt nach einem Triumphzug.
Denn Gessle Over Europe erscheint nicht nur 15 Jahre nach besagtem Buch, sondern immerhin auch acht Jahre nach der letzten Platte mit neuen Roxette-Songs. Eine lange Zeit – und deshalb ist Gessle Over Europe dominiert, sogar beseelt von dem Wunsch des Künstlers, seine besten Lieder endlich wieder zu spielen, und von der Dankbarkeit der Fans, diese Lieder noch einmal zu hören.
Die beiliegende DVD zeigt mit 100 X Tribal Homevideos nicht nur, wie entspannt Per und die Band diese Tournee hinter sich bringen. Es kommen auch südamerikanische Fans zu Wort, die extra ihre Hochzeit verschoben haben, um das Konzert von Per Gessle im Circus in Stockholm (das es in kompletter Länge ebenfalls auf der DVD gibt) erleben zu können. Und zwischen den einzelnen Songs erzählt Per Gessle in kurzen Interviews, wie großartig es sich anfühlt, für diese Leute quasi den Soundtrack zu ihrem Leben geschrieben zu haben.
Diese Entspanntheit, diese Grundstimmung von Dankbarkeit und lockerer Wiedersehensfreude, tut auch der Musik hörbar gut. Neun der Lieder stammen von Per Gessles englischsprachigen Soloplatten, elfmal spielt er Roxette-Stücke, dazu kommt eine Coverversion der Monkees-B-Seite Steppin’ Stone, und viele dieser Lieder werden neu arrangiert, entschlackt.
Schon zum Beginn ist Dressed For Success der beste Beweis dafür. Eine Orgel ist hinzugekommen, der Rest ist erstaunlich luftig – und dadurch wirkt der Song, der immerhin mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat, wie wiederbelebt. 7Twenty7 bekommt zusätzlichen Druck und ist nun nicht mehr bloß ein Rennauto, sondern eine Rakete. In Opportunity Nox wird das Keyboard durch eine Gitarre ersetzt und ein Tamburin übernimmt den Part der Computerbeats – das funktioniert um Welten besser als die Studio-Version.
Joyride erlebt einen zweiten Frühling dank eines völlig veränderten Basslaufs. Und sogar It Must Have Been Love klingt nicht mehr wie die Schnulze aus dem Pretty Woman-Soundtrack, sondern bedeutet plötzlich wieder etwas, weil der Gesang von Per Gessle tatsächlich todtraurig klingt.
Überhaupt überrascht Gessle an mehreren Stellen, an denen er die Parts singt, die bei Roxette sonst Marie Fredriksson vobehalten sind. Wish I Could Fly ist so ein Fall, das hier etwas muskulöser daherkommt. Eine Performance wie beim Rausschmeißer Queen Of Rain hätte man ihm kaum zugetraut. Und auch Sleeping In My Car, das im Rock-Kontext von Gessle Over Europe viel schlüssiger klingt, überzeugt.
Diese Songs sind ganz klar besser gealtert als viele der Bandmitglieder (Schlagzeuger Pelle Alsing ist arg in die Breite gegangen und sieht mittlerweile eher aus wie Axel Prahl denn wie James Dean, Keyboarder/Produzent Clarence Öfwerman scheint zum Doppelgänger von Heinz-Rudolf Kunze mutieren zu wollen). Vielleicht am deutlichsten führt das Listen To Your Heart vor Augen. “This is pretty much the 80s to me”, kündigt Gessle das Lied an – doch ganz akustisch gespielt wird deutlich, dass die Ballade schlicht zeitlos ist.
Dazu kommen auf Gessle Over Europe, das Aufnahmen von insgesamt acht Konzerten vereint, die Solosongs, die kompositorisch oft sogar noch über den großen Roxette-Klassikern rangieren. Wenn Gessle in Drowning In Wonderful Thoughts About Her mittendrin “Oh yeah” singt, dann klingt das nicht wie eine Phrase, sondern wie eine Verheißung. I Have A Party In My Head (I Hope It Never Ends) gerät herrlich warm und unschuldig. Das elegante Late Later On bekommt ein psychedelisches Ende verpasst und verzaubert mit dem Zusammenspiel der Stimmen von Gessle und Helena Josefsson. Doesn’t Make Sense zeigt, dass “mellow” keineswegs ein Schimpfwort ist, C’Mon wird funky, Are You An Old Hippie, Sir? gleicht einem Endorphin-Rausch.
Gessle Over Europe hat alles, was ein Live-Album haben muss: Spielfreude, Überraschungen, einen feinen Spannungsbogen. Wenn die anstehenden Konzerte von Roxette nur halb so gut werden, darf man schon feiern.
