Draufgeschaut: American Dreamz


Der US-Präsident (Dennis Quaid, links) ist zu Gast in der Castingshow von Moderator Martin Tweed (Hugh Grant).

Der US-Präsident (Dennis Quaid, links) ist zu Gast in der Castingshow von Moderator Martin Tweed (Hugh Grant).

Film American Dreamz
Produktionsland USA
Jahr 2006
Spielzeit 107 Minuten
Regie Paul Weitz
Hauptdarsteller Hugh Grant, Dennis Quaid, Mandy Moore, Willem Dafoe, Jennifer Coolidge, Sam Golzari, Marcia Gay Harden, Chris Klein
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Der gröte Traum von Sally Kendoo: Sie will berühmt werden. Als sie als Kandidatin für American Dreamz ausgesucht wird, die beliebteste Fernsehsendung des Landes, kann sie ihr Glück kaum fassen. Um ihre Erfolgschancen zu steigern, kommt sie sogar wieder mit ihrem Exfreund William zusammen, denn seine Geschichte als verletzter Irak-Soldat ist eine rührende Story für die Fernsehzuschauer. Auch Omer will bei der Castingshow über Leichen gehen: Er wurde in einem Terrorlager ausgebildet und soll in der Endrunde sich selbst und den US-Präsidenten in die Luft sprengen, der beim Finale als Gastjuror in der Sendung sein wird.

Das sagt shitesite:

Die Strategie, mit der sich American Dreamz dem erbarmungslosen Prinzip „Castingshow“ nähert, ist die einzig machbare: Subtilität. Der eigentliche Humor dieser Satire liegt jenseits dessen, was auf der Leinwand passiert. Dass Hugh Grant einen Charmeur spielt, der abseits der Kamera ein skrupelloser Karrierist ist, zählt dazu. Dass Teeniestar Mandy Moore ein vollkommen ausgeflipptes Möchtegern-Starlet gibt, und dabei auch noch großartig ist, passt ebenfalls in diese Reihe. Und dann ist da ja noch Dennis Quaid als der minderbemitteltste und treudoofste US-Präsident zumindest der Kinogeschichte.

Dieses Konzept hat freilich auch zur Folge, dass sich der Unterhaltungswert für den Zuschauer in Grenzen hält. Den Spagat zwischen Kritik an der Fernsehkultur und einer kurzweiligen Komödie schafft der Film nicht so recht. American Dreamz ist durchweg komisch, aber es gibt keine Pointen, Gags oder Schenkelklopfer. Wenn innerhalb der Handlung alles sagenhaft oberflächlich bleiben muss, gibt es kaum Angriffspunkte für Humor, Schadenfreude oder Empathie. Wenn alle sich vollkommen bewusst sind, wie schmierig ihre Rolle ist, dann taugen sie kaum noch als echte Witzfigur.

Die Abgebrühtheit der Macher wird dabei immer wieder der Naivität der Zuschauer gegenüber gestellt. Die Casting-Klischees werden in American Dreamz höchst gekonnt persifliert, von den Posen der Kandidaten bis hin zu den Sprüchen des Jurors. Wenn die Macher und Teilnehmer ganz offen zeigen, wie verlogen, kalkuliert und zynisch dieses Geschäft ist, dann hat der Film famos entlarvende Momente. Das Highlight ist dennoch das Ende: Da zeigt American Dreamz die Allmacht des Melodramas, auf das Spitzenpolitiker ebenso hereinfallen wie Hausfrauen oder Terroristen – und die letztlich sogar die Macher einfängt und zu ihren eigenen Opfern macht.

Bestes Zitat:

“Du gibst mir das Gefühl, ein besserer Mensch zu sein. Nur bin ich kein besserer Mensch.”

Der Trailer zum Film:

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