Per Gessle spielt Dressed For Success live während seiner Party Crasher-Tour, und die Fans schwärmen vorab ein bisschen:
Draufgeschaut: Kebab Connection
| Film | Kebab Connection |
| Produktionsland | Deutschland |
| Jahr | 2005 |
| Spielzeit | 91 Minuten |
| Regie | Arno Saul |
| Hauptdarsteller | Nora Tschirner, Denis Moschitto |
| Bewertung | **** |
Worum geht’s?
Ibo träumt davon, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen und ein berühmter Regisseur zu werden. Doch vorerst muss er sich damit begnügen, wegen der Werbespots für die Dönerbude seines Onkels als lokale Berühmtheit zu gelten. Als seine Freundin Tizzi schwanger wird und ihn seine Familie deshalb verstößt, ist das ein weiterer Dämpfer. Ibo will beide zurückerobern. Doch außer seinen Filmen scheint ihm kaum etwas zu gelingen.
Das sagt shitesite:
Ein wunderbar leichter, charmanter und witziger Umgang mit dem Thema Multikulti zeichnet Kebab Connection aus. Die zahllosen Zitate werden Cineasten erfreuen, für alle anderen bleibt Kebab Connection noch immer ein sehr feiner Film über die Liebe.
Der Trailer zum Film:
Abteilung Attacke
Seit sich ddp im September mit dem deutschen Ableger von AP zu dapd zusammengeschlossen hat, probt die neue Nachrichtenagentur den Aufstand. Nun können die Berliner tatsächlich ein komplettes Konkurrenz-Angebot in den Kampf mit Platzhirsch dpa schicken, denn dapd hat nun auch ein Sportressort. Ab 15. April sollen die ersten Kunden mit einem Testlauf versorgt werden, richtig los geht es dann am 1. August. Die Macher versprechen, auf journalistischen Anspruch und Exklusivität zu setzen. Dafür soll das Team von dapd Sport von derzeit 30 noch auf 50 Mitarbeiter erweitert werden. Damit könnte der Service nicht nur dpa weitere Kunden abjagen, sondern vor allem eine ernsthafte Konkurrenz für den Sport-Informationsdienst (sid) werden.
Den kompletten Artikel gibt es bei news.de.
Draufgeschaut: Jurassic Park
| Film | Jurassic Park |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1993 |
| Spielzeit | 123 Minuten |
| Regie | Steven Spielberg |
| Hauptdarsteller | Richard Attenborough, Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Bob Peck, Samuel L. Jackson |
| Bewertung | **** |
Worum geht’s?
Eine Gruppe von Wissenschaftlern wird auf eine abgelegene Insel eingeladen. Dort hat der Milliardär John Hammond einen Freizeitpark der besonderen Art geplant: In riesigen Gehegen sind echte Dinosaurier zu sehen. Die Wissenschaftler sind zunächst fasziniert, dann aber besorgt über die genetischen Experimente, die das alles ermöglicht haben. Und sie behalten Recht: Der Park gerät außer Kontrolle.
Das sagt shitesite:
Spannend und mit noch heute faszinierenden Special Effects wird in Jurassic Park nicht nur intelligentes Actionkino inszeniert. Der Film stellt auch nach wie vor aktuelle Fragen nach der Verantwortung der Wissenschaft. Sehr gelungen.
Der Trailer zum Film:
Hingehört: Frankie & The Heartstrings – “Hunger”
| Künstler | Frankie & The Heartstrings |
| Album | Hunger |
| Label | PopSex |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Bewertung | **** |
Mein Gott, die Musik. Muss ganz schön was durchmachen. Für ganz schön viel herhalten. Für Thomas Carlyle ist sie „die Sprache der Engel“. Carl Ludwig Scheich sieht in der Musik „die Philosophie der Gefühle“. Bettina von Arnheim hat in ihr „die Berührung zwischen Gott und der Seele“ erkannt. „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“, meint Ludwig van Beethoven. Und für Oscar Wilde ist die Musik schlicht „der vollkommenste Typus der Kunst“, weil sie nie ihr letztes Geheimnis verrate.
Mag ja sein. Sie haben alle Recht. Es muss aber im Angesicht von so viel hochtrabenden Lobpreis auch gesagt werden: Musik ist einfach Spaß. Frankie & The Heartstrings sind der beste Beweis dafür. Das Quintett aus Sunderland ist auf Hunger, seinem morgen endlich auch in Deutschland erscheinenden Debütalbum, mit unverkennbarer Freude bei der Sache. Und, was noch viel besser ist: Hunger macht Spaß. Sehr, sehr großen Spaß.
Man hatte das schon ahnen können, denn fünf der zehn Lieder haben Frankie & The Heartstrings schließlich im vergangenen Jahr schon als Single veröffentlicht – und damit für reichlich Furore gesorgt. Das irre intensive Fragile war für Geoff Travis, den legendären Gründer von Rough Trade Records, die Platte des Jahres. Hunger braucht als Refrain nichtmal einen Text, sondern setzt gleich auf ein Bläser-unterstütztes „Ohoho“. Tender ist umwerfend catchy und schafft es, im Refrain nicht nur die Textzeilen „yeah yeah / whoo“ einzubauen, sondern auch noch ein Call-And-Response-Spiel zwischen Gesang und Gitarre. Das trotzige Want You Back hat die gespielte Verzweiflung der besten Eighties-Schmonzetten, dazu noch ordentlich Bläser-Power. Ungrateful verbindet eine New-Order-Gitarre mit einem grandios stoischen Bass und einem wildgewordenen Discobeat.
Auch der Rest von Hunger hält dieses Level. Der Opener Photograph beginnt mit einem hingehauchten Gesang, dann setzt eine Surf-Gitarre ein und danach geht es mit einem Rockabilly-Beat und irrem Schwung schnurstracks in Richtung Killer-Refrain, samt hysterischem Gesang von Frankie Francis. In It’s Obvious läuft dann der Bass Amok, der Rausschmeißer Don’t Look Surprised könnte ein Antwortsong auf Blondies Dreaming sein.
Dabei wird das Erfolgsrezept von Frankie & The Heartstrings schnell deutlich: Sie haben keinerlei Angst davor, theatralisch zu sein und mit längst etablierten Versatzstücken zu arbeiten. Ihr eigenes Label haben sie PopSex getauft. Ihre Songs sind genauso treffsicher und plakativ wie dieser Name – und sie zeigen ebenfalls diese verspielte Cleverness, die Frankie & The Heartstrings etwa mit Art Brut, den Young Knives, Hot Club de Paris oder den Good Shoes teilen. Quasi alles auf Hunger ist höchst eingängig, extrem mitreißend, zündet sofort.
Das könnte natürlich schnell berechenbar und oberflächlich wirken. Doch da ist nicht nur die Stilsicherheit von Edwyn Collins vor, der das Album produziert hat. Sondern auch ein Sound, der so rückwärtsgewandt ist, dass er vielleicht nicht zukunftsweisend, aber doch extrem selbstbewusst ist: Wie einst in den 1950er Jahren sind Schlagzeug und Gesang im Mix sehr präsent, der Bass wird eher als Melodie- denn als Rhythmusinstrument eingesetzt und dazu gibt es Orgel, Bläser oder mehrstimmigen Gesang. Alles wird dem Song und seiner Wirkung untergeordnet. Und die Ergebnisse sprechen für sich.
Mit so starken Songs, so viel Originalität und so viel Willen zum eigenen Stil kann man sich dem Fazit des NME nur anschließen: Hunger ist ein Debüt, “that’s less an album and more a manifesto”.
Hatte ich schon Fifties gesagt? Das Video zu Tender verlegt den Beat Club noch ein bisschen nach vorne:
Frankie & The Heartstrings bei MySpace.
Draufgeschaut: Interview mit einem Vampir
| Film | Interview mit einem Vampir |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 1994 |
| Spielzeit | 118 Minuten |
| Regie | Neil Jordan |
| Hauptdarsteller | Brad Pitt, Tom Cruise, Christian Slater, Kirsten Dunst, Antonio Banderas |
| Bewertung | ***** |
Worum geht’s?
Louis erzählt einem Radioreporter seine Lebensgeschichte: Er ist ein Vampir, seit 200 Jahren. Als er damals zum Untoten gemacht wurde, konnte er sich zunächst nicht mit seinem Schicksal anfreunden, weil er keine Menschen töten und aussaugen wollte. Erst, als er die kleine Claudia zu seiner Begleiterin machte, tauchte er voll und ganz in das Leben als Vampir ein. Doch auch viele Jahrzehnte später ist er noch immer rastlos auf der Suche nach dem Schlüssel seiner Existenz.
Das sagt shitesite:
Die opulente Ausstatung und die exzellenten Darsteller dienen in Interview mit einem Vampir der spannenden und angesichts des Sujets erstaunlich schlüssigen Story. Tragik statt Grusel – dieses Konzept geht in Interview mit einem Vampir wunderbar auf.
Der Trailer zum Film:
Hingehört: Wagon Christ – “Toomorrow”
| Künstler | Wagon Christ |
| Album | Toomorrow |
| Label | Ninja Tune |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Bewertung | **1/2 |
“You can’t feel funky working off a laptop”, hat Luke Vibert einmal in einem Interview mit der BBC behauptet. Ausgerechnet er! Schließlich ist Luke Vibert, der Mann hinter Wagon Christ (und Plugs und Amen Andrews und gefühlt achthundert anderen Künstlernamen), seit fast 20 Jahren dabei, das Gegenteil zu beweisen. Der Mann aus Cornwall hat so ziemlich die gesamte elektronische Bandbreite von Ambient bis Disco, von Drum’N’Bass bis zu Techno erforscht. Anfang der 1990er war das noch revolutionär.
Toomorrow, das sechste Album, das Luke Vibert unter dem Namen Wagon Christ herausbringt, ruht sich nur zum Teil auf diesen Lorbeeren aus. Zwar gibt es auf Toomorrow eine unerschütterliche, allem zugrunde liegende Entspanntheit. Doch in Wagon Christ steckt auch noch genug Kreativität, um sich damit über die Masse zu erheben.
Einzelne Stücke herauszuheben, macht kaum Sinn, denn die Herangehensweise ist bei Wagon Christ oft ähnlich: Es gibt eine deutlich spürbare Offenheit für (und Liebe zu) HipHop, die zumindest für etwas Pepp sorgt. Der Rest ist meist ein sehr tiefer Bass, der auf Breakbeats und soften Funk trifft. Dazu profitiert das Album von Stimm-Samples (gesprochen und gesungen, fast immer bearbeitet), die deutlich cleverer ausgewählt sind als es die schlechten Wortspiele in den Songtiteln (und auch im Albumtitel) erahnen lassen.
Irgendwo zwischen Schlafzimmer und Großraumdisco hat sich Wagon Christ damit eingerichtet. Das ist streckenweise etwas belanglos und läuft immer Gefahr, sich komplett zu verflüchtigen. Aber damit muss man wohl rechnen bei einer Musik, die inzwischen gerne „stoned exotica“ genannt wird.
Für das Video zu Chunkothy gilt wohl dasselbe wie für die Musik von Wagon Christ: Womöglich macht das alles mehr Spaß, wenn man bekifft ist:
httpv://www.youtube.com/watch?v=rpPVPEoJdb0
Draufgeschaut: Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen
| Film | Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen |
| Produktionsland | USA |
| Jahr | 2003 |
| Spielzeit | 111 Minuten |
| Regie | Donald Petrie |
| Hauptdarsteller | Kate Hudson, Matthew McConaughey, Kathryn Hahn, Annie Parisse, Adam Goldberg, Thomas Lennon |
| Bewertung | ** |
Worum geht’s?
Andie Anderson arbeitet als Journalistin bei einer Frauenzeitschrift. Um einer Freundin und Kollegin aus der Patsche zu helfen, schlägt sie einen sehr gewagten Artikel vor: Sie will sich einen Mann angeln und ihn dann nach allen Regeln der Kunst nerven, sodass er sie nach spätestens zehn Tagen definitiv verlassen wird. Ihr Opfer ist Benjamin Barry, ein Werbemanager. Was Andie jedoch nicht weiß: Auch er hat eine Wette laufen. Um an einen lukrativen Auftrag zu kommen, will er seinem Boss beweisen, dass er jede Frau in sich verliebt machen kann. Somit stellt sich schnell die Frage: Kann die Geduld eines Mannes größer sein als die Bösartigkeit einer Frau?
Das sagt shitesite:
Leider ist Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen nicht nur vorhersehbar. Die Komödie ist auch unausgegoren, deutlich zu lang und mit Matthew McConaughey als Chauvi, der vorgibt, ein Softie zu sein, zudem fehlbesetzt. Der dämliche Stolz der Männer und ihr ewiges Wetteifern wird hier der Solidarität und Hysterie der Frauen gegenüber gestellt – und somit zeigt Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen nicht nur einen Kampf der Geschlechter, sondern einen Krieg. Doch das Ergebnis ist weder so gewagt, wie es bei dieser Ausgangslage hätte werden können, noch besonders amüsant. Einziger Lichtblick ist Kate Hudson, die als unausstehliche Horror-Freundin offensichtlich auch selbst reichlich Spaß an ihrer Rolle hat.
Bestes Zitat:
“Warum soll ich eine andere Frau anbaggern? Du hast mehr als genug Persönlichkeiten, um mich zu beschäftigen.”
Der Trailer zum Film:








